rezension.org

R. L. Stine: Die Mitbewohnerin

4 von 5 Alle Rezensionen zu R. L. Stine Redaktion · 2012-03-05 · aktualisiert 2026-10-01

Antwort

R. L. Stine: Die Mitbewohnerin ist ein 171 Seiten dicker Band der Jugendbuchreihe Fear Street und bietet langsam anziehenden Grusel, der in der Rezension vom 5. März 2012 4 von 5 Punkten erhält. Solide erzählt und mit hartem Finale passt der Roman zu jugendlichen Lesern, für kleinere Kinder ist er wenig geeignet.

Fear Street 30 - Die Mitbewohnerin: Tür an Tür mit dem Tod - Die Buchvorlage zur Horrorfilmreihe auf Netflix
Anzeige · Bücher bei Amazon

Fear Street 30 - Die Mitbewohnerin: Tür an Tür mit dem Tod - Die Buchvorlage zur Horrorfilmreihe auf Netflix

3,99 € Stand: 28.09.2026

Preise können sich jederzeit ändern. Es gilt der Preis auf der Amazon-Produktseite.

Zum Angebot bei Amazon →
Auch bei Thalia ansehen →

R. L. Stine: Die Mitbewohnerin - Tür an Tür mit dem Tod

Das 171 Seiten dicke Buch ist im Jahre 2012 im Loewe Verlag Bindlach erschienen.

Hier liegt ein neuer Band aus der Fear-Street-Jugendbuchreihe vor. Da sie nicht nummeriert sind, kann ich leider nicht sagen, die wievielte Nummer es ist. Der Verlag selbst führt den Titel in seinen neueren Ausgaben inzwischen als Band 30 der Reihe. Für den Einstieg spielt das ohnehin kaum eine Rolle: Die Fear-Street-Bände sind in sich abgeschlossen, man braucht keinen einzigen Vorgänger gelesen zu haben.

Worum geht es in R. L. Stine: Die Mitbewohnerin?

Die Geschichte spielt, wie der Titel schon sagt, in der Fear Street in der fiktiven US-amerikanischen Stadt Shadyside.

Lea zieht mit ihren Eltern in eine alte, verfallene Villa, um die sich eine gruselige Legende rankt. Die Dachkammer ist schon seit über 100 Jahren verschlossen. Und das nicht ohne Grund. Dort soll nämlich ein Mord geschehen sein.

Leas Kinderzimmer liegt direkt unter der Dachkammer. Und plötzlich hört sie immerzu Schritte. Und genauso plötzlich fleht sie eine Stimme an, die Tür der Dachkammer zu öffnen. Natürlich weiß Lea, daß sie sich von dem Dachboden fernzuhalten hat. Doch die Neugierde ist stärker.

Das Haus als eigentliche Hauptfigur

Was den Band trägt, ist weniger ein ausgeklügelter Plot als der Schauplatz. Das Haus ist alt, es knarrt, es hat eine Tür, die nicht geöffnet werden darf, und es hat eine Vorgeschichte, die im Ort jeder kennt und niemand gerne ausspricht. Stine braucht keine ausführlichen Schockmomente, um Unbehagen zu erzeugen. Es reicht, daß Lea nachts über sich Schritte hört, während unten im Erdgeschoß die Eltern seelenruhig ihren Alltag verrichten.

Die Situation in der Schule

Parallel zur Dachkammer läuft ein zweiter Erzählstrang, der zunächst harmlos wirkt und dann plötzlich kippt. Die Situation in der Schule eskaliert mit einem Mord an einer verhaßten Mitschülerin, die Lea mit ihrem eifersüchtigen und unfreundlichem Verhalten drangsaliert und zur Weißglut treibt. Ab diesem Punkt ist nicht mehr klar, wer in dieser Geschichte eigentlich das Opfer ist - und ob Lea die Kontrolle über das, was in dem Haus vorgeht, jemals hatte.

Wer ist R. L. Stine und was ist Fear Street?

Den Autoren - und mit ihm die Serie - habe ich ja schon in anderen Buchbesprechungen vorgestellt. Daher verzichte ich hier auf die Vermittlung von literaturwissenschaftlichem Hintergrundwissen und verweise auf die jeweiligen Rezensionen.

Kurz eingeordnet für alle, die neu einsteigen: R. L. Stine ist der Autor, dem eine ganze Generation ihre ersten Gänsehautmomente verdankt. Fear Street ist dabei die ältere und deutlich härtere Schwester der bekannteren Gruselgeschichten für jüngere Kinder. Die Reihe richtet sich ausdrücklich an Jugendliche, spielt konsequent in derselben Kleinstadt Shadyside und arbeitet mit Motiven, die man aus dem klassischen Horrorkino kennt: verfluchte Häuser, alte Morde, Rache über Generationen hinweg. Dass Netflix den Kosmos der Reihe später für eine Filmtrilogie aufgegriffen hat, hat der Buchreihe im deutschsprachigen Raum noch einmal einen zweiten Frühling beschert. Eine weitere Gruselgeschichte von Stine ist Band 21 der Gänsehaut-Reihe, in dem Slappy bei Amy einzieht und Chaos stiftet.

Über das Buch

Shadyside kann man mit „Schattenseite“, Fear Street mit „Straße der Angst“ übersetzen. Diese Namen machen hier ihrer Bedeutung alle Ehre.

So ganz allmählich schleicht sich das Grauen, der Horror in das Leben einer amerikanischen Durchschnittsfamilie. Um genau zu sein: in das Leben der Tochter; die Eltern bekommen nichts davon mit. Die Handlung ist weitestgehend auf ihr Zuhause und die Schule beschränkt. Die Schulkollegen der Hauptperson bekommen allerdings ebenfalls nichts davon mit.

Der Horror erreicht seinen Höhepunkt am Ende des Buches. Nach meiner Einschätzung ist dieser Teil für kleinere, jüngere Kinder nicht unbedingt geeignet. Man muß schon allein altersmäßig eine gewisse Reife besitzen, um hier nicht einen großen Schrecken zu bekommen.

Was ist real, was Einbildung?

Was ist real? Was Phantasie? Was Fieberwahn? Über weite Strecken ist dies nicht auseinanderzuhalten. Genau darin liegt die Stärke des Buches: Der Leser sitzt so lange mit Lea in derselben Unsicherheit, bis er ihr selbst nicht mehr traut. Stine löst diese Ambivalenz erst spät auf, und er löst sie unfreundlicher, als man es nach den ersten Kapiteln erwarten würde.

Der schwache Punkt: die Eltern

Das Verhalten der Eltern ist hier leicht unglaubwürdig. Bekommen sie wirklich nicht mit, was mit ihrer Tochter in ihrer neuen Wohnung vor sich geht? Kann ein Kind wirklich schlimme Ereignisse verheimlichen, ohne daß es auffällt? Oder ist das nur der Spannung geschuldet? Keine Ahnung. Es ist der übliche Preis, den Jugendhorror für seine Konstruktion zahlt: Damit die Hauptfigur allein bleibt, müssen die Erwachsenen blind sein.

R. L. Stine liefert hier jedenfalls wieder gut geschriebene Spannung für jugendliche Leser ab. Das Buch ist zwar dicker als die Werke aus den Anfangstagen der Jugendbuchreihe (sie waren in der Regel auf 128 Seiten beschränkt); wirklich stören tut das aber nicht. Hat man einmal mit dem Lesen angefangen, möchte man auch nicht wieder damit aufhören. Ebenfalls in Shadyside spielt der Band Das Skalpell mit 154 Seiten, in dem Laurie im Krankenhaus etwas vertuscht glaubt.

Über den Verlag

Die Anfangstage des Verlagshauses liegen im 19. Jahrhundert. Am 8. Juni 1863 gründete Friedrich Loewe in Leipzig ein „Verlags- und Kommissionsgeschäft“. Der Verlag hatte zunächst noch keine bestimmte Programmrichtung. Er gab aber ab 1869 bevorzugt Jugendschriften, Klassiker, Märchen und Bilderbücher heraus. Dabei avancierten drei Loewe Bücher Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts nach Angaben des Verlages „zu echten Kinderbuchklassikern“. Gemeint sind hier die Bücher „Hänschen im Blaubeerenwald“ (1903), „Die Heinzelmännchen“ (1910) und Heinrich Hoffmanns „Struwwelpeter“. Sie wurden im deutschen Sprachraum millionenfach verkauft und in fast alle Sprachen der Erde übersetzt. Der 2. Weltkrieg bremste Loewes Aufwärtstrend. Ein Bombenangriff vernichtete 1943 das Verlagshaus und legte die Buchproduktion lahm. Nach der Währungsreform musste der Verlag daher vom neuen Verleger Fritz Carl völlig neu aufgebaut werden. Wie vor dem Krieg gab der Verlag „schön und aufwändig ausgestattete Klassikerausgaben heraus“, wie er selbst berichtet. Da der Verleger Fritz Carl keine Nachkommen hatte, verkaufte er den Verlag 1965 an den Buchhändler Adolf Gondrom. Unter Volker Gondrom, der den Verlag bis heute leitet, entwickelte sich der Verlag nach eigenen Angaben zu einem der führenden deutschen Kinder- und Jugendbuchverlage.

Für wen lohnt sich Die Mitbewohnerin?

Der Band ist die richtige Wahl für jugendliche Leser, die Gruselgeschichten mögen, aber noch keinen ausgewachsenen Horrorroman lesen wollen. Er ist kurz genug, um an einem verregneten Wochenende durchgelesen zu werden, und er verlangt keine Vorkenntnisse aus der Reihe.

Weniger geeignet ist er für zwei Gruppen. Erstens für jüngere Kinder, denen das Finale zu weit gehen dürfte. Und zweitens für erwachsene Horrorleser, die Figurentiefe erwarten: Lea funktioniert als Identifikationsfigur, aber sie ist keine besonders vielschichtige Person, und die Nebenfiguren sind eher Funktionen als Charaktere. Wer das weiß und einordnen kann, bekommt genau das, wofür Fear Street gemacht wurde.

Fazit: Lohnt sich R. L. Stine: Die Mitbewohnerin?

Hier liegt gute Unterhaltung für Jugendliche vor, die dem bekannten, vertrauten Niveau der Buchreihe entspricht. Der Aufbau ist ruhig, der Schluss ist hart, und die Auflösung ist bösartiger, als es der harmlose Anfang vermuten lässt. Wer die Fear Street kennt, weiß, was er bekommt, und wird nicht enttäuscht. Wer sie noch nicht kennt, kann mit diesem Band problemlos einsteigen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in Die Mitbewohnerin von R. L. Stine?

In R. L. Stine: Die Mitbewohnerin zieht Lea mit ihren Eltern in eine alte, verfallene Villa an der Fear Street in der fiktiven Stadt Shadyside. Die Dachkammer ist seit über 100 Jahren verschlossen, weil dort ein Mord geschehen sein soll. Als Lea Schritte hört und eine Stimme sie anfleht, die Tür zu öffnen, ist die Neugierde stärker.

Zu welcher Reihe gehört Die Mitbewohnerin?

Die Mitbewohnerin gehört zur Jugendbuchreihe Fear Street von R. L. Stine, die in der fiktiven US-Stadt Shadyside spielt. Der Loewe Verlag führt den Titel in neueren Ausgaben als Band 30 der Reihe. Die Fear-Street-Bände sind in sich abgeschlossen, man braucht keinen Vorgänger gelesen zu haben.

Ab welchem Alter ist Die Mitbewohnerin geeignet?

R. L. Stine: Die Mitbewohnerin richtet sich an jugendliche Leser. Der Horror erreicht sein Finale am Ende des Buches, und nach Einschätzung der Rezension ist dieser Teil für kleinere, jüngere Kinder wenig geeignet, weil man eine gewisse Reife braucht.

Hat Die Mitbewohnerin etwas mit der Netflix-Reihe Fear Street zu tun?

R. L. Stine: Die Mitbewohnerin gehört zur Buchreihe Fear Street, deren Kosmos Netflix später für eine Filmtrilogie aufgegriffen hat. Ob dieser einzelne Band verfilmt wurde, nennt die Rezension nicht.

Deine Bewertung

Teile deine Erfahrung zu „R. L. Stine: Die Mitbewohnerin". Bewertungen werden vor Veröffentlichung geprüft.