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Thomas Brezina: Der Schatz der letzten Drachen

3 von 5 Alle Rezensionen zu Thomas Brezina von Rezension.org · 2012-03-22 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Ordentliche Abenteuerkost, doch Auflösung und Sachwissen bleiben blass.

Der Schatz der letzten Drachen (Die Knickerbocker-Bande)
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Der Schatz der letzten Drachen (Die Knickerbocker-Bande)

4,19 € Stand: 17.08.2026

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Das Buch ist im Jahre 1999 im Ravensburger Buchverlag erschienen. Es ist 173 Seiten dick. Es handelt sich um Band 51 der Knickerbocker-Bande, jener Kinderkrimireihe, mit der der österreichische Autor Thomas Brezina seit 1990 eine ganze Lesergeneration begleitet hat.

Worum geht es in Der Schatz der letzten Drachen?

Als Lieselotte einen Preis für Nachwuchs-Reporter gewinnt, soll sie einen Bericht über Komodo-Warane schreiben. Also unternimmt sie, zusammen mit ihren Freunden von der Knickerbocker-Bande, eine Reise in die Heimat dieser exotischen Echsen, die auch „die letzten Drachen der Welt„ genannt werden.

Und landet prompt in einem neuen Abenteuer. Warum verlassen die Tiere plötzlich und unerwartet ihre angestammte Heimat? Warum sind sie plötzlich in einem anderen Teil der Insel anzutreffen? Wieso werden nachts von einem Flugzeug aus Kisten abgeworfen? Sucht da jemand einen Schatz, der vor hunderten Jahren auf der Insel versteckt wurde?

Es gibt da so einige Fragen, auf die die vier Kinder eine Antwort haben wollen. Aus dem Reportageauftrag wird ziemlich schnell eine Verfolgungsjagd, bei der die Kinder ohne erwachsene Rückendeckung auskommen müssen.

Die Knickerbocker-Bande auf einen Blick

Wer gehört dazu

Die Bande besteht aus vier Kindern: Axel Klingmeier, Lieselotte „Lilo„ Schroll, Dominik Kascha und Paula „Poppi„ Monowitsch. Ursprünglich stammen sie aus verschiedenen österreichischen Städten – Linz, Kitzbühel, Wien und Graz – und leben ab dem zehnten Band gemeinsam in Wien. Lieselotte ist das „Superhirn„, Dominik das „wandelnde Lexikon„. In diesem Buch wird dies nur ansatzweise herausgearbeitet.

Die Reihe

Die Jugendbuchreihe gibt es seit 1990 auf dem Markt, gestartet mit dem Band „Rätsel um das Schneemonster„. Die Nummer 67 ist im Jahre 2009 auf den Markt gekommen. Hier liegt Band 51 vor. Es ist im Text nicht ersichtlich, dass die Kinder ursprünglich aus Österreich kommen. Typisch österreichische Ausdrücke (wie beispielsweise „Jänner„ statt „Januar„) fehlen völlig, um es an einem Beispiel festzumachen. Einige oberflächliche Bezüge zu den TKKG, die ja anfangs ebenfalls bei Pelikan erschienen sind, sind - zumindest laut Sekundärliteratur - offensichtlich.

Folgt man dem Beitrag in Wikipedia, ist die Buchreihe gut vermarktet worden. So gibt es beispielsweise Erlebniswanderwege in Tirol, Verfilmungen, ein Theaterstück und Detektivzeitschriften.

Der Verlag

Der Ravensburger Buchverlag ist ein Tochterunternehmen der Ravensburger AG, die primär Gesellschaftsspiele und Puzzles herstellt. Für die Reihe bedeutete das eine sehr breite Verfügbarkeit im Buchhandel und in Warenhäusern, was den Bekanntheitsgrad der Knickerbocker-Bande in den neunziger Jahren erklärt.

Die Komodo-Warane

Die Komodo-Warane gibt es wirklich. Ihre Heimat sind einige der Kleinen Sunda-Inseln, die heute zu Indonesien gehören. Sie erreichen eine Größe von drei Metern und ein Gewicht von über 70 kg.

Damit ist der Komodo-Waran die größte gegenwärtig lebende Echse. Es sind tagaktive Tiere. Ihr Futter verändert sich mit dem Alter und zunehmender Körpergröße. Es reicht von Insekten bis hin zu Säugetieren - Mähnenhirschen und Wildschweinen seien hier als Beispiele genannt.

Ein Buch, das diese Tiere schon im Titel zu Drachen erklärt, hätte hier ein dankbares Thema gehabt. Es nutzt es nicht.

Eine Beurteilung

Die Mängel des Buches treten an vielen Stellen deutlich hervor. Da wären beispielsweise die Komodo-Warane. Gibt es diese Tiere wirklich? Wenn ja: Wo leben sie? Wie sehen sie aus? Welche Besonderheiten weisen sie auf? Die Antwort oben habe ich extra in der Internetenzyklopädie Wikipedia nachschlagen müssen.

Wenig Sachwissen, viel Flickwerk

Die fehlende Vermittlung von Wissen ist nicht nur unter pädagogischen Gesichtspunkten bedenklich - die Tiere kommen ja bekanntlich bei uns in Europa nicht vor. Die Geschichte ist auch an vielen Stellen Flickwerk.

Die Handlung beginnt einmal, ohne dass vernünftig erklärt wird, wo die Kinder sind und worum es in der Geschichte geht. Im ersten Teil der Geschichte sind die Komodo-Warane ein wichtiger Bestandteil der Handlung, während sie im zweiten Teil überhaupt nicht mehr vorkommen.

Auch der Artikel, der geschrieben werden soll, ist dermaßen ein Randthema, dass er eigentlich vernachlässigt werden kann.

Der fehlende Sicherheitsfaktor

Jugendbuchreihen gibt es viele. Die drei Fragezeichen, die drei Ausrufezeichen, TKKG und die fünf Freunde seien hier als Beispiele genannt. Diese Jugendbücher haben den Vorteil, dass sie der Lebenswirklichkeit der Kinder entstammen.

Sie erleben ihre Abenteuer in den Schulferien. Die Eltern sind bei Bedarf da, die Kinder also nie komplett auf sich alleine gestellt. Oft genug gibt es auch einen befreundeten Polizisten, der bei den Ermittlungen hilft und am Ende den Übeltäter verhaften kann.

Dieser Sicherheitsfaktor fehlt hier völlig. Es ist nicht immer so ganz ersichtlich, worum es hier geht. Erleben die Kinder einfach nur ein Abenteuer? Bietet das Buch also spannende Unterhaltung? Oder liegt hier auch ein Krimi vor? Dann wird dieser Anteil nicht deutlich genug herausgearbeitet.

Die schwache Auflösung

Insbesondere das Ende ist unter diesem Gesichtspunkt doch sehr schwach geraten. Wie bei den Erwachsenen erzählt auch bei den Jugendlichen in der Regel jemand am Ende, wie die Lösung aussieht.

Er beantwortet die klassischen W-Fragen des Journalismus. Wer hat wann wie was warum gemacht? Auch die Randfiguren sind hinsichtlich ihres Charakters völlig diffus. Ein Beispiel: Dr. Kim Ninta ist anfangs eine knallharte Wissenschaftlerin, die sich nichts gefallen lässt. Doch kaum ist sie in die Hände der Verbrecher gefallen, wirkt sie wie ein Angsthase, der den Kindern nicht helfen kann.

Über den Autor

Thomas Conrad Brezina wurde am 30. Januar 1963 in der österreichischen Hauptstadt Wien geboren. Seine Ausbildung habe ich nun nicht nachgeschlagen. Bekannt ist aber, dass er Buchautor, Musicalautor, Fernsehmoderator, UNICEF-Botschafter und vieles mehr ist. Sein Werkverzeichnis umfasst mehrere hundert Titel, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden – neben der Knickerbocker-Bande vor allem Reihen wie „Die Knickerbocker4immer„, die er Jahre später für die erwachsen gewordene Leserschaft nachlegte.

Für wen lohnt sich das Buch?

Für Kinder, die gerade Freude am selbstständigen Lesen entwickeln, ist der Band brauchbar: kurze Kapitel, klare Sprache, ein exotischer Schauplatz und genug Tempo, damit niemand aussteigt. Wer allerdings einen Kinderkrimi mit sauber gelegter Fährte und befriedigender Auflösung erwartet, sollte eher zu einem anderen Band greifen. Und wer hofft, das Kind lerne nebenbei etwas über Komodo-Warane, wird am ehesten enttäuscht.

Fazit: Lohnt sich Der Schatz der letzten Drachen?

Das Buch bietet gute Unterhaltung für Kinder. Zu hohe Erwartungen sollte man als Leser nicht hegen. Sie könnten sonst enttäuscht werden. Als Einstieg in die Reihe eignet sich der Band nur bedingt, als Ferienlektüre für ein Kind, das ohnehin schon Knickerbocker-Fan ist, taugt er allemal.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in Der Schatz der letzten Drachen?

Lieselotte gewinnt einen Nachwuchsreporter-Preis und soll über Komodo-Warane berichten. Zusammen mit der Knickerbocker-Bande reist sie in die Heimat der Echsen, die als letzte Drachen der Welt gelten. Vor Ort verhalten sich die Tiere auffällig, nachts werden Kisten aus einem Flugzeug abgeworfen, und die vier stoßen auf eine Schatzsuche.

Der wievielte Band der Knickerbocker-Bande ist Der Schatz der letzten Drachen?

Es handelt sich um Band 51 der Reihe. Das Buch erschien 1999 im Ravensburger Buchverlag und umfasst rund 172 Seiten. Die Reihe selbst startete 1990 und wurde später auch in neuen Ausgaben mit anderer Bandzählung veröffentlicht.

Wer gehört zur Knickerbocker-Bande?

Die Bande besteht aus vier Kindern: Axel Klingmeier, Lieselotte „Lilo“ Schroll, Dominik Kascha und Paula „Poppi“ Monowitsch. Sie stammen ursprünglich aus verschiedenen österreichischen Städten und leben ab Band 10 gemeinsam in Wien. Lilo gilt als Superhirn der Gruppe, Dominik als wandelndes Lexikon.

Ab welchem Alter eignet sich das Buch?

Die Reihe richtet sich an Kinder im Grundschul- und frühen Sekundarstufenalter, die schon längere Texte am Stück lesen. Die Kapitel sind kurz, die Sprache ist einfach. Wer bereits TKKG oder Die drei Fragezeichen kennt, kommt hier ohne Probleme zurecht.

Sind die Komodo-Warane im Buch erfunden?

Nein, die Tiere gibt es wirklich. Komodo-Warane leben auf einigen der Kleinen Sunda-Inseln in Indonesien, werden bis zu drei Meter lang und über 70 Kilogramm schwer. Das Buch selbst vermittelt darüber allerdings kaum Wissen, was einer der Kritikpunkte an dieser Ausgabe ist.

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