Lindenstraße – Das komplette erste Jahr

Autorenwertung
  • Verpackung
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  • Musik
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  • Bonusmaterial
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  • Umsetzung
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  • Einzigartigkeit
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  • Gesamt
    4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne
Rezension von: Kokoro | Rezensionsdatum:

Lindenstraße – Das komplette erste Jahr

Inhalt
Die „Lindenstraße“ ist als Deutschlands erste Soap sicherlich jedem ein Begriff – ob er die Serie schon einmal gesehen hat oder nicht. Tatsache ist, dass es nicht nur die erste Soap in Deutschland war, sondern dass die Serie auch in vielerlei Hinsicht neue Maßstäbe gesetzt hat. Die „Lindenstraße“ ist eine seit dem 8. Dezember 1985 ununterbrochen wöchentlich ausgestrahlte Fernsehserie der ARD, bei der eine einzelne Episode jeweils rund 30 Minuten lang ist.

Geschildert wird dabei fast tagesaktuell das Alltagsleben der „Bewohner“ der Lindenstraße in München, von der Durchschnittsfamilie Beimer über griechische Einwanderer, die ein Lokal betreiben, die Familie Schildknecht, das Hauswartsehepaar Kling, den vietnamesischen Flüchtling Gung, die Arztpraxis des Dr. Dressler und viele andere mehr. Inhaltlich bemerkenswert und besonders an der Serie ist zum einen, dass wirklich normale Menschen mit ihren normalen (natürlich verdichtet dargestellt auf die vorhandenen Schauspieler) Problemen, Ängsten, Sorgen, aber auch Glück und schönen Ereignissen dargestellt werden. Es geht nicht um besonders reiche oder schöne Menschen, sondern eben um „Du und ich“ in der Serie.

Weiterhin ist sicherlich einzigartig an der Serie, dass sie quasi stets tagesaktuell gezeigt wird. Das bedeutet, dass, wenn die Sendung am 8. Dezember ausgestrahlt wird, es auch in der Sendung der 8. Dezember ist; sehr häufig werden auch realpolitische Themen und Ereignisse (wie etwa Bundestagswahlen, Flugzeugabstürze oder Fußballergebnisse) und soziale Entwicklungen (Homosexualität beispielsweise) aufgegriffen. Der Marktanteil dieser Serie war insbesondere in den ersten Jahren – damals gab es noch kein Privatfernsehen – mit durchschnittlich 13 Millionen Zuschauern pro Folge außergewöhnlich hoch, und auch heute noch liegt er bei 3,5 bis 5 Millionen Zuschauern – damit ist die Serie auch wirtschaftlich sehr erfolgreich.

Das hier vorliegende DVD-Set enthält das komplette 1. Jahr dieser Serie, diese umfasst 52 Folgen, angefangen von der ersten Sendung am 8. Dezember 1985 bis zu einer im Dezember 1986 ausgestrahlten Episode. Die elfte DVD ist indes eine reine Bonus-DVD und enthält insbesondere ein sehr interessantes Interview mit Hans Geißendörfer, dem Erfinder der Serie, der zum Teil – insbesondere am Anfang – auch Regie geführt hat. Er schildert darin unter anderem, wie er auf die Idee einer „nicht endenden“ Serie gekommen ist, welche Probleme er hatte, die Finanzierung bei allen ARD-Sendeanstalten zu erhalten, wie er die Schauspieler ausgesucht hat (indem er beispielsweise nur unbekannte Schauspieler verpflichtet hat) und wie er es geschafft hat, dass viele Schauspieler seit nunmehr über 20 Jahren dabei sind.

Weiteres Bonusmaterial (insgesamt mehr als 3 Stunden) umfasst Interviews mit Marie-Luise Marjahn, die die Helga Beimer spielt (seit der ersten Folge bis heute dabei), Castingaufnahmen sowie ein sehr witzig gemachter Trailer, der im Stile eines Steckbriefes für Verbrecher die einzelnen Schauspieler einführt: „Haas, Ludwig, geboren 1933 – ab jetzt wird er sich Dr. Dressler nennen. Für seine Nachbarn wird er einen Sohn haben – Frank. Frank Dressler studiert angeblich Medizin…“. So geht es weiter mit vielen der Schauspieler der ersten Folgen, dann wird aufgelöst: Es ist kein Agententhriller, sondern die von Geißendörfer mit der ARD produzierte Serie Lindenstraße: „Alle diese Damen und Herren sind Schauspieler und spielen in der neuen Serie der ARD mit“. Das Bonusmaterial zeigt auch einen Blick hinter die Kulissen, dass die Lindenstraße als Fassade auf 100 Meter Länge extra gebaut wurde, während die Wohnungen in einer eigenen Produktionshalle in Köln untergebracht sind.

Fazit
Die Lindenstraße wurde und wird noch heute vielfach kritisiert, wie das oft bei Soaps ist. Sicherlich ist eine Soap auch nicht jedermanns Geschmack, wenn es auch – die Marktanteile belegen dies – der vieler Menschen ist. Man muss jedoch den großartigen Erfolg und die vielen Dinge, die durch die Lindenstraße neu in Deutschland eingeführt wurden (industrielle Produktionsform, tägliche Dreharbeiten usw.) anerkennen. Die Tatsache, dass die Serie seit 25 Jahren ununterbrochen läuft, ist an sich aber schon ein großes Kompliment wert, auch an die rund 16 Schauspieler, die seit Tag 1 dabei sind (u.a. die Rollen Helga und Hans Beimer mit „Sohn“ Klaus, Gabi Zenker, Vasily Sarikakis und andere)! Technisch ist die DVD gut gemacht, schön ist auch, dass es mit einer kompletten Extra-DVD wirklich viel Bonusmaterial gibt. Alles in allem ist die „Lindenstraße“ ein interessantes Stück deutscher Zeitgeschichte, unabhängig davon, ob man die Serie mag oder nicht. Für Fans der heutigen Lindenstraße ist es sicherlich ein sehr interessanter Rückblick auf die Anfänge der Serie, als „Klaus Beimer“ noch ein kleiner Junge von ca. 6 Jahren war und Hans und Helga Beimer eine glückliche Ehe geführt haben – waren das noch Zeiten!

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