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R. L. Stine: Die Wut der unheimlichen Puppe

3 von 5 Alle Rezensionen zu R. L. Stine Redaktion · 2012-02-14 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Solider Gänsehaut-Band mit einer Wendung, die nichts erklärt

Gänsehaut - Doppelschocker 11: Die Wut der unheimlichen Puppe, Mein haarigstes Abenteuer
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Gänsehaut - Doppelschocker 11: Die Wut der unheimlichen Puppe, Mein haarigstes Abenteuer

2,63 € Stand: 20.09.2026

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Hier liegt Band 21 der Gänsehaut-Jugendbuchreihe vor. Er kam im Jahre 1998 im C. Bertelsmann Verlag, München, auf den Markt. Das Buch ist 128 Seiten dick, die Übersetzung besorgte Günter W. Kienitz. Vorlage ist der amerikanische Goosebumps-Band „Night of the Living Dummy II“.

Worum geht es in Die Wut der unheimlichen Puppe?

Amy ist ganz außer sich vor Freude. Ihr Vater schenkt ihr nämlich eine neue Bauchrednerpuppe. Slappy, so lautet ihr Name. Mit der neuen Puppe zieht aber auch ein böser Geist in das Haus ein. Eine Katastrophe jagt die nächste. Übel dabei: Immer wird Amy dafür verantwortlich gemacht. Zunächst glaubt niemand Amy. Denn die Bauchrednerpuppe kann doch nicht für das Unglück verantwortlich sein. Oder?

Die Konstruktion ist damit sehr klassisch für die Reihe: Ein Kind sieht etwas, das die Erwachsenen nicht sehen wollen, und wird für die Folgen bestraft. Der Schrecken entsteht weniger aus der Puppe selbst als aus der Hilflosigkeit gegenüber den eigenen Eltern.

Slappy, die Puppe hinter der Reihe

Slappy ist die bekannteste Figur des gesamten Gänsehaut-Universums und taucht in mehreren Bänden auf. Sie funktioniert nach einem einfachen, aber wirksamen Prinzip: Ein Gegenstand aus der Kinderwelt, der eigentlich zum Spielen da ist, bekommt einen eigenen Willen. Wer die Puppe loswerden will, wird sie nicht los. Genau diese Hartnäckigkeit macht sie für junge Leser unheimlich und für die Reihe wiederverwertbar.

Über die Kinderbuchreihe

Die Reihe ist für jugendliche Leser von 10 bis 14 Jahren geschrieben. Die Helden wechseln sich dabei ab. Es sind immer gemischte Gruppen aus Jungen und Mädchen; die Gruppenstärke wechselt je nach Handlung von zwei bis vier Personen. Ihre Abenteuer erleben sie an Orten, die einen Bezug zur Lebenswirklichkeit der Leser haben. Literarisches Grundprinzip ist die Verquickung von amerikanischem Alltag und dem Übersinnlichen.

In der Regel spielen Monster genauso große Rolle wie Gespenster oder Zombies. Orte des Geschehens sind oftmals verlassene Spukvillen oder Schulgebäude bei Nacht. Die Geschichten spielen meist in amerikanischen Kleinstädten, Vororten oder Dörfern. Großstädte kommen nur selten vor.

Den meisten Bänden ist eines gemein: Ein jugendlicher Ich-Erzähler erzählt die Geschichte aus seiner eigenen Perspektive. Dieser Erzähler ist es auch, der als erster, manchmal als einziger, den Horror bemerkt. Die Sprache ist eher locker und umgangssprachlich.

Das wiederkehrende Erzählschema

In vielen Bänden lässt sich ein bestimmtes Schema nachverfolgen: Ein Jugendlicher, er ist meistens zwölf Jahre alt, zieht in ein etwas abgelegenes Haus. Die Besonderheit dabei: Dort spukt es, oder die Umgebung des neuen Zuhauses wird von Spukgestalten heimgesucht. Meist glauben die Erwachsenen den Kindern nicht, wenn diese ihnen von den Geistern berichten. Gelegentlich kommt es am Ende zu einer unerwarteten Wendung in der Handlung, in deren Verlauf sich die Protagonisten selbst als Monster entpuppen.

Häufig scheint gegen Ende das zunächst besiegte Unheil zurückzukommen. Der Ausgang bleibt aber oft unklar. Manchmal ist das Ende auch humorvoll. Die jugendlichen Leser sollen zwar mit einem Gruseln, nicht aber mit einem Gefühl der Beklemmung aus der Lektüre entlassen werden, wie die Sekundärliteratur betont.

Verfilmung und Ableger

Die Buchreihe wurde auch für das amerikanische Fernsehen verfilmt, die Ausstrahlung begann im Jahr 1995. Die Fernsehreihe soll inzwischen auch bei uns in Deutschland ausgestrahlt worden sein. Inzwischen gibt es auch die Ableger-Serie „Gänsehaut HorrorLand“. Stine greift darin auf ältere Gänsehaut-Romane zurück und lässt alte Freunde und Feinde, aber auch neue Charaktere aufeinandertreffen.

Jeder Roman dieser Ablegerreihe ist in zwei Teile unterteilt. Der erste gleicht einem klassischen Gänsehaut-Roman und endet mit einer Einladung ins HorrorLand. Im zweiten Teil folgt der Protagonist der Einladung und findet sich in einem unheimlichen Freizeitpark wieder. Meist trifft er auf das Monster, dem er im ersten Teil entkommen ist. Am Ende des Buches stößt er zu einer Gruppe Kinder, die ebenfalls eine Einladung bekommen haben und versuchen, das Rätsel um die gruseligen Geschehnisse zu lösen. So beschreibt Wikipedia diese Ablegerserie, die ich allerdings noch nicht kenne.

Eine Einordnung

Die vorliegende Geschichte fällt in mehrfacher Hinsicht aus dem Rahmen.

Kein Umzug, kein fremdes Haus

Es fängt schon damit an, dass hier niemand umzieht. Die betroffene Familie bleibt an ihrem vertrauten Wohnort, ihrem Zuhause, wo die Handlung auch überwiegend spielt. Hier dringt das Unheil ein. Das ist erzählerisch durchaus reizvoll, weil der Schrecken nicht mit einem neuen Ort geliefert wird, sondern im Kinderzimmer beginnt.

Amy, die Protagonistin, hat zwar ihre Eltern, Geschwister und eine Freundin. Dies sind aber eher Randfiguren; Amy ist die eigentliche Hauptfigur, um die sich alles dreht. Die sonst übliche Gruppe von zwei bis vier Kindern fehlt also. Amy steht allein gegen die Puppe und gegen den Unglauben ihrer Familie.

Die unerklärte Wendung am Ende

Das Ende nimmt eine merkwürdige Wendung, die für die Kinderbuchreihe eigentlich nicht typisch ist. Amy ist anfangs die einzige, die von der Puppe heimgesucht wird. Da die Eltern nichts davon bemerken, glauben sie ihr natürlich nicht.

Dann gesteht Sara, Amys Schwester, urplötzlich und ohne sichtbaren Grund, dass sie live miterlebte, wie die Bauchrednerpuppe einige der Untaten vollbrachte. Daraufhin helfen ihnen ihre Eltern, das Bauchrednerpuppenmonster zu vertreiben.

Aus der Geschichte heraus gibt es keine vernünftige Erklärung für die Wendung. Sie wird literarisch nicht hergeleitet. Wer ist das Monster? Was sind seine Absichten? Was sind seine Motive? Von wem wird es schlussendlich besiegt? Selbst einfachste Fragen wie diese werden hier nicht beantwortet. Was für Kinder und Jugendliche spannend sein mag, ist für Erwachsene unbefriedigend.

Eine Beurteilung

Das Buch ist zielgruppenorientiert geschrieben. Sprache, Erzählweise und Handlung bewegen sich daher auf einem niedrigen Niveau. Was dazu führt, dass wir Erwachsene das Buch schnell lesen können.

Für wen lohnt sich das Buch?

Für Kinder zwischen zehn und vierzehn Jahren, die zum Lesen erst noch überredet werden müssen, ist der Band ein brauchbares Angebot. 128 Seiten, kurze Kapitel, ein bekanntes Monster und ein Tempo, das keine Durststrecken zulässt. Wer Slappy schon kennt, greift ohnehin zu.

Erwachsene, die mitlesen, sollten wissen, worauf sie sich einlassen: Es gibt keine psychologische Ausarbeitung, keine schlüssige Erklärung des Übernatürlichen und keine überraschende Sprache. Als Einstieg in die Reihe eignet sich der Band trotzdem, weil er ohne Vorwissen funktioniert.

Fazit: Lohnt sich Die Wut der unheimlichen Puppe?

Von den oben beschriebenen Abweichungen abgesehen bietet das Buch die gewohnte Unterhaltung, wie wir sie aus der Gänsehaut-Kinderbuchreihe kennen. Die Idee, den Schrecken im eigenen Zuhause beginnen zu lassen, ist der stärkste Einfall des Bandes. Die Auflösung fällt dagegen deutlich ab, weil sie einfach behauptet statt erzählt wird.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in Die Wut der unheimlichen Puppe?

Amy bekommt von ihrem Vater die Bauchrednerpuppe Slappy geschenkt und freut sich zunächst über das Geschenk. Kurz darauf häufen sich im Haus merkwürdige Zwischenfälle, und für alle wird Amy verantwortlich gemacht. Niemand glaubt ihr, dass die Puppe dahintersteckt, bis ihre Schwester Sara plötzlich bestätigt, was sie beobachtet hat.

Welcher Band der Gänsehaut-Reihe ist Die Wut der unheimlichen Puppe?

Es handelt sich um Band 21 der deutschen Gänsehaut-Reihe. Die Ausgabe erschien 1998 im C. Bertelsmann Verlag in München und umfasst 128 Seiten. Die Übersetzung stammt von Günter W. Kienitz, die Vorlage ist der amerikanische Goosebumps-Band Night of the Living Dummy II.

Für welches Alter ist das Buch geeignet?

Die Reihe richtet sich an Leserinnen und Leser von etwa zehn bis vierzehn Jahren. Sprache und Kapitellänge sind bewusst einfach gehalten, sodass auch weniger geübte Leser gut durchkommen. Der Gruselgrad bleibt harmlos, weil die Bände ihre Leser nie mit einem beklemmenden Gefühl entlassen wollen.

Wer ist Slappy?

Slappy ist die Bauchrednerpuppe, die in mehreren Gänsehaut-Bänden auftaucht und zur bekanntesten Figur der ganzen Reihe geworden ist. Sie wirkt zunächst wie ein normales Spielzeug, entwickelt aber ein Eigenleben und richtet Schaden an, für den immer jemand anderes bestraft wird. In diesem Band trifft es Amy.

Muss man vorherige Gänsehaut-Bände kennen?

Nein. Jeder Band erzählt eine abgeschlossene Geschichte mit eigenen Hauptfiguren, nur die Erzählmuster wiederholen sich. Wer Slappy schon aus einem früheren Band kennt, erkennt die Figur wieder, versteht die Handlung aber auch ohne Vorwissen.

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