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Dampfnudelblues

Redaktion · 2011-07-18 · aktualisiert 2026-10-01

Antwort

Dampfnudelblues ist der zweite Krimi um den Polizisten Franz Eberhofer in Niederkaltenkirchen, in dem ein unbeliebter Realschulrektor von einem Zug zerfetzt aufgefunden wird. Die Rezension vom 18. Juli 2011 lobt die Krimis aus der bayerischen Provinz für Humor und Authentizität und wartet auf den dritten Fall.

Dampfnudelblues: Der zweite Fall für den Eberhofer – Ein Provinzkrimi (Franz Eberhofer, Band 2)
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Endlich ist er da, der zweite Krimi rund um Franz Eberhofer in Niederkaltenkirchen und rund um die Abgründe in der bayerischen Provinz. Hallelujah!

Worum geht es in Dampfnudelblues?

Diesmal geht es nicht um einen Vierfachmord wie in Winterkartoffelknödel, dem ersten Band aus der niederbayerischen Provinz, aber das geht ja auch nicht, wie der Franz ausrechnet, bei vier Toten und mindestens einem Mörder dazu wäre Niederkaltenkirchen ja bald entvölkert. Das geht fei net! So haben wir es diesmal auch nur mit einem Mordopfer zu tun, einem zumal, dem absolut niemand nachweint. Der Höpfl ist Rektor an der Realschule und so beliebt, dass zu seiner Beerdigung sich weder ein Kollege von der Schule, noch ein Schüler oder eine Schülerin sehen lassen. Da geht man tatsächlich doch lieberzu Mathe. Wäre nicht die Schwester des Toten, die ihn aber auch nicht die Bohne leiden kann, der Franz quasi dienstlich und die Mooshammer Liesl, die zu jeder, aber absolut jeder Beerdigung geht, erschienen, wäre der Höpfl unbegleitet in die Ewigkeit eingegangen. Dabei gibt es auch kaum etwas zu beerdigen, den Höpfl hat ein Zug völlig zerfetzt, nur der augenlose Kopf ist noch erhalten, und auch gerade darum ist es für den Franz - mal wieder - schwierig, seine Vorgesetzten von einem Mord zu überzeugen. Aber neben der „Nase„ vom Franz gibt es noch so ein paar Ungereimtheiten: Wo war der Höpfl, als er plötzlich verschwunden war, und wer hat „Stirb, du Sau!„ an seine Hauswand geschmiert?

Aber auch ein Sauberkeitsfanatiker wie der Höpfl kann ein schmutziges Geheimnis haben, was ihn nicht sympathischer macht, es gibt doch noch einen Toten mehr, wenn auch in Landshut, und Franz hat, wie immer, auch noch private Probleme. Leopold, der Bruder, die Schleimsau, lädt sein Kind beim Franz ab, da die Mutter, eine Thailänderin, zum Sprachkurs geht und der Leopold sich natürlich nicht selbst um sein Kind kümmern kann. Dieses Kind, das der Franz konsequent Sushi nennt, scheint aber sehr klug zu sein, denn es liebt einzig und allein den Franz und nur in seinen Armen oder auf seiner Brust schläft es problemlos ein. Wenn der Franz nicht da ist, ist das Geschrei groß. Weder der kiffende und Songs der Beatles hörende Vater, noch der Leopold selbst kann das Kind beruhigen. Weiter findet der Leopold es auch nicht so toll, dass der Vater eines Polizisten hinter dem Schuppen Cannabis zieht und der Franz findet es nicht so toll, dass er zum Fußball abkommandiert wird, um den neuen angolanischen Stürmerstar zu schützen, oder um in Landshut zur Landshuter Hochzeit, einem Mittelalterspektakel, präsent zu sein. So hat jeder sein „Packerl„ zu tregen und wenn die Oma nicht so supergut kochen könnte und der Wolfi nicht immer ein Bier für die erschöpften Niederkaltenkirchener hätte, wär das Leben kaum zu ertragen. Denn auch das Gspusi des Franzl, die Susi, ist weg und hat einen Neuen. Nur gut, dass der Franz „eine Nase„ hat und wenigstens seinen Fall aufklären kann.

Fazit: Lohnt sich Dampfnudelblues?

Eigentlich kann ich zu diesen Krimis aus der tiefsten Provinz nur sagen, dass ich schon Minuten nach dem Auslesen nur noch auf den dritten Fall warte. Händeringend - und zwischenzeitlich werde ich die Rezepte der Oma (sie sind im Anhang abgedruckt) nachkochen. Ein Achtel von mir ist bayrisch, und dieses Achtel liebt die Krimis um den Franz Eberhofer einfach**,** der einfach sagt, was er denkt, mit einem Humor, an den man sich erst gewöhnen muss - aber authentisch ist er allemal! Um einen Detektiv geht es auch im Roman um Lorenz Blum, der hier besprochen wird.

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