Troja
Kurzfazit: Wuchtiger Historienfilm mit guten Kampfszenen und schwachem Spiel.
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Preis bei Amazon ansehen →„Troja” kam im Mai 2004 in die Kinos, gedreht von Wolfgang Petersen nach einem Drehbuch von David Benioff, lose auf Grundlage von Homers Ilias. Warner Bros. brachte den Film heraus, das Budget lag bei etwa 175 bis 185 Millionen US-Dollar. Weltweit spielte er rund 497 Millionen US-Dollar ein und war damit der achterfolgreichste Film des Jahres.
Worum geht es in Troja?
Griechenland 1200 v. Christus
Die trojanischen Prinzen Paris und Hektor haben in Sparta mit König Menelaos Frieden geschlossen. Sie feiern dort bei Wein, Weib und Gesang. Helena, Frau des Königs Menelaos, verliebt sich in den Prinzen Paris.
Als Hektor und Paris am nächsten Tag mit ihrer Flotte abreisen, macht Paris seinem Bruder ein überraschendes Geständnis. Auch er hat sich in Helena verliebt und sie heimlich an Bord des Schiffes gebracht, um sie mit nach Troja zu nehmen. Hektor ist wütend über diese Gedankenlosigkeit seines Bruders. Denn wenn Menelaos herausfindet, wo seine Frau ist, würde Sparta Troja angreifen. Hektor möchte Helena sofort zurückbringen. Doch auch er weiß, dass Menelaos seine Frau töten würde. Daher beschließt er, sie nach Troja mitzunehmen. Sein Vater Priamos heißt das Ganze nicht gut, doch nimmt er Helena in sein Haus auf.
In Sparta
Der betrogene König Menelaos ist außer sich. Er möchte nicht nur seine Frau zurück, sondern auch, dass die Trojaner für diesen Verrat bezahlen. Er bittet daraufhin seinen Bruder Agamemnon, König von Mykene, um Hilfe. Agamemnon hat mit Hilfe seines besten Kriegers Achilles in den vergangenen Jahren beinahe ganz Griechenland unterworfen. Natürlich bietet er seinem Bruder seine Hilfe an. Doch mit dem Hintergedanken, Troja zu unterwerfen und seinem Reich einzugliedern.
Achilles
Der Krieger Achilles ist beinahe unverwundbar. Er ist schnell und geschickt und bisher nie besiegt worden. Er hasst Agamemnon, doch will er Ruhm und Anerkennung. Achilles ist des Kampfes müde und möchte sich zur Ruhe setzen, als Agamemnon ihn „bittet”, den Kampf in Troja zu unterstützen.
Achilles ist zwiegespalten. Er fragt seine Mutter Thetis um Rat. Diese sagt ihm voraus, dass er eine Familie gründet und glücklich wird, wenn er nicht in den Kampf zieht. Doch wenn er nach Troja zieht, wird er zwar ein Held sein und über Jahrhunderte hinweg berühmt, aber er wird nicht mehr heimkehren.
Die Überfahrt
Odysseus, ein alter Freund, bittet Achilles, ihn nach Troja zu begleiten. Ohne Achilles und seine 50 Myrmidonen wäre der Krieg nicht zu gewinnen. Achilles’ Cousin Patroklos unterstützt Odysseus’ Bitte, und so überzeugen sie Achilles. Mit einer riesigen Flotte, angeführt von Achilles und seinen Myrmidonen, segeln sie nach Troja.
Dort erobern die Griechen dank Achilles sofort die Küste. Sie plündern den Tempel des Sonnengottes. Dort findet Achilles eine junge Dienerin des Gottes, Paris’ Cousine Briseis. Er nimmt sie als seine Gefangene. Agamemnon beansprucht sie für sich, weil er neidisch auf Achilles’ Ruhm ist. Achilles ist wütend und weigert sich, weiter für Agamemnon zu kämpfen.
Der Kampf
Menelaos fordert Paris zu einem Kampf auf. Paris willigt in den Kampf ein, doch versagt kläglich, da er ein Weichling ist. Hektor mischt sich in den Kampf ein, rettet Paris und tötet dabei Menelaos. Die Griechen greifen daraufhin die Stadt an. Doch dank Hektor kann Troja sich gegen die Griechen behaupten, die ohne Achilles und seine Myrmidonen verlieren. Agamemnon gibt Briseis an Achilles zurück. Doch dieser weigert sich weiterhin, am Kampf teilzunehmen.
Der vermeintliche Achilles
Die Griechen werden nachts von den Trojanern angegriffen. Doch sie schlagen sich wacker. Als ein vermeintlicher Achilles die Myrmidonen anführt, gewinnen sie den Kampf. Doch dieser Achilles wird von Hektor getötet. Hektor merkt zu spät, dass es sich nicht um Achilles, sondern dessen Cousin Patroklos gehandelt hatte. Achilles fordert daraufhin Hektor zum Kampf auf, bei dem Hektor getötet wird. Auf Bitten des Königs Priamos gibt Achilles die Leiche von Hektor heraus und lässt Briseis frei.
Agamemnon glaubt nicht mehr an einen Sieg auf dem Schlachtfeld. Trojas Mauern haben jedem Kampf standgehalten. Daher bittet er Odysseus um eine Kriegslist. Dieser lässt ein riesiges Holzpferd bauen, in dem sich die Krieger verstecken, während die Flotte vorgibt, Troja verlassen zu haben. Nachdem die Trojaner das vermeintliche Opfer an die Götter in ihre Stadt gebracht haben, klettern die Griechen nachts aus dem Pferd und öffnen das Stadttor für das Heer. Die Schlacht um Troja beginnt.
Die Besetzung
Brad Pitt spielt Achilles und trägt den Film körperlich, weniger darstellerisch. Eric Bana ist als Hektor die interessanteste Figur, weil er der Einzige ist, der aus Pflicht und nicht aus Eitelkeit kämpft. Orlando Bloom gibt einen bewusst schwachen Paris, was zur Rolle passt, ihn aber über weite Strecken blass wirken lässt.
Im Hintergrund arbeitet der Film mit erfahrenen Darstellern: Brian Cox als machtgieriger Agamemnon, Sean Bean als kühl kalkulierender Odysseus, Peter O’Toole als Priamos und Brendan Gleeson als Menelaos. Diane Kruger als Helena bekommt kaum Gelegenheit, der Figur mehr zu geben als Anlass zum Krieg zu sein.
Wie frei geht der Film mit dem Mythos um?
Die Götter fehlen
Die auffälligste Änderung gegenüber der Ilias ist das Fehlen der olympischen Götter als handelnde Figuren. In der Vorlage greifen sie ständig ein und lenken den Kriegsverlauf. Im Film werden sie zwar erwähnt und ihre Tempel geplündert, treten aber nicht auf. Die einzige Ausnahme ist Achilles’ Mutter Thetis. Das macht aus dem Stoff ein reines Menschendrama, nimmt ihm aber auch seine mythische Ebene.
Zeit und Figurenschicksale
Die Ilias erzählt nur einen Ausschnitt aus dem neunten Kriegsjahr und endet vor dem Fall der Stadt. Der Film rafft den gesamten Krieg auf wenige Wochen zusammen und führt ihn bis zum Ende. Auch mehrere Figurenschicksale weichen ab, am deutlichsten der Tod des Menelaos durch Hektor. Wer die Vorlage kennt, sollte den Film also als eigenständige Nacherzählung sehen, nicht als Verfilmung.
Kinofassung und Director’s Cut
Die Kinofassung läuft rund 163 Minuten. Der Director’s Cut kommt auf etwa 196 Minuten und startete in den deutschen Kinos am 19. April 2007. Die längere Fassung zeigt die Schlachten deutlich drastischer und gibt einigen Nebensträngen mehr Raum. Wer sich für den Film entscheidet, fährt mit dieser Version besser, weil manche Figurenmotivation dort nachvollziehbarer wird.
Für wen lohnt sich Troja?
Der Film ist etwas für Zuschauer, die große Schlachtenbilder und Zweikämpfe mögen und den Stoff nicht als Literaturverfilmung verstehen. Wer Homer im Kino sucht, wird enttäuscht. Wer einen zweieinhalb bis drei Stunden langen Historienfilm mit klaren Fronten und aufwendiger Ausstattung sucht, bekommt genau das.
Fazit: Lohnt sich Troja?
Ein nicht ganz geschichtstreuer Film. Doch die Action- und Kampfszenen sind gut gemacht. Natürlich sind für uns Frauen auch die muskelbepackten Männer in ihren kurzen Kostümen schön anzusehen. Doch eine schauspielerische Glanzleistung ist der Film nicht. Wer gern Historienfilme sieht und auch Action- und Kampfszenen mag, ist hier gut bedient.
DVD
- Dokumentationen: IM EIFER DES GEFECHTS: Analyse der aufwändigen Actionszenen
- VON DEN RUINEN ZUR REALITÄT: erforscht die Geschichte hinter dem Produktionsdesign
- TROJA - EINE ODYSSEE DER EFFEKTE: enthüllt die Geheimnisse der Spezialeffekte
- Fotogalerie: Galerie der Götter: animierter 3D-Führer in die griechischen Mythen
- Trailer: US-Kinotrailer
Achilles - Brad Pitt Hektor - Eric Bana Paris - Orlando Bloom Helena - Diane Kruger König Agamemnon - Brian Cox Odysseus - Sean Bean König Priamos - Peter O`Toole Briseis - Rose Byrne Menelaos - Brendan Gleeson Thetis - Julie Christie Patroklos - Garrett Hedlund
Regie: Wolfgang Petersen Warner Home Video
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Troja?
Der trojanische Prinz Paris entführt Helena, die Frau des Spartanerkönigs Menelaos, nach Troja. Menelaos ruft seinen Bruder Agamemnon zu Hilfe, der mit einer riesigen Flotte gegen die Stadt zieht und dabei vor allem seine eigenen Machtinteressen verfolgt. Im Zentrum steht der Krieger Achilles, der zwischen Ruhm und Rückzug schwankt.
Wie nah ist der Film an Homers Ilias?
Nicht sehr nah. Die Ilias erzählt nur einen Ausschnitt aus dem neunten Kriegsjahr, der Film rafft den gesamten Krieg auf wenige Wochen. Vor allem fehlen die Götter als handelnde Figuren, lediglich Achilles' Mutter Thetis tritt auf. Auch mehrere Figurenschicksale weichen vom Mythos ab, etwa der Tod des Menelaos.
Wer spielt in Troja mit?
Brad Pitt spielt Achilles, Eric Bana den Hektor und Orlando Bloom den Paris. Diane Kruger ist Helena, Brian Cox spielt Agamemnon, Sean Bean den Odysseus und Peter O'Toole den König Priamos. Regie führte Wolfgang Petersen, das Drehbuch stammt von David Benioff.
Wie lang ist der Director's Cut von Troja?
Die Kinofassung läuft rund 163 Minuten, der Director's Cut rund 196 Minuten. In den deutschen Kinos startete die längere Fassung am 19. April 2007. Sie zeigt die Schlachten deutlich härter und gibt einigen Nebenfiguren mehr Raum.
War Troja an der Kinokasse erfolgreich?
Ja. Bei einem Budget von etwa 175 bis 185 Millionen US-Dollar spielte der Film weltweit rund 497 Millionen US-Dollar ein und war damit der achterfolgreichste Film des Jahres 2004. Ein Großteil des Einspielergebnisses kam dabei von außerhalb der USA.
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