Zuhältertape Volume 4

Autorenwertung
  • Sound
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  • Texte
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  • Melodie
    ein Buchein Buchein Buchhalbes Buchkein Buch
  • Technik
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  • Features
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  • Gesamt
    4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne
Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

BOY IN THE HOOD!

Der Musiker:

Der Rapper heißt mit bürgerlichem Namen Felix Blume und wurde 1984 im hessischen Friedberg geboren. Sein Name ist durch seinen algerischen Stiefvater inspiriert, durch den er auch im Alter von 15 Jahren zum Islam konvertierte. Im Jahr 2003 begann er seine Rap-Karriere. Durch seine Erfolge in der Battle Arena könnte er sich einen hohen Stellenwert in der Szene erarbeiten. Sein erstes Mixtape „Zuhältertapes Volume 1“ bot er frei zum Download an. 2007 erschien sein erstes Soloalbum „Alphagene“. In der Folge erschienen Kollaborationen mit Farid Bang und weitere Alben der Zuhältertapes. Mit seinem Album „King“ erreichte er Platz 1 der deutschen Charts und brach diverse Verkaufsrekorde. Kollegahs Stil orientiert sich ganz intensiv am Gangsta-Rap, wobei er seinen Stil anfangs Zuhälterrap nannte. Ein Begriff, von dem er sich heute distanziert und sich jetzt mehr dem Storytelling-Rap zugehörig fühlt.

Das Album:

Ich gebe zu, dass HipHop und Rap nicht zu meinen bevorzugten Musikgenres gehören. Trotzdem versuchte ich vollkommen unvoreingenommen und erwartungsfroh an die vierte Auflage der Zuhältertapes heranzugehen. Und das ist auch nötig, wenn man sich an dieses Werk heranwagt. Kollegah schlüpft in seine Paraderolle und beleuchtet wirklich jeden Aspekt des kriminellen Milieus. Drogen, Waffendeals, Prostitution – es gibt kaum ein Delikt, dass der Rapper nicht beackert. Und das mit einer Sprache, die einem erst mal den Atem raubt. Düstere Beats und unglaubliche Wortketten prasseln auf den Hörer ein, so dass es kaum möglich ist, die Texte im ersten Hördurchgang komplett zu erfassen.

Der Künstler selbst bestätigt diesen Eindruck, sagte er doch in einem Interview, dass dieses Album definitiv kein Mainstream ist. Wahr gesprochen, Kollegah, denn die Texte sind allesamt nicht für das schnelle Konsumieren gedacht und geeignet. Vielmehr setzen sie ein intensives und bewusstes Zuhören voraus – und sie verlangen auch ein breites Wissen seitens des Hörers. Begriffe aus der Pornobranche werden hier ebenso verarbeitet wie Ghettoslang. Aber auch ein fundiertes Allgemeinwissen ist hilfreich, um die oft sehr doppeldeutigen Texte zu verstehen. Gerade dieser Aspekt hat mir aber hervorragend gefallen. Sicher lasse ich mich gerne auch mal berieseln, aber ebenso gerne kann und darf Musik mich fordern.

So ist es dann auch sehr beeindruckend, was Kollegah auf den Hörer loslässt. Punchlines wie „Du denkst dein Umsatz wär‘ echt Spitze, doch der Boss findet das wenig wie ’ne auffällige Tippse“ oder „Es werden Entscheidungen in engsten Kreisen getroffen wir Profidartscheiben“ kommen genau auf den Punkt. Und was Kollegah in „Angeberprollrap Infinity (Outro)“ loslässt, macht einfach nur sprachlos. Mir würde es schon schwer fallen, diesen Texten fehlerfrei in der Geschwindigkeit zu lesen, geschweige denn zu rappen.

Trackliste:

01 – Intro

02 – Empire Buisness

03 – Blutdiamanten

04 – Kool & The Gang

05 – John Gotti

06 – Schusswaffengeräusche

07 – Bye Bye Mr. President

08 – Hoodtales IV

09 – Kalter Krieg

10 – V.I.P.I.M.P.

11 – Wall Street

12 – Nebel

13 – Tropische Tierpelze

14 – Pittbulls & AKs

15 – Carpe Diem

16 – Mörder

17 – Weißer Testarossa

18 – Winter

19 – Angeberprollrap Infinity (Outro)

20 – Genozid

 

Fazit:

„Zuhältertape Volume 4“ ist sicherlich sehr harte, derbe Kost. In seinen Tracks zeichnet Kollegah ein Weltbild im Glanz des Rotlichtmilieus, dass man sich sicher nicht zum Vorbild nehmen sollte. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass es sich hier um Kunst handelt und die darf und soll provozieren und Grenzen überschreiten. Daher kann ich sagen, dass das Album eine interessante Thematik hat, darauf bezogen kommen die Texte mehr als auf den Punkt und es gibt einen Künstler, der das mit der richtigen Arroganz so rüberbringt, dass man das Gefühl hat, mit ihm durch den Hood zu fahren. Ein starkes, weil ganz anderes Album.

 

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