Als wenn es gar nichts wär

Autorenwertung
  • Musik
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  • Instrumentalisierung
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  • Stimme
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  • Abwechslung
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  • Hörspaß
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  • Gesamt
    4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne4.5 Sterne
Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

EIN ABSOLUTER HOCHGENUSS!

Der Musiker:

ist neben einer der bekanntesten Berliner Liedermacher. Eben dort geboren und aufgewachsen begann er nach seinem Realschulsbschluss und einer Ausbildung zum Großhandelskaufmann damit, eine Schauspielausbildung zu absolvieren. Ab 1974 spielte er an der Freien Volksbühne Berlin und am Hamburger Thalia Theater. Bekannt wurde er durch seine Hauptrolle in dem Film „Die neuen Leiden des jungen W.“, für die er mit dem Bambi und der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde. Nebenher trieb er auch seine Karriere als Musiker voran. 1975 erschien sein erstes Album „Klaus Hoffmann“. Sein Stil pendelt zwischen Bob Dylan, dem französischen Chanson und wird auch vom Berliner Chanson im Stil von Hildegard Knef oder Harald Juhnke geprägt. Gerade seine Heimatstadt ist immer wieder Gegenstand seiner Texte. Auch als Autor konnte Klaus Hoffmann Erfolge feiern. 2000 erschien sein erster Roman „Afghana“, dem zwei weitere folgten, bevor er 2012 seine Biografie „Als wenn es gar nichts wär“ veröffentlichte.

Das Album:

2012 überraschte Klaus Hoffmann seine Fans gleich doppelt: zum einen mit der schon erwähnten Biografie, zum anderen mit dem neuen Album „Berliner Sonntag“. Natürlich ging es damit auch wieder auf Tournee – jedoch nur mit leichtem Gepäck. Das bedeutet, dass ihn nur sein langjähriger Weggefährte Hawo Bleich am Klavier begleitete. Diese Konzertreise führte Klaus Hoffmann auch wieder an eine alte Wirkungsstätte, nämlich ans Thalia Theater, wo dieser Mitschnitt aufgezeichnet wurde.

Wie der Albumtitel verrät, steht Hoffmanns gleich betitelte Biografie im Mittelpunkt seines zwanzigsten Livealbums! Etwas mehr als zwei Stunden nimmt der Berliner Liedermacher seine Zuhörer auf eine imposante Reise mit. Wer ihn kennt, weiß, dass er einer der besten Geschichtenerzähler des Landes ist. Hinzu kommt, dass Klaus Hoffmann jegliche Starallüren fremd sind und er sich auf der Bühne so zeigt, wie er ist. So sind seine Konzerte von Humor und Situationskomik geprägt. Er nutzt jede Gelegenheit zur Improvisation und bezieht sein Publikum mit ein. Natürlich ist es eine Steilvorlage, wenn mitten im Konzert ein Handy klingelt.

Das Programm ist so aufgebaut, dass Klaus Hoffmann im Wechsel erzählt, liest und singt. Hawo Bleich begleitet ihn sehr gut und nicht einmal vermisst man weitere Musiker. Im rasanten Wechsel ist Hoffmann nachdenklich, melancholisch oder lustig. Seine Texte haben eine nachhaltige Tiefe und seine Lieder zählen zum besten und anspruchsvollsten, was die deutsche Musiklandschaft zu bieten hat.

Allerdings muss man sich bewusst machen, das ein Album von Klaus Hoffmann (egal ob Live oder Studioproduktion) nichts für den schnellen Musikgenuss ist. Wer beim Abwasch ein wenig mitträllern möchte, ist hier nicht so gut bedient. Vielmehr verlangen die Alben nach einem aufmerksamen Zuhörer, der, wie auch in diesem Fall, mit großer Kunst und außergewöhnlich guten Texten belohnt wird.

Trackliste CD 1:

01 – Wenn ich dich wiederseh

02 – Text

03 – Wenn ich’s hier schaff, schaff ich’s überall

04 – Maoam und Magdalene

05 – Text

06 – In meinem Kiez

07 – Text

08 – Der König der Kinder

09 – Text

10 – Kann nicht verzeihen

11 – Weil du nicht bist wie alle ändern

12 – Text

13 – Berliner Sonntag

14 – Wer hat gesagt

15 – Text

16 – Was bleibt

17 – Estaminet

18 – Brett vorm Kopp

19 – Text

20 – Ich trag dich immer mit mir rum

21 – Hier bin ich zu Haus

22 – Amsterdam

Trackliste CD 2:

01 – Madelaine

02 – Text

03 – Der Säufer

04 – Text

05 – Für det bisschen Zärtlichkeit

06 – Text

07 – Ferdinand

08 – Text

09 – Tutto I’amore

10 – Text

11 – Bitte geh nicht fort

12 – Text

13 – Was fang ich an in dieser Stadt

14 – Heut Nacht

15 – Text

16 – Als wenn es gar nichts wär

17 – Blinde Katharina

18 – Ein kleines Lied

19 – Text

20 – Salambo

21 – Schisslaweng

22 – Mein Weg

 

Fazit:

Wer sich einmal mit dem Schaffen von Klaus Hoffmann beschäftigt hat, wird nicht mehr von ihm loskommen. Und wer ihn einmal auf der Bühne gesehen hat, kann verstehen, warum seine Fans wieder und wieder zu ihm gehen. Es gibt in Deutschland nur wenige Künstler, die über eine solche Bühnenpräsenz verfügen. „Als wenn es gar nichts wär“ ist ein Musterbeispiel dafür. Die Mischung aus Musik, Text und Improvisation ist absolut beeindruckend. Ein Album für ruhige Stunden und ein Beleg für die Klasse von Klaus Hoffmann.

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