The Halo Effect – Days Of The Lost

AUF ZU NEUEN UFERN!

Die Band:

Ende 2019 sorgt die Nachricht in der Metalszene für Furore, dass fünf ehemalige Mitglieder von In Flames sich zusammengetan haben, um eine neue Band zu gründen. Allen voran Mikael Stanne, der seinerseits aushilfsweise das Debütalbum „Lunar Strain“ von In Flames einsang und als Frontmann bis jetzt zu Dark Tranquillity gehört. Ihm schlossen sich die Gitarristen Niclas Engelin und Jesper Strömblad sowie Peter Iwers (Bass) und Daniel Svensson (Drums) an. Sehr schnell erhielt die Band einen Vertrag bei Nuclear Blast und die Szene sah dem Album gespannt entgegen.

Das Album: 

Im Rahmen der derzeit laufenden Melodic Death Metal-Festspiele, muss sich das mit Spannung erwartete Debütalbum von The Halo Effect gegen Konkurrenten wie Amon Amarth oder Arch Enemy behaupten. Nach den im Vorfeld gehörten Songs konnte  man erwarten, dass hier einiges auf die Zuhörer zukommt. Und schon beim Opener „Shadowlands“ wird einem ganz warm ums Herz. Man ahnt, dass hier Melodic Death Metal in Perfektion kommt. Mikael Stanne haut einem die Growls nur so um die Ohren und wird von einem Sound angetrieben, der es einem schwer macht, nicht auf der Stelle mitzubangen. Der folgende Titeltrack untermauert das und spätestens mit „The Needless Ends“, dass von einer Melodiedichte locker mit Songs von Amorphis mithalten kann, ist klar, hier geht ein neuer Metalstern auf! 

Doch damit haben The Halo Effect noch lange nicht ihr Pulver verschossen. Sie machen genau das, was man erwartet und erhofft hat. Sie feiern den Göteborg-Sound der frühen 2000er Jahre, ohne ein Abziehbild der ersten Alben von in Flames zu sein. Sicher, ein Song wie „Conditional“ könnte locker vom grandiosen „Songs Of A Playground Fading“ stammen. Und doch denkt man nicht eine Sekunde daran, dass man das schon einmal gehört, sondern genießt einfach, was The Halo Effect hier abliefern. Gleiches bei „In Broken Trust“, bei dem die unglaubliche Klarstimme von Mikael Stenne begeistert.

Doch wo beispielsweise Arch Enemy bei ihrem neuen Werk schwächeln (im hinteren Drittel) bleibt das Niveau von „Days Of The Lost“ konstant hoch. „A Thruth Worth Lying For“ kommt wieder mit einem Wechselspiel von Grows und Clearstimme und besitzt echtes Hitpotenzial!

Trackliste:

01 – Shadowminds

02 – Days Of The Lost

03 – The Needless End

04 – Conditional

05 – in Broken Trust

06 – Gateways

07 – A Truth Worth Lying For

08 – Feel What I Belive

09 – Last Of Our Kind

10 – The Most Alone

Fazit:

Sicher, an ein Debütalbum so erfahrener Musiker wie hier darf man andere Erwartungen stellen als an das einer jungen Band. Doch das „The Halo Effect“ so abliefern hätte ich nicht gedacht. Auch im hinteren Bereich gibt es nicht einen Song, der langatmig oder überflüssig ist. Somit ist „Days Of The Lost“ ein absoluter Volltreffer, der nicht eine Sekunde zur langweiligen Retroshow verkommt, sondern der so gut ist, dass man hofft, das dies der Anfang einer langjährigen Erfolgsgeschichte wird. In Wacken haben die Jungs ja schon gezeigt, dass sie auch live eine Bank sind. Insgesamt ist das Album seinen Konkurrenten von Amon Amarth und Arch Enemy eine Nasenlänge voraus!

Bewertung:

Musik: 5

Instrumentalisierung: 5

Stimme: 5

Abwechslung: 5

Hörspaß: 5

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