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Rest

4,5 von 5 von Rezension.org · 2013-01-07 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Erstklassig gespieltes Blasorchester-Album mit klug gewähltem Programm.

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Rest-Music for Wind Band Mikkelson (Künstler), Ohio State University (Künstler), Bach (Komponist), Gilbertson (Komponist), Ticheli (Komponist), et al. | Format: Audio CD erschienen bei NAXOS

Worum geht es in Rest?

Auf der CD findet sich größtenteils amerikanische Musik. Das Hauptaugenmerk liegt auf den zwei Werken von Frank Ticheli. „Rest„, ist ein mitreißendes Stück zum Gedenken an Elling Mikkelson, den Vater des Dirigenten Russel C. Mikkelson. Dieses Stück war auch namensgebend für die gesamte CD. Und die Sinfonie Nr. 1, die mit den Worten des Komponisten ausgedrückt, „eine Art Reise der Seele von der Unschuld, der Introspektion, der Dunkelheit schließlich bishin zur Erleuchtung.„ darstellt. Außerdem findet man das Stück „Nachtwache„ von Michael Gibertson. Man spürt die Nachtaktivität. Es hat lyrischen Charakter. Im Gegensatz dazu erzählt John Mackey’s „Asphalt Cocktail„ von der gruseligsten Taxifahrt des Lebens. Es gibt auch eine echte Rarität von Gustav Holst in dem Album. Die Auswahl ist vielseitig, ansprechend und interessant.

REST wurde von Russel Mikkelson und Familie in Erinnerung an seinen Vater, Elling Mikkelson, in Auftrag gegeben. Die Musik von Frank Ticheli Musik wurde als „Optimistisch und nachdenklich, schlank und muskulös, genial in der Wirkung, kraftvoll, tief empfundenen mit beeindruckenden Flair, als Handarbeit und mit einem Ohr für markante Klangfarben„ beschrieben. All dies spielgelt sich auch in „Rest„ wieder. Ticheli ist bekannt für seine Werke für Blasorchester, von denen viele zu Standards im Repertoire geworden sind.

Das Programm im Einzelnen

Die CD ist bei Naxos in der Reihe Wind Band Classics erschienen, trägt die Katalognummer 8.572980 und kam im November 2012 auf den Markt. Die Gesamtspielzeit liegt bei knapp 55 Minuten.

Bach in der Fassung von Gustav Holst

Die erwähnte Holst-Rarität ist genau genommen keine eigene Komposition, sondern Holsts Bearbeitung von Johann Sebastian Bachs „Fugue à la Gigue„ für Blasorchester. Sie steht damit für eine ganz andere Tradition als der Rest des Albums: für die englische Blasorchesterschule des frühen 20. Jahrhunderts, aus der auch Holsts eigene Suiten stammen. Als Auftakt setzt sie einen bewusst historischen Kontrapunkt zu der amerikanischen Musik, die folgt.

Michael Gilbertson: Vigil

Das Stück, das in der deutschen Übersetzung als „Nachtwache„ firmiert, ist der lyrische Ruhepunkt des Programms. Gilbertson arbeitet mit gehaltenen Klängen und langen Bögen; das Orchester spielt hier eher farbig als kraftvoll.

Frank Ticheli: Rest

Das Titelstück ist eine langsame, gesangliche Trauermusik. Ticheli hat es für Blasorchester eingerichtet, und in dieser Besetzung entfaltet es seine Wirkung vor allem durch die dichte, chorartige Behandlung der Holzbläser. Wer wissen will, warum Ticheli im amerikanischen Blasorchesterrepertoire so präsent ist, hört es hier in wenigen Minuten.

Frank Ticheli: Sinfonie Nr. 1

Das zentrale Werk der Aufnahme umfasst vier Sätze und trägt die Überschriften „Of Youth„, „Of Wisdom„, „Profanation„ und „Prayer„. Der Bogen von der Unschuld über die Dunkelheit bis zur Erleuchtung, den der Komponist selbst beschreibt, ist in dieser Reihenfolge tatsächlich nachvollziehbar. Im Schlusssatz tritt ein Tenorsolist hinzu, was der Sinfonie einen unerwartet intimen Ausklang gibt.

John Mackey: Asphalt Cocktail

Der Gegenpol zu allem Vorangegangenen. Mackeys Stück ist laut, kantig, von Blechbläsern und Schlagwerk dominiert und lässt keinen Zweifel daran, dass Blasorchestermusik auch aggressiv klingen kann. Als Kontrastprogramm zur Sinfonie sitzt es an der richtigen Stelle.

Orchester

Das Ohio State University Symphony Blas-Orchester stellt sich als sehr vielseitiges zeitgenössisches Orchester dar, wie es seinesgleichen nicht so häufig gibt. Es entdeckt neue und interessante Blasmusik und erfüllt sie mit Leben. Dieses Ensemble hat sich der Musik von Komponisten wie David Maslanka, Eric Stokes, Dan Welcher, David Gillingham, John Stevens, Donald Crockett, Daniel Godfrey, Charles Rochester Young, William Bolcom und Aaron Jay Kernis gewidmet. Das ehrgeizige Projekt begann im Jahre 2000. Vor der vorliegenden CD „Rest„ sind bereits vier weitere aus diesem Aufnahme-Projekt hervorgegangen. Unter der Leitung von Dr. Russel Mikkelson ist das Ohio State University Wind Symphony weithin als eines der besten Blasorchester des Landes anerkannt. In diesem Orchester spielen die besten Musiker der Musikhochschule.

Die Dirigenten

Am Pult stehen auf dieser Aufnahme Russel C. Mikkelson und Milton Allen. Dass ein Hochschulensemble auf diesem Niveau aufnimmt, ist in den Vereinigten Staaten weniger ungewöhnlich als in Europa: Die Wind-Band-Tradition an amerikanischen Universitäten hat eine eigene Repertoirepflege hervorgebracht, aus der ein erheblicher Teil der modernen Blasorchesterliteratur stammt.

Die Komponisten im Überblick

Frank Ticheli ist im amerikanischen Blasorchesterbetrieb eine feste Größe; viele seiner Werke sind dort längst Repertoirestandard und werden von Schul-, Hochschul- und Militärorchestern regelmäßig gespielt. Seine Musik wurde als „Optimistisch und nachdenklich, schlank und muskulös„ beschrieben, und diese Doppelnatur hört man auf dieser CD in zwei Formaten nebeneinander: im knappen Trauerstück und in der abendfüllenden Sinfonie.

John Mackey steht für die jüngere, rhythmisch schroffe Linie desselben Repertoires. Michael Gilbertson vertritt den lyrischen Gegenpol. Und Gustav Holst, über die Bach-Bearbeitung vertreten, erinnert daran, dass ernsthafte Blasorchesterliteratur keine Erfindung der letzten Jahrzehnte ist. Diese Mischung aus drei Generationen ist der Grund, warum die knappe Stunde nicht als Programmblock, sondern als Dramaturgie funktioniert.

Für wen lohnt sich die CD?

Wer Blasmusik ausschließlich mit Marsch, Polka und Frühschoppen verbindet, bekommt hier die Gegenprobe. Die Zusammenstellung eignet sich für Hörer, die zeitgenössische Orchestermusik mögen und den Klang eines großen Bläserapparats schätzen, ebenso wie für Dirigentinnen, Musikschullehrer und Orchestermitglieder, die auf der Suche nach spielbarem, lohnendem Repertoire sind. Auch als erster Zugang zu Frank Ticheli ist die Platte brauchbar, weil sie ein kurzes und ein großformatiges Werk nebeneinanderstellt.

Wer dagegen die pure Aufnahmebrillanz eines internationalen Spitzenorchesters erwartet, sollte im Kopf behalten, dass hier ein Hochschulensemble spielt – allerdings eines, das diesen Vergleich nicht zu scheuen braucht.

Fazit: Lohnt sich Rest?

Die CD ist mit einem wundervollen vielseitegem Programm zusammengestellt. Das Orchester (The Ohio State University Wind Symphony) unter Leitung von Russel C. Mikkelson spielt erstklassig. Man kann somit fast eine Stunde lang großartige Blasmusik genießen. Das Hören der CD ist kurzweilig mit interessanten Stücken und Interpretationen. Es lohnt sich reinzuhören, man wird sicher dabeibleiben wollen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist auf der CD Rest zu hören?

Das Album versammelt überwiegend amerikanische Blasorchestermusik. Im Mittelpunkt stehen zwei Werke von Frank Ticheli, das titelgebende „Rest“ und die Sinfonie Nr. 1. Dazu kommen Michael Gilbertsons „Vigil“, John Mackeys „Asphalt Cocktail“ und Gustav Holsts Bearbeitung einer Bach-Fuge.

Wer spielt auf dem Album?

Es spielt die Ohio State University Wind Symphony, das Blasorchester der Musikhochschule der Ohio State University. Am Pult stehen Russel C. Mikkelson und Milton Allen, im letzten Satz der Ticheli-Sinfonie ist zusätzlich ein Tenorsolist zu hören. Das Ensemble gilt als eines der besten Blasorchester des Landes.

Wem ist das Stück Rest gewidmet?

Frank Tichelis „Rest“ entstand im Gedenken an Elling Mikkelson, den Vater des Dirigenten Russel C. Mikkelson. Die Familie Mikkelson gab das Werk in Auftrag. Es gab dem gesamten Album seinen Namen.

Auf welchem Label ist Rest erschienen?

Die CD ist bei Naxos in der Reihe Wind Band Classics erschienen und trägt die Katalognummer 8.572980. Die Veröffentlichung erfolgte im November 2012. Die Gesamtspielzeit liegt bei rund 55 Minuten.

Für wen lohnt sich die Aufnahme?

Für alle, die Blasorchestermusik jenseits von Marsch und Unterhaltung suchen, und für Dirigenten und Musiker, die Repertoire sichten. Auch als Einstieg in das Werk von Frank Ticheli eignet sich die Zusammenstellung gut, weil sie ein kurzes und ein abendfüllendes Stück nebeneinanderstellt.

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