2 oder 3 Dinge, die ich von ihr weiß

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Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

2 oder 3 Dinge, die ich von ihr weiß

Inhalt
„2 oder 3 Dinge, die ich von ihr weiß“ zeigt den Alltag der jungen Pariser Frau Juliette Jeanson, die sich prostituiert, um die Haushaltskasse aufzubessern. Das sozialkritische Drama porträtiert das städtische Leben der unteren und mittleren Gesellschaftsschichten im Paris der späten 60er Jahre in Form eines kommentierten 24-Stunden-Berichts. Durch den Kommentar des Regisseurs bekommt der Film eine gewisse Richtung, der Kommentar selbst weist den Film als „Essay“ aus, und durch die akzentuierte Wiedergabe mancher Szenen und die sorgfältig eingestreuten Kommentare des Regisseurs im Flüsterton wird deutlich, dass der Film nicht nur das Leben der Hauptprotagonistin Juliette Jeanson zeigen soll, sondern dass er den Zuschauer vor allem zum Nachdenken über Gesellschaftsstrukturen und Handlungsmotive der unterschiedlichen Gesellschaftsschichten anregen soll.

Ein experimenteller Film, der heute als ein Stück Zeitgeschichte gilt
„2 oder 3 Dinge, die ich von ihr weiß“ ist sicher kein Film, der heute noch einmal in ähnlicher Form als sozialkritisches Drama gedreht und vermarktet werden würde. Dafür haben Filme wie etwa „City of God“ zu klar definiert, wie gesellschaftskritische Werke im 21. Jahrhundert angelegt und aufgebaut sind – drastisch, realitätsnah und ohne Wertung. „2 oder 3 Dinge, die ich von ihr weiß“ steht dazu im krassen Gegensatz, was allein schon in der Tatsache begründet liegt, dass der Film nun schon mehr als 40 Jahre alt ist (Erscheinungsjahr 1967). Der Film gehört zu den bekannteren Werken aus Jean-Luc Godards sogenannter „soziologischer Schaffensära“.

Zweifellos ist der Film ein mutiges Werk. Die Kamera folgt der Hauptprotagonistin, und zeigt sie in allen banalen und weniger banalen Situationen ihres Alltags. Regelmäßig wird die Handlung unterbrochen, und die Protagonisten kommentieren selbst das Geschehen. Nach jeder Szene wendet sich der Regisseur flüsternd an den Zuschauer, kommentiert das Geschehen, und stellt an sich selbst gerichtete, teils oberflächliche, meist jedoch tiefschürfende philosophische Fragen.

Für den Zuschauer ist es dabei nicht immer einfach, dem Geschehen zu folgen, denn für heutige Maßstäbe hat der Film einige nicht unbedingt notwendige Längen und wirkt deshalb an einigen Stellen auch etwas zu langatmig, was oftmals jedoch auch auf die „Antiquiertheit“ des Filmes zurück geführt werden kann.


Fazit

Jean-Luc Godard ist wohl zweifellos einer der bedeutendsten Regisseure seiner Generation. „2 oder 3 Dinge, die ich von ihr weiß“ ist eines seiner bekanntesten Werke. Wie auch die meisten seiner anderen Filme polarisiert dieser Film, zum einen aufgrund seines Inhalts und der Wertung des Gezeigten, zum anderen aber auch aufgrund seiner Machart. Godards Filme wurden von der Presse meist positiv aufgenommen, dennoch wurde beispielsweise 2005 ein Beitrag Godards zum Episodenfilm „Paris, je t’aime“ wieder aus dem Film gestrichen.

Der Kommentar des Regisseurs in „2 oder 3 Dinge, die ich von ihr weiß“ kann, vor allem auch aufgrund der verwendeten monotonen Flüsterstimme, auf manchen Zuschauer befremdlich wirken. Der geneigte Zuschauer sollte sich deshalb die Zeit nehmen, sich einmal ohne bestimmte Erwartungshaltung auf dieses „Experiment eines Films“ einzulassen. Wenn der Film dann auch als Zeitdokument und Porträt der 60er Jahre verstanden wird, lohnt sich das Ansehen dieses frühen Werks von Godard in jedem Fall.

Mit einem gewissen Abstand betrachtet bietet dieses sozialkritische Drama sogar auch heute noch gewisse „Anknüpfpunkte“, und zeigt, was in westlichen Gesellschaften häufig nicht gelingt.

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