Mimikresonanz: Gefühle sehen. Menschen verstehen
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Mimikresonanz: Gefühle sehen. Menschen verstehen ist ein Ratgeber von Dirk Eilert zum Erkennen von Gesichtsausdrücken und Mikroexpressionen und lohnt sich für alle, die das NLP-Vokabular aushalten. Die Rezension vom 17. Dezember 2013 vergibt 4 von 5 Punkten: Das 232-seitige Buch ist systematisch aufgebaut und nutzt Fotografien als Trainingsmaterial.
Mimikresonanz: Gefühle sehen. Menschen verstehen.
32,00 € Stand: 28.09.2026
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Schau mir nicht nur in die Augen, Kleines
Die 7-38-55 ist altbekannt, vielleicht nicht in dieser nicht einfachen Regeldefinition, aber ihrem Wesen nach. Sie besagt nämlich, dass bei einer Kommunikation die Gesprächspartner die Wichtigkeit der gegenüberliegenden Aussagen zu 7 Prozent an den Wörtern, zu 38 Prozent an der Stimme und zu 55 Prozent an der Mimik festmachen. Inwieweit die einzelnen Prozentangaben abweichen können, soll hier nicht interessieren, nur festgehalten werden, dass das Grundprinzip jener Regel allen menschlichen Vorfahren, ob bewusst oder unbewusst, bekannt war. Der Körper lügt nicht, und die Mimik ist ein untrüglicher und verlässlicher Anzeiger für Stimmungen und Einstellungen.
Eine sehr professionelle und fundierte Anleitung zur Resonanz, Erkenntnis und Arbeit mit der Mimik hat der NLP-Trainer Dirk Eilert im Junfermann-Verlag vorgelegt. Das Buch ist hilfreich, systematisch gut strukturiert und verbindet gekonnt Wissen und Menschlichkeit, insgesamt ein reichhaltiger, profunder und dank der detaillierten Fotografien äußerst nachvollziehbarer Ratgeber.
Worum geht es in Mimikresonanz?
Der Begriff, den Eilert geprägt hat, meint mehr als Mimik lesen. Resonanz heißt hier: das Gesehene aufnehmen und im Gespräch darauf antworten. Ein Ratgeber, der nur beibringt, wie ein verächtlicher Mundwinkel aussieht, wäre eine Sammlung von Merkmalen. Eilert zielt auf den Schritt danach, also auf die Frage, was man mit dieser Wahrnehmung im laufenden Gespräch anfängt.
Den Kern des praktischen Teils bilden die Mikroexpressionen, jene Gesichtsbewegungen, die nur den Bruchteil einer Sekunde sichtbar sind und Gefühle zeigen, bevor sie kontrolliert oder unterdrückt werden. Sie zu bemerken ist Trainingssache, und genau darauf ist das Buch angelegt. Die zahlreichen Fotografien sind deshalb kein Beiwerk, sondern das eigentliche Lehrmaterial.
Die historische Herleitung
Das Buch mit Charles Darwin als Referenz der Mimikforschung anfangen zu lassen, ist zwar wissenschaftshistorisch absolut logisch, aber dennoch in diesem Rahmen aller Ehren wert. Eilert lässt neben seiner fachlichen Klarheit gekonnt historische und soziologische Aspekte mit einfließen. Das hebt den Band aus der Masse der Körpersprache-Ratgeber heraus, die ihre Behauptungen gern ohne jede Herkunft präsentieren.
Wo das Buch anstrengend wird
Beachten sollte man die grundsätzliche Herangehensweise von NLP-Experten: Sie ist meistens sehr wissenschaftlich, sehr vernunftorientiert und bringt häufig eigentlich sonnenklare Lebensweisheiten mit umständlichen Verklausulierungen und Formelgetue auf den Punkt. Nicht nur die wissenschaftliche Nähe zu modernen Soziobiologen wird hier leider deutlich. Kann man aber zwischen den Zeilen lesen beziehungsweise dieses pseudo-sensationelle Gebaren ein wenig ausklammern, dann hat man unheimlich viel Spaß und Freude an Buch und Autor.
Wenn die in der Moderne leider so verschwenderisch verwendeten Fach- und Kunstausdrücke nicht wären, könnte der Verbraucher diese Schrift wohl noch leichter und weniger demütig annehmen, denn demütig wird man automatisch, wenn einem die Fachwörter derart um die Ohren knallen. Embleme, Facial Feedback oder Facial Display Rules haben einfach in der Wirklichkeit unserer Beziehungen, und darauf will der Autor hinaus, nichts verloren.
Die Grenzen der 7-38-55-Regel
Ein Wort noch zu der eingangs genannten Faustformel, weil sie in Ratgebern dieser Art gern als Naturgesetz auftritt. Sie stammt aus der Kommunikationsforschung und beschreibt eine sehr eng gefasste Versuchsanordnung. Wer sie so liest, als seien Worte in jedem Gespräch nur sieben Prozent wert, überdehnt sie deutlich. Für die Arbeit mit diesem Buch ist das nicht weiter tragisch: Man braucht die Zahlen nicht, um vom Trainingsteil zu profitieren.
Was man beim Lesen mitnimmt
Nichtsdestotrotz ein sehr praktisches Buch, mit dem man schnell und unkompliziert sich selbst und vor allen Dingen andere Gesprächspartner anhand der Gesichtsausdrücke verstehen kann. Darüber hinaus bewirken die sehr feinfühligen und tiefgründigen Erkenntnisse des Autors, dass die Leser weit mehr als nur etwas über die Mimik erfahren. Es geht richtig tief, richtig gut und sensibel in das menschliche Unbewusste, welches sich autonom im Körper ausdrücken will und so auch verstanden werden kann.
Der Ertrag hängt allerdings stark davon ab, wie man mit dem Buch umgeht. Einmal durchlesen bringt Wissen, aber keine Fähigkeit. Die Bildstrecken sind zum Wiederholen gedacht, und erst nach mehreren Durchgängen fällt einem im echten Gespräch auf, dass da gerade etwas über ein Gesicht gelaufen ist.
Nützlich ist dabei die Reihenfolge, in der Eilert vorgeht. Er beginnt bei den klar unterscheidbaren Grundemotionen und arbeitet sich zu den Mischformen und zu den sehr kurzen Signalen vor. Wer diese Reihenfolge einhält und nicht gleich mit den schwierigen Fällen anfängt, kommt deutlich schneller voran. Wer dagegen quer einsteigt, verwechselt am Anfang zuverlässig Ärger mit Konzentration und Überraschung mit Angst, weil die beteiligten Muskelbewegungen sich ähneln.
Für wen lohnt sich Mimikresonanz?
Am meisten haben Menschen davon, die beruflich im direkten Kontakt arbeiten: in Beratung und Verkauf, in Führungspositionen, im Coaching, in Therapie und Pflege, im Unterricht. Überall dort, wo die gesprochene Antwort nicht die ganze Antwort ist, zahlt sich geschultes Hinsehen aus.
Wer dagegen ein Buch zum Entlarven von Lügen sucht, greift daneben. Eilert liefert keine Trickliste, sondern ein Wahrnehmungstraining, und er sagt an mehreren Stellen deutlich, dass ein Gesichtsausdruck eine Emotion anzeigt und nicht deren Ursache. Diese Zurückhaltung ist eine der Stärken des Buches, auch wenn sie manchem Leser die erhoffte Sensation nimmt.
Wer eine Abneigung gegen NLP-Sprache hat, sollte vorher hineinlesen. Das Vokabular ist nicht nebensächlich, es zieht sich durch. Wer es aushält, bekommt dafür einen der gründlichsten deutschsprachigen Titel zum Thema.
Fazit: Lohnt sich Mimikresonanz?
Auch mit einer sehr eigenwilligen, sehr persönlichen Einleitung ein nicht nur authentisches, sondern sehr effektives Buch, bei dem man die üblichen NLP-Formulierungen und Eingrenzungen am besten mit wegdenkt. Dann hat man alles, was man braucht, um der Wirklichkeit, die sich im Körper widerspiegelt, näher zu kommen.
Erschienen ist der Band 2013 im Junfermann Verlag, er umfasst 232 Seiten und liegt auch als E-Book vor. Für ein Fachbuch dieser Art ist das ein handlicher Umfang, der zum wiederholten Durcharbeiten einlädt, und genau so sollte man es auch benutzen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Mimikresonanz?
Mimikresonanz ist der von Dirk Eilert geprägte Begriff für das Wahrnehmen von Emotionen im Gesicht des Gegenübers und das Antworten darauf im Gespräch. Das Buch Mimikresonanz: Gefühle sehen. Menschen verstehen trainiert dafür systematisch das Erkennen von Gesichtsbewegungen.
Was sind Mikroexpressionen?
Mikroexpressionen sind Gesichtsbewegungen, die nur den Bruchteil einer Sekunde sichtbar sind und Gefühle zeigen, bevor diese kontrolliert oder unterdrückt werden. Im Buch Mimikresonanz bilden sie den Kern des praktischen Teils, geübt wird mit zahlreichen Fotografien.
Wann ist Mimikresonanz erschienen und wie umfangreich ist es?
Mimikresonanz von Dirk Eilert erschien 2013 im Junfermann Verlag und umfasst 232 Seiten. Das Buch liegt auch als E-Book vor, und die Fotografien sind laut Rezension das eigentliche Lehrmaterial.
Was besagt die 7-38-55-Regel?
Die 7-38-55-Regel besagt, dass Gesprächspartner die Wichtigkeit einer Aussage zu 7 Prozent an den Worten, zu 38 Prozent an der Stimme und zu 55 Prozent an der Mimik festmachen. Laut Rezension von Mimikresonanz stammt sie aus der Kommunikationsforschung, beschreibt eine eng gefasste Versuchsanordnung und wird in Ratgebern gern als Naturgesetz überdehnt.
Für wen eignet sich das Buch?
Mimikresonanz eignet sich vor allem für Menschen, die beruflich im direkten Kontakt arbeiten, etwa in Beratung, Verkauf, Führung, Coaching, Therapie, Pflege und Unterricht. Wer ein Buch zum Entlarven von Lügen sucht, ist hier falsch, denn Dirk Eilert liefert ein Wahrnehmungstraining statt einer Trickliste.
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