Berlin (Ein akustischer Tanz auf dem Vulkan)

Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

ZWISCHEN SINATRA UND BABYLON !

Die Band:

2004 setzen sich Thorsten scharf (Gesang), Jacek Zyla (Gitarre), Peter Haag (Bass) und Frank Jooss (Schlagzeug) im fränkischen Speicherdorf zusammen und gründeten eine Band, wobei von Beginn an eine spezielle Visualisierung im Mittelpunkt stehen sollte. So maskierten sich die Musiker und gaben sich Pseudonyme gemäß der Himmelsrichtungen (Nord, Ost, Süd, West). Schon ein Jahr später ging die Band mit J.B.O. auf Tour. 2008 debütierten Hämatom mit dem Album „Wut“. Erst nach dem Wechsel zum Label Rookies & Kings und dem dritten Album „Wenn man vom Teufel spricht“ gelang eine Platzierung in den deutschen Charts. Als einer der Vertreter der Neuen Deutschen Härte wuchs die Fandgemeinde kontinuierlich an. „Wir sind Gott“ platzierte sich als erstes Album in den Top 5 der Charts. 

Das Album:

Auch Hämatom leiden unter den Einschränkungen, die Corona mit sich bringt. So machte die Band aus der Not eine Tugend, ging ins Studio und nahm ein Album auf, das sich auf einem gänzlich anderen Parkett bewegt, als die bisherigen Longplayer. „Berlin“ ist ein akustisches Album im Stile der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Das heißt, akustische Instrumente und satte Bläsersektionen. Doch anders als viele andere Bands, die hier auf bewährtes Material zurückgreifen und dieses im neuen Gewand präsentieren, haben Hämaton neue Songs dafür komponiert, die auch textlich in diese Zeit passen. 

Mit dem Opener „Tanz auf dem Vulkan“ gibt es das große Highlight gleich zu Beginn. Ein mitreißender Song, der durchaus der Titelsong für eine neue Staffel von „Babylon Berlin“ sein könnte. Das gilt gleichermaßen für das Dolly-Parton-Cover „Jolene“, aus dem hier „Berlin“ wird.

Im weiteren Verlauf ist es erstaunlich zu sehen, wie sicher Hämatom auf diesem Parkett bewegen. Egal ob Polka („Werft die Gläser an die Wand“) oder satter Big Band Swing („Die Welt ist High“) die vier Jungs aus Franken überraschen mit einer großen Wandelbarkeit. Wirkliche Ausfalle gibt es auf diesem Album nicht. Das abschließende „Nichts bleibt für immer“ bleibt etwas farblos und stimmlich ist Sänger Nord bemüht seinen Vocals die richtigen Nuancen zu geben. Doch diese kleinen Schönheitsfehler verzeiht man bei diesem kurzem (die Spieldauer des Albums beträgt nur 32 Minuten) und kurzweiligen Werk gerne.

Trackliste:

01 – Tanz auf dem Vulkan

02 – Beweg dein A****h

03 – Au Revoir 

04 – Berlin

05 – Zwischen Gangstern und Ganoven

06 – Werft die Gläser an die Wand

07 – Ein Herz und eine Kehle

08 – Du bringst mich um

09 – Die Welt ist high

10 – Nichts bleibt für immer

Fazit:

Hämatoms Ausflug in die Welt der goldenen 20er Jahre kann durchaus als geglückt angesehen werden. „Berlin (ein akustischer Tanz auf dem Vulkan)“ ist eine gelungene Mischung aus Swing und Akustik, die die harten Jungs von einer anderen, sehr interessanten Seite zeigen.

Bewertung:

Musik: 4,5

Instrumentalisierung: 5

Stimme: 3,5

Texte: 4

Hörspaß: 4,5

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