Gipfelstürmer (Limited Deluxe Edition)

Autorenwertung
  • Musik
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  • Instrumentalisierung
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  • Texte
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  • Abwechslung
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  • Hörspaß
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  • Gesamt
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Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

HOCH HINAUS!

Die Band:

Einem breiten Publikum ist um Sänger und Songschreiber „Der Graf“ seit 2010 ein Begriff, als der Band aus Aachen mit dem Album „Große Freiheit“ und der Hitsingle „Geboren um zu leben“ der Durchbruch gelang. Das Album mauserte sich zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Album aller Zeiten und verschaffte der Band eine unglaubliche Medienpräsenz, die vom Bundesvision Song Contest, den sie mit „Unter Deiner Flagge“ gewannen, bis hin zur ZDF-Sendung „Willkommen bei Carmen Nebel“ reichte. Gerade mit dieser so genannten Massenkompatibilität vergraulte der Graf viele Fans der ersten Stunde, die größtenteils aus der Gothic-Szene stammen und ihrem einstigen Idol nunmehr Schlagertümmelei vorwerfen.

Das Album:

Die Ankündigung des Grafen, mit diesem Album und der folgenden Tour das Kapitel Unheilig für immer zu schließen, löste ein großes Echo aus. Mit der als Vorbote erschienen Abschiedssingle „Zeit zu gehen“ schürte der Graf die Erwartungshaltung für das letzte Album. Ich war gespannt, in welche Richtung es gehen würde. Schon die ersten Titel, die man vorab hören konnte, deuteten an, dass hier was Großes auf den Hörer zurollt. Als Themenkomplex hat sich der Graf diesmal für die Bergwelt entschieden. Eine mehr als passende Metapher, mit welcher der Graf textlich immer wieder spielt, in dem er den Anstieg auf den Gipfel thematisiert.

Anders als „“, dass einige Zeit brauchte, um mir wirklich zu gefallen, begeisterte mich „Gipfelstürmer“ schon beim ersten Hördurchgang. Endlich wieder ein Album mit Wums, aber auch mit viel Melodie und Kitsch. Titel wie „Hinunter bis auf Eins“ und „Goldrausch“ (mit besten Empfehlungen an „Feuer frei“ von Rammstein) zeigen den Graf so rockig wie lange nicht mehr. Und das ist gut so!

Aber gerade die Abwechslung ist es, die dieses Album auszeichnet. Egal ob Pianoballade („Zwischen Licht und Schatten“), Elektrorock („Wie in guten alten Zeiten“) oder Pop („Glück auf das Leben“), Unheilig wandeln auf allen Parketts sehr sicher, ohne dabei ein Abklatsch ihrer selbst zu werden. Und das Album ist gespickt mit vielen kleinen Perlen: „Die Weisheiten des Lebens“ ist musikalisch sicher nicht der beste Song des Albums, aber der Titel hat mich an meine Jugend und die Aussprüche meiner Eltern erinnert. „Mein Berg“ wandelt sehr gekonnt zwischen Ballade und Midtemponummer und kommt mit einem traumhaften Refrain daher. „Wir sind die Gipfelstürmer“ ist wieder rockiger, eignet sich aber auch hervorragend zum Tanzen oder auch Headbangen. Und dann ist da noch „Dem Himmel so nah“. Der Song ist eine der schönsten Balladen von Unheilig überhaupt und hat mich beim ersten Hören so bewegt, wie seinerzeit „An deiner Seite“ oder „Geboren um zu leben“. Hier zeigt sich einmal mehr, dass der Graf wie derzeit kein anderer deutscher Musiker, das Thema Abschied und Trauer so gefühlvoll in seinen Songs verarbeiten kann, dass man immer wieder eine Gänsehaut bekommt.

Begonnen und beendet wird auch dieses Album durch zwei instrumentale Takes („Der Berg“, „Der Gipfel“), wobei es beim epischen Schlusspunkt durchaus ein komisches Gefühl war zu wissen, dass dies der letzte Studiotrack von Unheilig sein wird.

Wer sich für die Deluxe Edition entscheidet, bekommt eine Bonus-CD auf der zahlreiche Demoversionen vorhanden sind und die einen guten Einblick gewähren, wie sich die Songs entwickelt haben.

Trackliste CD 1:

01 – Der Berg

02 – Hinunter bis auf Eins

03 – Zeit zu gehen

04 – Die Weisheiten des Lebens

05 – Zwischen Licht und Schatten

06 – Glück auf das Leben

07 – Wie in guten alten Zeiten

08 – Alles hat seien Zeit

09 – Echo

10 – Mein Berg

11 – Goldrausch

12 – Held für einen Tag

13 – Dem Himmel so nah

14 – Wir sind die Gipfelstürmer

15 – Hand in Hand

16 – Der Gipfel

Trackliste Bonus CD:

01 – Zeit zu gehen (Demoversion)

02 – Zwischen Licht und Schatten (Demoversion)

03 – Held für einen Tag (Demoversion)

04 – Echo (Demoversion)

05 – Hand in Hand (Demoversion)

06 – Dem Himmel so nah (Demoversion)

07 – Die Weisheiten des Lebens (Demoversion)

08 – Alles hat seine Zeit (Demoversion)

09 – Hinunter bis auf Eins (Demoversion)

10 – Mein Berg (Demoversion)

 

Fazit:

Die Bewertung von Musik ist (wie viele andere Dinge auch), natürlich eine Sache des persönlichen Empfindens. Ein Kritiker sprach in seiner Bewertung von „Gipfelstürmer“ recht abfällig von der der Rockmusik. Ich finde diesen Vergleich gar nicht schlimm, möchte ihn allerdings nicht abwertend anwenden. Denn wie die Grand Dame des Liebensromans schafft es auch der Graf, große Gefühle in seine Texte zu packen. Und das finde ich überhaupt nicht schlimm oder verwerflich. Im Gegenteil. Ich verfolge das Schaffen von Unheilig seit „Puppenspiel“ und hatte auch, wie viele ältere Fans meine anfänglichen Probleme mit den Lichtern der Stadt. Mit „Gipfelstürmer“ ist dem Grafen jetzt ein echter Kracher gelungen. Ob es das beste Album ist, muss jeder für sich entscheiden. Auf jeden Fall ist es das abwechslungsreichste Werk seiner Karriere. Ich könnte mir vorstellen (und würde es mir für ihn auch wünschen), dass viele ältere Fans mit diesem Album leben können. Auf jeden Fall ist „Gipfelstürmer“ ein mehr als würdiger Abschluss, wobei ich mir nicht sicher bin, dass es wirklich ein Abschied für immer sein wird. Wenn es jedoch so sein soll, so bleibt mir der Graf mit diesem Album in mehr als guter Erinnerung.

 

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