Puro Amor

Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

ZWISCHEN NISCHE UND MAINSTREAM!

Die Band:

Samy Amara (Gesang, Gitarre) und Andreas Brügge (Schlagzeug) gründeten 1992 in Düsseldorf eine Oi- und Punkband, aus der zwei Jahre später die Broilers hervorgingen. 1997 erschien das Debütalbum „Fackeln Im Sturm … Arme Lichter Im Wind“, dass vor allem in der Punkszene sehr positiv aufgenommen wurde. Zusammen mit Ronald Hübner (Gitarre), Ines Smentkowski (Bass) und Kubczak (Keyboards) macht sich die Band vor allem durch Liveauftritte einen Namen. Gigs bei Rock am Ring, dem Highfield-Festival oder beim Wacken Open Air zählen zu den Highlights. Durch Gastauftritte bei den ebenfalls aus Düsseldorf stammenden Toten Hosen kann der Bekanntheitsgrad der Band weiter gesteigert werden. Im Verlauf ihrer bisherigen Karriere wandten sich die Broilers vom reinen Oi und Punk ab und mischten ihre Musik fortan mit verschiedenen Elementen aus Rockabilly, Soul und Ska. 

Das Album:

Seit ihrem Album „Santa Muerte“, dass sie erstmals in die Top 3 der Alben-Charts brachte zählen die Broilers zu den erfolgreichsten deutschen Bands. Wie die Hosen kommen sie aus Düsseldorf und werden gleichwohl von Vincent Sorg produziert. Und doch haben sie es bisher geschafft, dass ihre Fangemeinde anwuchs, ohne dass sie zu einem Klon der Männer um Campino verkommen sind. 

Diese Gefahr ist auch beim achten Longplayer „Puro Amor“ nicht wirklich gegeben. Sicher, mit dem im Vorfeld ausgekoppelten Titel „Gib das Schiff nicht aus!“, gab es schon einen Song, der kräftig in die Mainstream-Scherbe trat, aber trotzdem viel Spaß macht. Auch die zweite Auskopplung „Alles wird wieder OK“ ließ ebenfalls vermuten, dass jetzt vielleicht eine Art Ausverkauf beginnt. Doch die Befürchtungen waren umsonst.

Samy Amara, Ronald Hübner, Andreas Brügge, Ines Maybaum und Christian Kubczak machen im Prinzip alles richtig. Sie kommen ursprünglich aus der Punk- und Oil-Szene und haben auf ihrem Debütalbum dem Ska gefrönt, der zuletzt etwas in den Hintergrund rückte. Doch wenn die ersten Klänge des Openers „Nicht alles endet irgendwann“ erklingen und eine satte Bläsersektion zu hören ist, ist klar, die Broilers besinnen sich wieder auf ihre Wurzeln. Und davon gibt es reichlich.

„Schwer verliebter Hooligan“ treibt das Ska-Level auf ein neues Niveau, „Porca Miseria“ wird große Stadien zum bringen und „Da bricht das Herz“ transportiert große Gefühle und zeigt Samy Amara in Höchstform. Man kommt nicht umhin anzuerkennen, dass hier ein guter Song den nächsten jagt. 

Das absolute Highlight ist jedoch „Alice und Sarah“. Ein klares Bekenntnis zu Sarah Bossard, der Lebensgefährtin der AfD-Fraktionsführerin im deutschen Bundestag mit einer noch deutlicheren Botschaft wenn es heißt: „Hole deine Frau ab, Sarah. Sie redet wieder Nazidreck …“ Dem ist nichts, aber auch wirklich nichts hinzuzufügen!

Trackliste:

01 – Nicht alles endet irgendwann

02 – Nach Hause kommen / Zurück zu mir

03 – Gib das Schiff nicht auf!“

04 – Porca Miseria

05 – Alter Geist

06 – Trink mich doch schön

07 – Schwer verliebter Hooligan

08 – Diktatur der Lerchen

09 – Da bricht das Herzen

10 – Dachbodenepisoden

11 – Alles wird wieder OK!

12 – Niemand wird zurückgelassen

13 – Alice und Sarah

14 – An allen anderen Tagen nicht (Lebe, Du stiebst!)

Fazit:

Bereits ihr letztes Album „(sic!)“ hat mich komplett abgeholt. „Puro Amor“ geht noch ein Stück weiter. Die Broilers liefern Deutschrock in Perfektion ab, mit einer tollen Mischung aus Kommerz und Nische. Insbesondere die satten Ska-Elemente mit den Bläsern räumen hier ab. Ein tolles Album, dass die Fangemeinde sicher vergrößern wird.

Bewertung:

Musik: 5

Instrumentalisierung: 5

Stimme: 4,5

Texte: 4,5

Hörspaß: 5

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