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Klaus Hessenauer

4 von 5 Redaktion · 2018-07-23 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Ehrliches Selfpublisher-Porträt mit echter Nepal-Erfahrung dahinter.

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Heute ist bei uns zu Gast: Klaus Hessenauer mit seinem Buch: „Unter Gebetsfahnen Trekking und Reiseerlebnisse in Nepal„

Reiseliteratur über Nepal gibt es reichlich, meist aus zwei Quellen: von Verlagen mit Redaktionsteam oder von Expeditionsbergsteigern mit Achttausender-Bilanz. Klaus Hessenauer gehört zu keiner der beiden Gruppen. Er ist Wanderer, Vortragsredner und Selfpublisher, und genau das macht seine Perspektive interessant. Im folgenden Gespräch erzählt er, wie aus einem Jugendtraum, zwanzig Jahren Himalaya-Reisen und einer Reihe von Multimedia-Vorträgen ein gedrucktes Buch geworden ist.

Wer ist Klaus Hessenauer?

Klaus Hessenauer wurde 1950 in Rothenburg ob der Tauber in Franken geboren und lebt im Saarland. Beruflich ging er einen anderen Weg als den, den er sich als Jugendlicher ausgemalt hatte; das Schreiben kam erst im Ruhestand dazu. Seit über zwanzig Jahren führen ihn seine Reisen immer wieder nach Nepal und in den Himalaya, bevorzugt zu Fuß und mit dem Rucksack. Auf seiner Webseite und in seinen Büchern beschreibt er, dass er dabei die stilleren Routen abseits der ausgetretenen Touristenpfade sucht, etwa Mustang mit dem früheren verbotenen Königreich Lo, Khopra Danda oder den Mardi Himal.

Bereits vor über zehn Jahren begann er, Multimedia-Vorträge über diese Touren zu halten. Aus dem Publikum kam irgendwann die naheliegende Frage, warum er das alles nicht aufschreibe. Das Ergebnis ist „Unter Gebetsfahnen”.

Worum geht es in „Unter Gebetsfahnen”?

Der vollständige Titel lautet „Unter Gebetsfahnen: Trekking und Reiseerlebnisse in Nepal”. Das Buch ist als Taschenbuch bei Books on Demand erschienen, umfasst rund 240 Seiten und enthält einen Bildteil mit Farbseiten. Es versteht sich ausdrücklich nicht als Reiseführer im engeren Sinn, sondern als Sammlung von Erlebnissen, Erfahrungen und Anekdoten. Der Autor selbst nennt es im Interview einen „Reiseverführer”.

Die Routen

Neben den Klassikern um Annapurna und Mount Everest, die in jedem Nepal-Buch vorkommen, nimmt Hessenauer seine Leser auf weniger begangene Wege mit. Der Mardi Himal und der Tamang Heritage Trail sind zwei Beispiele, die er selbst nennt. Wer die üblichen Verdächtigen schon kennt, findet hier also tatsächlich neues Material.

Gebetsfahnen und buddhistischer Hintergrund

Der Titel ist nicht nur Dekoration. Zu Beginn geht der Autor auf die spirituelle Bedeutung der allgegenwärtigen Gebetsfahnen ein und ordnet die buddhistische Weltsicht ein, die Reisenden in Nepal an jedem Pass und an jeder Hängebrücke begegnet. Das gibt dem Band einen Rahmen, der über eine reine Etappenerzählung hinausgeht.

Das Interview: Klaus Hessenauer über seinen Weg zum Buch

Vom Jugendtraum zum ersten Manuskript

**Warum wolltest Du Autor werden?**Ich hab schon als Jugendlicher davon geträumt journalistisch oder schreibend tätig zu werden. Beruflich hat sich dann allerdings eine ganz andere Richtung ergeben. Im „Ruhestand„ hab ich dann den Jugendtraum nochmal aufgegriffen.

Wie bist Du dazu gekommen? Meine Leidenschft für das Reisen und Wandern hat mich seit 20 Jahren immer wieder nach Nepal und in den Himalaya geführt. Vor über 10 Jahren habe ich schon damit begonnen Multimedia-Vorträge über unsere Reisen zu halten, und irgendwann wurde ich logischerweise auch gefragt, warum ich all unsere Erlebnisse, Erfahrungen und Anektoden nicht aufschreibe! Ich hab’s getan!

**War es ein schwerer oder einfacher Weg?**Als „Selfpublisher„ war es ein steiniger Weg, aber das bin ich ja gewohnt!

Familie, Hobbys und die ersten Reaktionen

Wie sieht die Familie Deine Lust zum Schreiben? Meine Frau unterstützt mich uneingeschränkt, ihr ist auch mein Buch gewidmet.

Was sind Deine sonstigen Hobbies? Reisen, unter dem Motto „Menschen, Natur, Kultur erleben„ bevorzugt zu Fuß und mit dem Rucksack. Wie schon der alte Goethe, nicht nur Dichter sondern auch ein passionierter Wanderer, sagte: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen„

Wie waren die ersten Bewertungen durch Freunde und Bekannte? Durchweg positiv bis begeistert. Vereinzelt ungläubiges Staunen.

Inhalt und Zielgruppe

Worum geht es in Deinem neuesten Buch? Wie der Titel sagt, Trekking und Reiseerlebnisse in Nepal, kein klassischer Reiseführer, eher ein Reiseverführer in ein faszinierendes Land das mir ans Herz gewachsen ist! Der Leser wird nicht nur auf die Klassiker um Annapurna und Mt. Everest mitgenommen, sondern auch auf „stille Pfade„ wie „Mardi Himal„ oder „Tamang Heritage Trail„ um nur 2 Beispiele zu nennen.

An wen richtet sich das Buch besonders? An Menschem die für fremde Kulturen aufgeschlossen sind, natürlich an potentielle Nepal-Reisende, aber auch für Leser die gerne mal im Kopfkino unterwegs sind ist es sicher eine stimulierende Lektüre.

Cover, Lektorat und Veröffentlichung

Hast Du das Cover selbst gestaltet? Ja, ich habe von meinen Reisen tausende Fotos, das macht die Auswahl nicht leicht, aber ich denke sie ist gelungen!

Gab es professionelle Hilfe durch Layouter, Lektoren, Verlage, etc? Nein, ich habe mir alles als Autodidakt erarbeitet. Für das Korrektorat/Lektorat habe ich die Hilfe eines befreundeten Germanisten in Anspruch genommen, dabei ging es mir in erster Linie um das Verständnis eines von der Thematik unbelasteten Lesers.

Kamst Du über einen Verlag, Selbstverlag, Book on demand, etc. zu der ersten Ausgabe? Die Veröffentlichung ist über BoD erfolgt, damit sind die klassischen Vertriebskanäle, der staionäre Buchhandel über das VLB, die Onlinehändler und auch der Web-Shop abgedeckt. Übrigens auch als e-Book

Vermarktung und Webseite

Vermarktest Du Dein Buch selbst? Ja, auch das eine ganz neue und spannende Erfahrung. Neben den klassischen Buchhandelskanälen auch im Rahmen meiner Reisevorträge.

Hast Du eine eigene Webseite? Ja: https://unter-gebetsfahnen.de/

Selfpublishing über BoD: was das praktisch bedeutet

Hessenauers Antworten sind für alle interessant, die selbst mit dem Gedanken an ein eigenes Buch spielen. Er hat Layout und Gestaltung autodidaktisch erarbeitet und sich beim Korrektorat auf einen befreundeten Germanisten gestützt, mit dem erklärten Ziel, dass ein thematisch unbelasteter Leser den Text versteht. Das ist ein pragmatischer Ansatz: kein Lektorat im Verlagssinn, aber auch nicht die typische Selfpublisher-Falle, den eigenen Text völlig ungeprüft zu veröffentlichen.

Über BoD läuft der Vertrieb anschließend über dieselben Kanäle wie bei Verlagstiteln, also über das Verzeichnis lieferbarer Bücher, den stationären Handel und die Onlinehändler. Was ein Dienstleister wie BoD nicht liefert, ist Sichtbarkeit. Genau hier liegt Hessenauers Vorteil gegenüber vielen anderen Selfpublishern: Er hatte mit seinen Reisevorträgen bereits ein Publikum, dem er das Buch direkt vorstellen konnte. Auch das Cover stammt aus dem eigenen Bildarchiv, was bei tausenden Reisefotos zwar die Auswahl erschwert, aber jede Bildlizenzfrage erspart.

Weitere Bücher von Klaus Hessenauer

„Unter Gebetsfahnen” ist nicht sein einziger Titel geblieben. Bei BoD erschien außerdem „Unterwegs… Tsum Glück”, das sich mit dem Tsum-Tal beschäftigt. Später kam bei story.one der Band „Nepal, Geschichten vom Dach der Welt” hinzu. Alle drei kreisen um dieselbe Region, unterscheiden sich aber in Umfang und Form deutlich voneinander.

Für wen lohnt sich „Unter Gebetsfahnen”?

Wer eine Nepal-Trekkingtour konkret plant und Etappenzeiten, Höhenmeter und Lodge-Empfehlungen sucht, braucht zusätzlich einen klassischen Wanderführer. Das Buch will das ausdrücklich nicht leisten. Sein Wert liegt woanders: Es vermittelt, wie sich diese Wege anfühlen, welche Begegnungen dort möglich sind und was einen an weniger frequentierten Routen wie dem Tamang Heritage Trail erwartet. Für die Entscheidung, ob man überhaupt aufbricht und wohin genau, ist das oft nützlicher als eine Kartenskizze.

Fazit

Ein sympathisches Autorenporträt über jemanden, der nicht schreibt, weil er unbedingt ein Buch machen wollte, sondern weil er etwas zu erzählen hatte. Die zwanzig Jahre Reiseerfahrung sind die eigentliche Substanz, der Selfpublishing-Weg über BoD die konsequente Umsetzung. Wer Nepal im Kopf hat, findet hier eine ehrliche, unaufgeregte Stimme statt Hochglanz-Reisemarketing.

Häufig gestellte Fragen

Wer ist Klaus Hessenauer?

Klaus Hessenauer ist ein Selfpublisher aus dem Saarland, der 1950 in Rothenburg ob der Tauber geboren wurde. Er reist seit über zwanzig Jahren regelmäßig nach Nepal und in den Himalaya und hält seit mehr als zehn Jahren Multimedia-Vorträge über diese Touren. Aus diesen Vorträgen ist sein erstes Buch entstanden.

Worum geht es in Unter Gebetsfahnen?

Das Buch versammelt Trekking- und Reiseerlebnisse aus Nepal. Es ist kein klassischer Reiseführer, sondern eine Sammlung persönlicher Erlebnisse, die von den bekannten Routen um Annapurna und Mount Everest bis zu stilleren Pfaden wie dem Mardi Himal oder dem Tamang Heritage Trail reicht.

Bei welchem Verlag ist das Buch erschienen?

Die Veröffentlichung erfolgte über Books on Demand. Damit ist der Titel über den stationären Buchhandel via VLB, über Onlinehändler und über den Webshop erhältlich. Eine E-Book-Ausgabe gibt es ebenfalls.

Für wen eignet sich das Buch?

Der Autor nennt drei Gruppen: Menschen, die für fremde Kulturen aufgeschlossen sind, konkrete Nepal-Reisende in der Planungsphase und Leser, die gerne im Kopfkino unterwegs sind. Wer einen reinen Routenplaner mit Etappenzeiten sucht, greift zusätzlich besser zu einem klassischen Trekkingführer.

Hat Klaus Hessenauer weitere Bücher geschrieben?

Ja. Neben Unter Gebetsfahnen ist bei BoD der Band Unterwegs… Tsum Glück erschienen. Später kam bei story.one der Titel Nepal, Geschichten vom Dach der Welt hinzu. Alle drei drehen sich um dieselbe Region.

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