Letter To You

Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

DER BOSS IST WIEDER DER BOSS!

Der Sänger:

wurde 1949 in New Jersey geboren und ist mit über 130 Millionen verkaufter Alben einer der erfolgreichsten Rockmusiker der Gegenwart. Seinen Spitznamen The Boss hat er noch aus der Anfangszeit seiner Karriere, als er seinen Bandmitgliedern die Gage in bar auszahlte. Ab 1965 trat Springsteen in kleinen Clubs auf. 1971 gründete er die Band, die der Vorläufer seiner späteren E-Street Band wurde. 1972 erschien sein Debütalbum „Greetings From Ashbury Park, N.J.“, das wie sein zweites Album „The Wild, The Innocence And The E Street Shuffle“ kommerzielle Flops wurden. Der Durchbruch kam 1975 mit dem dritten Album „Born To Run“, dass sich unter den Top 5 der Charts platzierte. Mit dem Album „Born In The USA“ wurde Springsteen dann zum weltweiten Superstar. 20 Grammys, 1 Oscar und Welthits wie „I´m On Fire“, „Streets Of Philadelphia“ oder „Hungry Heart“ machen deutlich, das einer der ganz großen Rockmusiker ist. Auch auf der Bühne geben der Boss und seine Band alles. Kein Konzert geht unter drei Stunden. Der aktuelle Rekord liegt bei vier Stunden und sechs Minuten Spieldauer, aufgestellt in Helsinki beim Abschlusskonzert des europäischen Parts der Wrecking-Ball-Tour.

Das Album:

Wie lange braucht man, um ein gutes, wenn nicht gar fantastisches Album aufzunehmen? Eine Woche! Das ist die Zeit, die Bruce Springsteen mit seiner E-Street Band im Studio verbracht hat, um „“ einzuspielen. E-Street Band wird mancher Leser sich jetzt verwundert fragen? Ja, nach Springsteens Seelenstriptease mit großer (und sehr lesenswerter) Biografie, fast 250 Broadway-Shows, die er nur mit Klavier und Gitarre absolvierte und einem Solowerk mit Orchester als Hommage an die große Westernzeit („Western Stars“) ist er jetzt wieder mit der E-Street Band im Studio gewesen. 

Wie gesagt, lediglich eine Woche haben der Boss und seine Musiker gebraucht, um ein Album aufzunehmen, dass wie eine Zeitkapsel in die 1970er und 1980er Jahre klingt. Denkt man beim eher verhaltenen Opener „One Minute You‘re Here“ noch daran, dass womöglich das letzte Werk des Boss‘ nachhallt, macht spätestens der im Vorfeld veröffentlichte Titeltrack klar, dass es hier eine Sternstunde eines Musikgenres gibt, dass viele für tot halten. Springsteen zelebriert mit Steven Van Zandt, Max Weinberg, Nils Lofgren, Garry W. Tallent, Jake Clemons, Roy Bittan und seiner Ehefreu Patti Scialfa zwölf Stücke, die förmlich danach schreiben, auf der großen Bühne gespielt zu werden. 

Dass das Album aus jeder Pore den Geist der alten Zeit atmet, liegt sicher auch daran, dass Bruce Springsteen drei Songs gefunden hat, die in den 1970er entstanden sind. „Song For Orphan“, „If I Was The Priest“ und vor allem „Janey Needs A Shooter“ zeigen Springsteen von einer Seite, die man in dieser Güte lange nicht mehr gehört hat. All diese Titel sind jenseits von sechs Minuten Spieldauer und der Boss gibt wieder den Geschichtenerzähler und haut dabei dem Hörer brillante Hammondorgeln und Saxophone um die Ohren, dass man aufstehen und niederknieen möchte. Doch auch die Titel, die kompositorisch aktuell entstanden sind, machen einfach nur Spaß: „Burnin‘ Train“ hätte mühelos auf „Born In The U.S.A.“ platziert werden können und bei „House Of A Thousand Guitars“ zeigt der Boss wieder seine balladeske Seite. 

Trackliste:

01 – One Minute You‘re Here

02 – Letter To You

03 – Burnin‘ Train

04 – Janey Needs A Shooter

05 – Last Man Standing

06 – The Power Of Prayer

07 – House Of A Thousand Guitars

08 – Rainmaker

09 – If I Was The Priest

10 – Ghosts

11 – Song For Orphans

12 – I‘ll See You In My Dreams

Fazit:

Die Rockmusik ist tot? Das ich nicht lache! Solange es sich tolle Musiker wie Bruce Springsteen und seine E-Street Band gibt, ist die Rockmusik noch lange nicht tot. „Letter To You“ ist ein Album, das ohne Übertreibung an Springsteens Werke Ende der 1970er und Anfang der 1980er heranreicht. Bleibt nur zu hoffen, dass diese tolle Musik bald wieder auf der Bühne zu hören sein wird und das sich davon irgendwo ein paar junge Künstler inspirieren lassen, um ihrerseits solche Musik zu machen … dann wird die Rockmusik niemals sterben. 

Bewertung:

Musik: 5

Instrumentalisierung: 5

Stimme: 5

Abwechslung: 5

Hörspaß: 5

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