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Erasure - Other People’s Songs

1,5 von 5 Alle Rezensionen zu Erasure von Rezension.org · 2011-07-14 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Kraftloses Coveralbum mit zu bekannten Songs, nur für treue Fans.

Other People's Songs
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Other People's Songs

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Ein Album mit zwölf fremden Songs, aufgenommen von einem Duo, das seine besten Stücke selbst geschrieben hat. Other People’s Songs sollte 2003 ein Zwischenspiel sein und wurde zur schwächsten Erasure-Veröffentlichung dieser Phase.

Worum geht es auf Other People’s Songs?

Other People’s Songs erschien am 27. Januar 2003 bei Mute Records in Großbritannien und den USA. Es ist ein reines Coveralbum: Erasure interpretieren zwölf bekannte Stücke fremder Künstler im eigenen Synthpop-Gewand, darunter Peter Gabriels „Solsbury Hill“, Elvis Presleys „Can’t Help Falling In Love“ und „Video Killed The Radio Star“ von The Buggles. Produziert wurde die Platte von Erasure gemeinsam mit Gareth Jones und Dave Bascombe.

Kommerziell lief die Sache besser als künstlerisch: In Großbritannien und in Deutschland war das Album ein Top-20-Erfolg, und die Auskopplung „Solsbury Hill“ bescherte dem Duo die erste Top-10-Single in Großbritannien seit neun Jahren.

Die Tracklist von Other People’s Songs

  1. Solsburry Hill
  2. Everybody’s Gotta To Learn Sometime
  3. Make Me Smile (Come Up And See Me)
  4. Everyday
  5. When Will I See You Again?
  6. Walking In Rain
  7. True Love Ways
  8. Ebb Tide
  9. Can’t Help Falling In Love
  10. You’ve Lost That Lovin’ Feelin’
  11. Goodnight
  12. Video Killed The Radio Star

Other People’s Songs, das Album

Nach dem meiner Meinung nach zu Unrecht verrissenen Loveboat, das um einiges experimenteller als die Vorgänger ausfiel, kamen Erasure auf die überaus originelle Idee, ein Coveralbum aufzunehmen, und bedienten sich dabei bekannten Klassikern wie „Solsburry Hill“ von Peter Gabriel oder Elvis Presleys „Can’t Help Falling In Love“.

Die Vorgeschichte: Abba-esque

Die Idee des Coveralbums war selbst für Erasure nicht ganz neu, wir erinnern uns: 1992 gab es doch so eine kleine EP namens Abba-esque, auf der bekannte Abba-Songs im typischen Erasure-Sound dargeboten wurden. Die EP erschien am 1. Juni 1992 und wurde die einzige Erasure-Veröffentlichung, die es an die Spitze der britischen Singlecharts schaffte, außerdem stand sie in mehreren europäischen Ländern auf Platz eins.

Klang das damals alles noch einigermaßen innovativ und durchaus hörbar, kommt Other People’s Songs heute nicht mehr so glimpflich davon. Das Album hat über weite Strecken unter einer immensen Ideenlosigkeit zu leiden, die Stücke plätschern einfach nur vor sich hin. Hatten die Abba-Lieder immer noch so einen gewissen Reiz an sich, weil interessant arrangiert, läuft Other People’s Songs leider Gefahr, durchweg ins Belanglose abzudriften.

Die Produktion klingt dünn

Die Produktion des Albums ist reichlich dünn. Hatten die von Vince programmierten Sounds damals noch ordentlich Wumms, dümpelt das hier Dargebotene nur vor sich her. Man munkelt, dass Vince’ Umstieg auf emulierte Synthesizer-Software etwas damit zu tun haben könnte. Belegen lässt sich das nicht, aber der Höreindruck ist eindeutig: Wo früher ein Bass die Boxen bewegte, steht heute eine schlanke, gut aufgeräumte, aber kraftlose Fläche.

Die Songauswahl

Auch bei der Auswahl der Titel hat man nicht gerade Originalität bewiesen, man hat die meisten dieser Songs schon hunderttausend Mal gehört, was einen gewissen Nervfaktor mit sich bringt. Ein Coveralbum lebt entweder davon, dass man die Originale neu hört, oder davon, dass man sie überhaupt zum ersten Mal hört. Beides passiert hier kaum: „Can’t Help Falling In Love“, „You’ve Lost That Lovin’ Feelin’“ und „Video Killed The Radio Star“ sind so tief im kollektiven Gedächtnis verankert, dass eine brave Neuaufnahme nichts hinzufügt.

Wo das Album funktioniert und wo nicht

Am stärksten ist die Platte dort, wo die Arrangements sich trauen, etwas zu verändern. „Solsbury Hill“ funktionierte immerhin gut genug, um als Single in Großbritannien die Top 10 zu erreichen, und ist damit der einzige Titel des Albums mit echter Außenwirkung.

Das oftmals gelobte „Goodnight“ kann bei mir dagegen nicht punkten. Wie der Titel dieses Songs schon suggeriert, könnte man beim Genuss dieses Titels tatsächlich einschlafen. Die Mehrzahl der übrigen Stücke bleibt genau in dieser Mitte hängen: technisch sauber, gesanglich ordentlich, aber ohne Grund, warum es diese Version geben müsste.

Hintergrund: Erasure im Jahr 2003

Erasure sind ein 1985 in London gegründetes Synthpop-Duo aus Sänger Andy Bell und Keyboarder Vince Clarke. Nach dem Durchbruch 1987 mit The Circus folgte eine sehr erfolgreiche Phase bis Mitte der Neunziger. Das Album Loveboat von 2000 fiel dann bei Kritik und Publikum durch, und mit Other People’s Songs schlug das Duo den entgegengesetzten Weg ein: statt Experiment die maximal sichere Variante. Der Nachfolger Nightbird erschien 2005 und kehrte wieder zu eigenen Songs zurück.

Einordnung im Katalog

Im Gesamtwerk ist Other People’s Songs eine Fußnote, die man kennen kann, aber nicht kennen muss. Sie zeigt vor allem, dass das Duo in dieser Phase mehr mit Formaten als mit Songs beschäftigt war. Interessant ist die Platte deshalb weniger als Musik denn als Dokument: Sie markiert den Moment, in dem Erasure nach dem kommerziellen Misserfolg von Loveboat sichtbar auf Nummer sicher spielten. Dass ausgerechnet dieses Vorgehen wieder eine Top-10-Single und eine Top-20-Platzierung des Albums brachte, gehört zu den Ironien der Bandgeschichte und erklärt vermutlich, warum auch die folgenden Alben eher vorsichtig ausfielen.

Für wen lohnt sich Other People’s Songs?

Für eingefleischte Sammler, die den Katalog vollständig haben wollen, und für Hörer, die Coveralben grundsätzlich mögen und mit sehr bekannten Originalen kein Problem haben. Wer Erasure kennenlernen will, sollte hier keinesfalls einsteigen, weil die Platte weder das Songwriting noch den charakteristischen Sound des Duos abbildet.

Fazit: Lohnt sich Other People’s Songs?

Das Album leidet über weite Strecken einfach an großer Einfallslosigkeit. Man hat die Gelegenheit verpasst, wirklich interessante Songs zu covern, die vielleicht nicht so bekannt und von den Radiostationen totgespielt wurden. Auch die Synthies auf dem Album klingen äußerst schwach und kraftlos, sodass man sich fragt, warum das Album überhaupt aufgenommen wurde.

Ich kann dieses Album wirklich nur eingefleischten Erasure-Fans empfehlen, alle anderen sollten sich eines ihrer Meisterwerke wie Chorus oder I Say I Say I Say zulegen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Other People's Songs von Erasure?

Other People's Songs ist ein reines Coveralbum von Erasure, das am 27. Januar 2003 bei Mute Records in Großbritannien und den USA erschien. Es enthält zwölf Neuaufnahmen fremder Songs, darunter Peter Gabriels Solsbury Hill und Elvis Presleys Can't Help Falling In Love. In Großbritannien und Deutschland war das Album ein Top-20-Erfolg.

Wer hat Other People's Songs produziert?

Produziert wurde das Album von Erasure gemeinsam mit Gareth Jones und Dave Bascombe. Der Klang fällt trotzdem deutlich dünner aus als bei den früheren Erasure-Alben, worin einer der Hauptkritikpunkte dieser Rezension liegt.

War Solsbury Hill ein Erfolg für Erasure?

Ja. Die Coverversion von Peter Gabriels Solsbury Hill bescherte Erasure die erste Top-10-Platzierung in den britischen Singlecharts seit neun Jahren. Kommerziell war das Album damit erfolgreicher, als sein künstlerischer Ruf vermuten lässt.

Ist Other People's Songs Erasures erstes Coveralbum?

Nicht ganz. Bereits am 1. Juni 1992 erschien die EP Abba-esque mit vier Abba-Songs im typischen Erasure-Sound. Sie wurde die einzige Erasure-Veröffentlichung, die die Spitze der britischen Singlecharts erreichte, und war damit ungleich erfolgreicher als das spätere Coveralbum.

Für wen lohnt sich Other People's Songs?

Am ehesten für eingefleischte Erasure-Fans, die den Katalog vollständig haben wollen. Wer das Duo kennenlernen möchte, greift besser zu einem der starken Originalalben wie Chorus oder I Say I Say I Say, weil dort die eigenständige Handschrift des Duos deutlich klarer hörbar wird.

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