Fear Inoculum

Autorenwertung
  • Musik
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  • Instrumentalisierung
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  • Stimme
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  • Abwechslung
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  • Hörspaß
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  • Gesamt
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Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

EIN MEISTERWERK! WAS SONST!

Die Band:

Ende der 1980er Jahre trafen sich in Los Angeles die Musiker (Gesang), Adam Jones (Gitarre), Danny Carey (Bass) und Paul d´Amour (Bass) und beschlossen eine Band zu gründen. Bevor es überhaupt ein Album gab, gingen mit Bands wie Rage Against The Maschine oder Rollins Band auf Tour. So machten sich zumindest außerhalb der kommerziellen Metalszene einen Namen. Erst 1993 wurde das erste vollständige Album veröffentlicht. „Underdog“ erreichte gleich mehrfach Platin in den USA und begründete den legendären Ruf der progressiven Metaller. 1995 ersetzte Justin Chandler Paul d´Amour. Die nächsten Alben festigten Tools Ruf als eine der interessantesten Bands der harten Rockmusik. Ihr letztes Album „10.000 Days“ erreichte weltweit die Top Ten der Albumcharts.

Das Album:

Wir schreiben das Jahr 2019: Musik wird überwiegend über Streamingdienste konsumiert und ist zu einem Nebenprodukt unserer schnelllebigen Welt geworden. In dieser Zeit ein Album zu veröffentlichen, dass eine Spielzeit von weit über achtzig Minuten hat und auf dem kein Song unter zehn Minuten ist, sieht man von kleinen instrumentalen Intermezzos ab, ist im Prinzip ein Ding der Unmöglichkeit. Wirklich? Mit Nichten. Es gibt immer noch eine Hörerschaft, die durchaus gewillt ist, sich für gute Musik Zeit und Ruhe zu gönnen. Das zeigt auch die Tatsache, wie schnell die Karten für Tools umjubeltes Konzert in Berlin im Juli dieses Jahres ausverkauft waren.

Nun ist es also da! Satte dreizehn Jahre nach „10.000 days“ beglücken uns Maynard James Keenan und seine Mannen mit neuer Musik. Und es ist, wie immer bei Tool, alles andere als liehet Kost. Wer in Berlin dabei war, bekam schon eine Kostprobe von der unglaublichen Komplexität der aktuellen Titel, da „Descending“ und „Invincible“ bereits Eingang in die Setlist gefunden haben. Insbesondere der erst genannte Song kann mit einem geradezu brillanten Spiel von Adam Jones überzeugen.

Auffällig ist auch, dass die elektronischen Anteile auf diesem Album so stark vertreten sind, wie selten zuvor. Das ist aber überhaupt nicht störend, sondern gibt dem Werk eine Note, die an epische Pink-Floyd-Nummern aus den 1970er Jahren erinnert. Besonders deutlich wird die bei „Pneuma“. Somit ist eines klar: „Fear Inoculum“ braucht Zeit, um seine ganze Klasse zu entfalten. Die komplexen Songstrukturen, die von unzähligen Breaks und Wechseln geprägt sind, kann man nicht in einem Hördurchgang erfassen. Zumal der Band das Kunststück gelingt, die Stimme von Maynard James Keenan als zusätzliches Instrument zu integrieren. Soll heißen, dass er mal sanftmütig, mal bestimmt, mal aggressiv klingt. Gerad bei „7empest“, einem Song, der besonders stark an die früheren Tool-Titel erinnert, kommt das hervorragend zum Ausdruck.

Was das Tempo angeht, haben sich Tool auf diesem Album ebenfalls ein wenig zurückgenommen. Auf dem ersten Blick mag manch einem das Werk recht monoton vorkommen, doch auch hier gilt: Beschäftigt man sich näher mit dem Album, stellt man fest, dass die Songs eine ungeheure Komplexität und damit eine große Abwechslung besitzen.

Trackliste: 

01 – Fear Inoculum

02 – Pneuma

03 – Litanie Contre La Peur

04 – Invincible

05 – Legion Inoculant

06 – Descending

07 – Culling Voices

08 – Chocolate Chip Trip

09 – 7empest

10 – Mockingbeat

Fazit:

Lang erwartet kann „Fear Inoculum“ den hohen Erwartungen absolut gerecht werden. Wer sich Zeit und Ruhe gönnt und auf diese musikalische Entdeckungsreise geht, wird mit einem Album belohnt, das auch in einigen Jahren noch nichts von seiner Faszination verloren haben wird. Tool haben bisher mit jedem Longplayer bewiesen, das sich Kunst und Kommerz nicht ausschließen müssen, wobei der Blickpunkt hier immer auf der Kunst lag. Insgesamt ist „Fear Inoculum“ ein echtes Meisterwerk, dem, was die Qualität und die Nachhaltigkeit angeht, in diesem Jahr kaum ein Album das Wasser reichen kann.

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