Volbeat – Servant Of The Mind

Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

DIE WIEDERGEBURT DES ELVIS METALS!

Die Band:

200 gründete der Sänger und Gitarrist Michael Poulsen in Kopenhagen die Band Volbeat. Zusammen mit Anders Kjoholm (Bass), Jon Larsen (Schlagzeug) und Teddy Vang (Gitarre) ging es an die Produktion erster Demos. 2005 erschien ihr Debüt „The Strength / The Sound / The Songs“, das in der Metalszene für große Aufmerksamkeit sorgte. Mit dem zweiten Album „Rock The Rebel / Metal The Devil“ gelang Volbeat dann der Durchbruch. Das Album wurde in verschiedenen Szenemagazinen zum Album des Monats gekürt und stieg auf Platz 1 der dänischen Charts ein. Mit ihrem eigenen Sound, einer Mischung aus Elvis Presley und Metallica, mischten die Dänen die Rockszene auf. Die nächsten beiden Alben festigten den Ruf der Band. Auch ihre unwahrscheinlich gute Bühnenpräsenz sorgte dafür, dass sich der Fankreis stetig vergrößerte. Innerhalb der Gruppe gab es auf der Position des Gitarristen immer wieder Umbesetzungen. Frank Gottschalk folgte Teddy Vang und wurde von Thomas Bredahl abgelöst, der seinerseits 2011 das Handtuch warf. In den letzten Jahren wurde der Erfolg kontinuierlich größer, der Sound wandte sich jedoch mehr und mehr dem Mainstream zu.

Das Album:

Wer das Schaffen der dänischen Band rund um Michael Poulsen in den letzten Jahren verfolgt hat, wird keine große Erwartungen gehabt haben. Begonnen mit einer unwiderstehlichen Mischung aus Elvis Presley und Metallica drifteten Volbeat in weiter in den Mainstream ab. Von daher war zu prognostizieren, dass dieser Weg genauso weitergeht. Zumal die im Sommer veröffentlichten Songs „Dagen Før“ (das Volbeat mit der dänischen Popsängerin Stine Bramsen aufgenommen haben) und „Wait A Minute My Girl“ genau in diese Kerben hauen. Insbesondere der letztgenannte Titel ist mit seinem Bläsersatz schon sehr cool. 

Dann kamen die Ankündigung des neuen Albums und die Aussage, dass es doch wieder härter werden soll. Zu dieser Zeit erschien auch das Metallica-Cover „Don´t Trend On Me“, das komplett überzeugte. Mit „Shotgun Blues“ und „Becoming“ gab es weitere Vorboten, welche die Hoffnung aufkeimen ließen, dass Michael Poulsen und seine Männer tatsächlich in die alte Richtung gehen und doch kein Duett mit Andreas Gabalier oder Fischer anstreben. 

Jetzt liegt „Servant Of The Mind“ vor. Selten war ich so gespannt auf ein Album, wie diesmal. Die ersten Klänge des Openers „Temple Of Ekur“ zaubern bereits ein Lächeln aufs Gesicht. Ein treibender, fast an Metallica erinnernder Beat machen deutlich, dass die Volbeat scheinbar Wort halten. Zwar geht der Refrain schon in eher seichte Gefilde. Doch das war ja von Beginn an die große Stärke der Band R1; harte Riffs und Rhythmen mit eingängigen Melodien zu vereinen. Die Hoffnung steigerte sich, dass dies kein Strohfeuer gewesen ist. 

Nach der bereits bekannten Single folgt dann „The Sacket Stones“, ein etwas mehr als sechs Minuten langes Riffmonster, das die düstere Seite von Volbeat zeigt, die man ewig nicht mehr so spielfreudig gehört hat. Und weiter geht es: Über „The Devil Rages On“ und „Step Into Light“ bis zum genialen „Lasse´s Brigitta“ mit seiner fast schon epischen Spielzeit von acht Minuten haben Volbeat Wort gehalten. Der letztgenannte Song zählt für mich zu ihren besten Nummern überhaupt. Das ist das Album, was man sich nach „Beyond Hell / Above Heaven“ gewünscht hat. „Servant Of The Mind“ hat genau die Mischung aus Härte, Riffs und Melodie, die den Sound Volbeat so besonders gemacht haben.

Mit achtzehn Titeln ist die Deluxe-Edition gut bestückt. Sicher wird manch einer sagen, dass sich einige Songs ähneln. Doch das verzeiht man angesichts der Qualität, mit der Volbeat hier zu Werke gehen, sehr gerne. 

Trackliste:

01 R1; Temple Of Ekur

02 R1; Wait A Minute My Girl

03 R1; The Sacred Stones

04 R1; Shotgun Blues

05 R1; The Devil Rages On

06 R1; Say No More

07 R1; Heavens Descent

08 – Dagen Før (feat. Stine Bramsen)

09 – The Passenger

10 – Step Into Light

11 – Becoming

12 – Mindlock

13 – Lasse´s Brigitta

14 – Return To None

15 – Domino

16 – Shotgun Blues (feat. Dave Matrise)

17 – Dagen Før (Michael Vox Version)

18 – Don´t Tread On Me

Fazit:

Yes, Volbeat haben Wort gehalten und legen mit „Servant Of The Mind“ endlich wieder ein Album vor, das komplett überzeugen kann. Mehr noch. Es ist einer der besten ihrer Karriere und perfektioniert ihre Mischung aus Metallica und Elvis. Songs wie „Shotgun Blues“, „Say No More“ oder „Lasse´s Brigitta“ zählen zu den stärksten Titeln. Hoffen wir, dass die eher mainstreamlastigen Seiten nur punktuell auftauchen. Wenn das so wie bei „Wait A Minute My Girl“ passiert, darf das gerne dabei sein, denn auch ihr Hit „Maybellene I Hoftholder“ ging ja in diese Richtung. Insgesamt ein bärenstarkes Album!

Bewertung:

Musik: 5

Instrumentalisierung: 5

Stimme: 5

Abwechslung: 5

Hörspaß: 5


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