Von Mensch zu Mensch

Autorenwertung
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  • Texte
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  • Hörspaß
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  • Gesamt
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Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

DER UNENDLICHE ABSCHIED FINDET SEINEN HÖHEPUNKT!

Die Band:

Einem breiten Publikum ist um Sänger und Songschreiber „Der Graf“ seit 2010 ein Begriff, als der Band aus Aachen mit dem Album „Große Freiheit“ und der Hitsingle „Geboren um zu leben“ der Durchbruch gelang. Das Album mauserte sich zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Album aller Zeiten und verschaffte der Band eine unglaubliche Medienpräsenz, die vom Bundesvision Song Contest, den sie mit „Unter Deiner Flagge“ gewannen, bis hin zur ZDF-Sendung „Willkommen bei Carmen Nebel“ reichte. Gerade mit dieser sogenannten Massenkompatibilität vergraulte der Graf viele Fans der ersten Stunde, die größtenteils aus der Gothic-Szene stammen und ihrem einstigen Idol nunmehr Schlagertümmelei vorwerfen.

Das Album:

Wer vor gut eineinhalb Jahren dachte, dass „“ das letzte Unheilig-Album war, sollte in den kommenden Monaten überrascht werden. Es folgten ein Live-Album der -Tour, ein Unplugged-Album und eine wirklich ausgedehnte Abschiedstournee, die mit einem sehenswerten Konzert im Rhein Energie Stadion in Köln zu Ende ging. Und jetzt noch das: ein weiteres, allerletztes Studioalbum des Grafen. Für die Kritiker des Künstlers Wasser auf der Mühle wirft man ihm doch vor, auch noch den letzten Cent aus seinen Fans herauszuholen. Und es mag stimmen. Die Marketingstrategie des Grafen geht sicher weit über das hinaus, was ich von anderen Bands kenne. Zumindest lässt keine andere Gruppe bei ihren Konzerten ihre Fanartikelpalette über die Videoleinwand laufen. Sei es drum, es wird ja niemand gezwungen die Produkte zu kaufen.

Konzentrieren wir uns auf das, was der Graf seinen Hörern als letzte Hinterlassenschaft zukommen lässt. Und ich wage mich mal aus dem Fenster, wenn ich sage, dass dies das Album ist, welches ich mir nach der Großen Freiheit gewünscht hätte. Noch besser als Gipfelstürmer vereint es die Sounds, die man von Unheilig erwartet: harte, düstere Klänge (nicht umsonst wurden Unheilig oft auch mit Rammstein verglichen) und sanfte Balladen. Hinzugekommen sind halt noch die weichen, oft schon schlagerhaften Töne, die dafür sorgen, dass Unheilig zum Massenphänomen geworden sind. Und dagegen ist auch überhaupt nichts zu sagen, wenn solche Musik dabei herauskommt.

Wer den harten Grafen mag und sich an die alten Puppenspieler-Zeiten erinnert, findet hier mit „Egoist“, „Funkenschlag“ und vor allem „Walfänger“ Titel, die mit Sicherheit begeistern werden. Wer von jeher den sanften Grafen mochte, wird „Ich würd‘ dich gern besuchen“, „Tausend Rosen“ oder „Ein letztes Lied“ hörenswert finden.

Und wenn es um das Thema Massentauglichkeit geht, kann man nur einen Song wie „Mein Leben ist die Freiheit“ nennen, der mir schon beim Abschiedskonzert in Köln riesig gefallen hat.

Textlich beackert der Graf wieder einmal bekannte Themen wie Freiheit, Glück, Liebe und Verlust. Sicher mag das pathetisch und stellenweise auch kitschig oder abgedroschen sein. Doch er spricht Gefühle man, mit denen man sich zu einhundert Prozent identifizieren kann. Und wenn das die eben genannten Attribute erfüllt, kann ich sehr gut und sehr gerne damit leben.

Was die Titel an sich angeht, bin ich mir sicher, dass hier Songs dabei sind, die auf früheren Alben keinen Platz gefunden haben, was jedoch nicht aus Qualitätsgründen passiert ist. Gerade „Der Sturm“ und „Walfänger“ passen thematisch und inhaltlich zur Zeit der Großen Freiheit.

Trackliste:

01 – Auf ein letztes Mal – Intro

02 – Egoist

03 – Von Mensch zu Mensch

04 – Einer von Millionen

05 – Mein Leben ist die Freiheit

06 – Funkenschlag

07 – Ich würd‘ dich gern besuchen

08 – Ein wahres Glück

09 – Legenden

10 – Heimatlos

11 – Der Sturm

12 – Tausend Rosen

13 – Walfänger

14 – Krieger

15 – Ein letztes Lied

16 – Für alle Zeit – Outro

 

Fazit:

Auf einem Online-Musik-Portal habe ich vor Kurzem eine vernichtende und beleidigende Rezension gelesen. Natürlich ist die Bewertung von künstlerischen Resultaten ganz eng mit dem eigenen Geschmack verbunden. Und seit einigen Jahren scheiden sich an Unheilig die Geister. Ich finde jedoch, dass der Graf und seine Mitstreiter ein komplett geiles Album abgeliefert haben. Ich bin sogar geneigt zu sagen, dass es die Klasse der Großen Freiheit hat. Die Mischung aus Rock, Pop, Kitsch und Pathos hat mich abgeholt und mitgenommen. Allerdings glaube ich nicht, dass es des Grafen letztes Werk ist. Ich habe vor einigen Jahren seine Biografie gelesen und war schon von seinem Rücktritt überrascht. Wenn dem so sein sollte, halte ich es mit einem Zitat aus dem Comebacksong der Böhsen Onkelz, die in „Wir bleiben“ singen: „Wer so zurückkommt, darf gerne bleiben“. Nun denn, schauen wir mal, was die Zeit bringt..

 

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