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Bon Jovi - Forever

3,5 von 5 von michaelkrause2 · 2024-06-16 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Zwischen Stadion, Country, Highway und Fernsehgarten!

Forever
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Über die Band

Bon Jovi zählen zu den erfolgreichsten Rockbands aller Zeiten. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum erschien 1984 mit mäßigem Erfolg. Es folgten Tourneen als Support von Kiss oder den Scorpions. Mit ihrem dritten Album „Slippery When Wet“ gelang ihnen der internationale Durchbruch. Titel wie „Livin’ On A Prayer“, „You Give Love A Bad Name“ oder „Wanted Dead Or Alive“ wurden zu weltweiten Hits. Von diesem Zeitpunkt an nahm die Erfolgsgeschichte der Musiker aus New Jersey ihren Lauf. Hits wie „Keep The Faith“ oder „It’s My Life“ sind mitverantwortlich dafür, dass die Band rund 130 Millionen Alben verkauft hat und auf ihren Tourneen die Stadien der Welt füllt.

Wie sich der Sound verändert hat

In den Jahren hat sich der Sound mehrfach verändert. Waren die ersten Werke klar dem Hard Rock zuzuschreiben, experimentierten sie auf „These Days“ mit Blues Rock, auf „Crush“ mit poppigen Elementen oder auf „Lost Highway“ mit Country Rock. Diese Linie ist wichtig, um „Forever“ einordnen zu können: Die Band bewegt sich seit rund zwei Jahrzehnten in einem Feld zwischen Radio-Rock, amerikanischer Songwriter-Tradition und großformatiger Produktion. Wer hier die Glam-Rock-Attitüde der 80er sucht, sucht am falschen Ort.

Wer auf dem Album spielt

Neben Jon Bon Jovi am Mikrofon sind die langjährigen Weggefährten David Bryan an den Keyboards und Tico Torres am Schlagzeug dabei, dazu Hugh McDonald am Bass, Phil X an der Leadgitarre, Everett Bradley an der Perkussion und John Shanks an der Rhythmusgitarre. Richie Sambora, der die Band 2013 verlassen hat, ist nicht beteiligt.

Worum geht es auf Forever?

Nach dem letzten Album „2020“ war man nicht sicher, ob Bon Jovi überhaupt noch einmal ein Album herausbringen würden. Umso mehr war man überrascht, als im März ein Teaser und kurz darauf die Single „Legendary“ einen neuen Longplayer ankündigten. Dieser liegt mit „Forever“ vor und markiert das sechzehnte Werk. Veröffentlicht wurde es am 7. Juni 2024.

Der Titel ist Programm. „Forever“ ist ein Album über Beständigkeit, über das Weitermachen und über den Blick zurück auf ein langes Bandleben. Das schlägt sich in den Texten ebenso nieder wie in der Auswahl der Themen: Herkunft, Freundschaft, Zusammenhalt, der eigene Anfang als Musiker. Große Gesellschaftsentwürfe sucht man auf den zwölf Titeln nicht.

Ein Punkt gehört zur Einordnung dazu: Jon Bon Jovi hatte sich 2022 einer Operation an den Stimmbändern unterzogen und war noch in der Rehabilitation, als das Album erschien. Eine reguläre Tournee zur Platte kam deshalb nicht zustande. In den USA stieg „Forever“ in der ersten Woche auf Platz fünf der Billboard 200 ein, konnte diese Position aber nicht halten.

Das Album im Überblick

Natürlich ahnt man, dass es kein zweites „New Jersey“ mehr geben wird. In den letzten Jahren wechselten sich Licht und Schatten ab, und die Männer um Frontmann Jon Bon Jovi haben ihren Stil gefunden, der mit dem Glam- und Hardrock der Anfangsjahre oft nur noch wenig zu tun hat.

So ist „Forever“ ein typisches Bon-Jovi-Album der Dekade mit der Zahl „2“ am Anfang geworden. Der Frontmann selbst hat es als bestes Album der Band seit „Lost Highway“ aus dem Jahr 2007, mindestens aber seit „Have A Nice Day“ von 2005 bezeichnet. Ob das wirklich zutrifft, wage ich nicht zu sagen. Es reiht sich in die Riege der Alben ein, was aber nicht negativ oder despektierlich gemeint ist. Ich verfolge das Schaffen von Bon Jovi seit ihrem zweiten Album „7800 Fahrenheit“ und habe definitiv schon schwächere Alben von ihnen gehört.

Die Songs im Einzelnen

Legendary und Living Proof

Songs wie die erste Single „Legendary“ oder auch „Living Proof“ untermauern den Sound, der in der Überschrift meines Erachtens treffend zusammengefasst wurde. Beide sind auf Mitsingbarkeit gebaut, mit klar gesetztem Refrain und ohne Umwege. Als Visitenkarte für das Album funktioniert das, es sagt aber auch schon alles darüber, in welche Richtung die Reise geht.

Waves

Mit „Waves“ gibt es einen ersten Höhepunkt. Hier greifen Melodie und Arrangement so ineinander, dass der Song über den soliden Durchschnitt der ersten Albumhälfte hinauskommt.

Walls Of Jericho, My First Guitar und Hollow Man

Die echten Perlen sind eher im hinteren Bereich versteckt: „Walls Of Jericho“, „My First Guitar“ und „Hollow Man“ erreichen zwar nie die Intensität früherer Großtaten, stellen aber die Fangemeinde sicher zufrieden. Gerade „My First Guitar“ trifft den nostalgischen Ton, den das Album insgesamt anschlägt, ohne dabei in Kitsch zu kippen.

Kiss The Bride

Ein Schmachtfetzen wie „Kiss The Bride“ gehört ebenfalls dazu, obgleich auch hier das Bett voller Rosen unerreicht bleiben wird. Die Ballade erfüllt ihren Zweck im Albumfluss, hat aber keine Chance gegen die großen Vorbilder aus dem eigenen Katalog.

Was auf Forever fehlt

Zwei Dinge fallen auf. Erstens die Gitarrenarbeit: Phil X und John Shanks liefern saubere, funktionale Parts, doch die unverwechselbare Handschrift, die Richie Sambora den klassischen Alben gegeben hat, bleibt eine Leerstelle. Zweitens die Kanten. „Forever“ ist durchgehend hörbar, aber selten überraschend. Es gibt keinen Song, der die Erwartungshaltung wirklich bricht.

Dazu kommt die fehlende Bühne. Bon-Jovi-Songs leben traditionell davon, dass sie vor Zehntausenden funktionieren. Ohne Tournee blieb dieses Album auf die Konserve beschränkt, was seiner Wirkung nicht geholfen hat.

Trackliste

01 - Legendary

02 - We Made It Look Easy

03 - Living Proof

04 - Waves

05 - Seeds

06 - Kiss The Bride

07 - The Peoples House

08 - Walls Of Jericho

09 - I Wrote A Song For You

10 - Living In Paradise

11 - My First Guitar

12 - Hollow Man

Für wen lohnt sich Forever?

Für die bestehende Fangemeinde ist das Album eine sichere Sache. Wer die Band seit den 2000er-Jahren begleitet und den melodischen, breit produzierten Sound schätzt, bekommt zwölf Titel, die verlässlich liefern. Auch Hörer, die amerikanischen Melodierock jenseits der harten Gangart mögen, finden hier Anschluss.

Wer dagegen über die frühen Alben zur Band gekommen ist und Hard Rock erwartet, wird enttäuscht. Und wer Bon Jovi bisher nichts abgewinnen konnte, findet auf „Forever“ keinen Anlass, das zu ändern.

Fazit: Lohnt sich Forever?

Die Frage, ob das Album mit Richie Sambora anders oder gar besser geworden wäre, möchte ich hier gar nicht aufmachen. Fest steht, dass „Forever“ ein durchaus gutes und hörbares Werk geworden ist. Wer die Gruppe bisher nicht mochte, braucht jetzt auch nicht mehr damit zu beginnen. Und wer harten Stadionrock erwartet, ist ebenfalls falsch. Bon Jovi bedienen eher eine breitere Masse und sind, wie ihre Fangemeinde, in die Jahre gekommen. Trotzdem hat das Album seine richtig guten Momente und mir durchaus gefallen.

Unsere Bewertung

Musik: 3,5

Instrumentalisierung: 4,5

Stimme: 4

Abwechslung: 3,5

Hörspaß: 3,5

Häufig gestellte Fragen

Wann ist Bon Jovi - Forever erschienen?

Das Album kam am 7. Juni 2024 heraus und ist das sechzehnte Studioalbum der Band. Angekündigt wurde es im März 2024 mit einem Teaser und der Vorabsingle „Legendary“. In den USA stieg es in der ersten Woche auf Platz fünf der Billboard 200 ein, hielt sich dort aber nicht.

Wie viele Songs hat Forever?

Die reguläre Ausgabe enthält zwölf Titel, von „Legendary“ als Auftakt bis „Hollow Man“ am Schluss. Die Spielzeit bleibt damit deutlich unter den langen Doppelalben der 90er-Jahre. Kompakt ist das Album schon deshalb, weil es keine Instrumentalstrecken oder Zwischenspiele gibt.

Ist Richie Sambora auf dem Album dabei?

Nein. Die Gitarrenarbeit übernehmen Phil X und John Shanks, Sambora hat die Band 2013 verlassen. Wer die charakteristischen Soli der klassischen Alben sucht, wird sie auf „Forever“ nicht in dieser Form wiederfinden.

Warum gab es keine große Tournee zum Album?

Jon Bon Jovi hatte sich 2022 einer Operation an den Stimmbändern unterzogen und war zum Erscheinungstermin noch in der Rehabilitation. Eine reguläre Tournee zur Platte war deshalb nicht möglich. Das erklärt auch, warum das Album live kaum präsent war.

Für wen lohnt sich Forever?

Vor allem für die bestehende Fangemeinde und für Hörer, die den melodischen, breit produzierten Bon-Jovi-Sound der letzten Jahre mögen. Wer harten Stadionrock im Stil von „Slippery When Wet“ erwartet, greift besser zu den frühen Alben.

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