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Priest

4 von 5 von Rezension.org · 2011-10-17 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Rasanter Endzeit-Actioner mit starker Optik und schwachem 3D-Effekt.

Was für ein Film ist Priest?

Priest ist ein amerikanischer Endzeit-Actionfilm aus dem Jahr 2011, Regie führte Scott Charles Stewart, das Drehbuch schrieb Cory Goodman. In Nordamerika startete der Film am 13. Mai 2011, er läuft 87 Minuten. Die Vorlage liefert das koreanische Manhwa „Priest“ von Hyung Min-woo, allerdings nur sehr lose: Übrig geblieben ist die Grundidee des kämpfenden Geistlichen und der Ton irgendwo zwischen Western, Horror und Science-Fiction.

Genau diese Mischung macht den Reiz aus. Die Kirche ist hier ein Staat mit Ummauerung und Lautsprecherpropaganda, draußen liegt eine Wüste mit Kleinstädten, Motorrädern statt Pferden und Menschen, die niemand beschützt. Wer Western mag, erkennt die Bauweise sofort: ein Gesetzloser mit Auftrag, ein junger Sheriff, ein Zug und ein Showdown.

Worum geht es in Priest?

Vor vielen Jahren gab es einen Krieg zwischen Menschen und Vampiren. Die Vampire wurden fast vollständig ausgelöscht und in Reservate gesteckt. Doch sie wurden nicht von normalen Menschen getötet. Die Kirche hat ihre Priester zu Gotteskriegern gemacht und ihnen gelehrt, Vampire zu töten. Die Priester gibt es auch in der heutigen Zeit noch, jedoch werden sie nicht mehr gebraucht und leben eher in der Versenkung. Die Kirche versucht, den Menschen weiszumachen, dass es keine Vampire mehr gibt. Doch dies entspricht nicht der Wahrheit.

Ein Priester jedoch widersetzt sich der Kirche und bricht seinen geschworenen Eid. Seine Nichte Lucy wurde von Vampiren entführt, ihre Familie umgebracht. Er macht sich auf den Weg, um Lucy zu finden. Doch den Kampf gegen die Vampire muss er nicht alleine aufnehmen. Lucys Freund, ein Sheriff, begleitet ihn – ebenso treffen sie unterwegs eine andere Gotteskriegerin. Sie kämpft mit ihm und dem Sheriff gegen die Vampire. Nachdem sie die Spur der Vampire aufgenommen haben, entdecken sie in einem Berg, einer früheren Vampirhochburg, eine Brutstätte. Es sind aber keine Vampire mehr dort. Ihnen ist klar, dass die Vampire ihre eigene Armee gezüchtet haben, mit der sie nun die Menschen angreifen und einen neuen Krieg anfangen wollen. Aus dem Berg hinaus führen Schienen zu einer Stadt. Die Vampire reisen am Tag im Zug und nachts gehen sie auf die Jagd. Nachdem sie eine Stadt bereits überfallen und ausgelöscht haben und nun auf dem Weg in die Großstädte sind, findet das Trio jedoch den Zug und versucht, diesen zu stoppen, um ein Massaker zu verhindern. Werden sie es schaffen, die Städte und Lucy zu retten oder kommen sie zu spät und diesmal gewinnen die Vampire den Kampf gegen die Menschen…?

Besetzung und Figuren

Der Priester

Paul Bettany spielt die Hauptfigur, die im Film nicht einmal einen Namen bekommt. Er gibt ihn als ausgebrannten Veteranen, der kaum spricht, sich nichts erklären lässt und seine Fähigkeiten wie ein Werkzeug benutzt. Das Kreuz im Gesicht ist Rangabzeichen und Brandmal zugleich: Es macht ihn überall kenntlich, gerade dort, wo man ihn nicht haben will.

Black Hat

Karl Urban spielt den Gegenspieler Black Hat, und er hat sichtlich Freude daran. Die Figur ist der klassische Westernschurke im schwarzen Mantel, allerdings mit einer Vorgeschichte, die ihn mit dem Priester verbindet und dem Film seinen einzigen echten Konflikt gibt.

Hicks, die Priesterin und die Kirche

Cam Gigandet ist Hicks, der junge Sheriff und Freund von Lucy, der mit deutlich mehr Mut als Erfahrung ausrückt. Maggie Q spielt die Priesterin, die sich dem Trio anschließt und im Kampf die interessantesten Szenen bekommt. Lily Collins ist die entführte Lucy Pace, Christopher Plummer der Monsignore Orelas, der die Existenz der Vampire aus Prinzip leugnet. Auch Stephen Moyer gehört zur Besetzung.

Wie die Vampire aussehen

Etwas enttäuschend fand ich, dass die Vampire nicht wie Dracula etc. aussehen, sondern eher wie Aliens und sich auch überhaupt nicht menschlich bewegen. Sie sind blind, blass, ohne Augen und ohne jedes Gesicht, das man lesen könnte. Wer die Faszination des Vampirmythos in der Verführung sieht, geht hier leer aus: Diese Wesen verhandeln nicht, sie fressen. Für die Actionszenen ist das ein Vorteil, weil sie sich in Schwärmen bewegen lassen, für die Spannung ein Nachteil, denn ein Gegner ohne Gesicht bleibt austauschbar. Der Film weiß das offenbar selbst und schiebt deshalb mit Black Hat einen menschlichen Widersacher nach.

Kirchenkritik im Actiongewand

Etwas komisch ist auch die Tatsache, dass die Kirche hier so hingestellt wird, als ob sie den Menschen eine heile Welt vorgaukelt und das wahre Ausmaß der Bedrohung verschweigt… Der Film macht daraus keine Feinheit, sondern einen Dauerton: Lautsprecherdurchsagen, Kanzelreden, ein Gremium alter Männer, das lieber die Ordnung verteidigt als die Menschen. Als Zeitkommentar ist das grob, als Motor für die Handlung funktioniert es, weil der Held gegen zwei Fronten kämpfen muss.

Blu-ray, 3D und Bildgestaltung

Ein kleines Manko hat der Film noch: Wie bei den meisten 3D-Filmen sind die 3D-Effekte nicht besonders ausgereift – da hatte ich mehr erwartet. Das hat einen nachvollziehbaren Grund, denn der Film wurde nicht in 3D gedreht, sondern nachträglich konvertiert. Auf der Blu-ray kommt dafür die Bildgestaltung zur Geltung: staubige Braun- und Grautöne draußen, kaltes Grau in der Kirchenstadt, sehr dunkle Innenräume. Wer die Anlage entsprechend einstellt, bekommt einen Film, der optisch mehr hermacht, als sein Ruf vermuten lässt.

Kritik und Kassenergebnis

Die Fachkritik hat Priest abgestraft: Bei Rotten Tomatoes stehen 16 Prozent positive Kritiken, Metacritic weist 41 von 100 Punkten aus. Vorgeworfen wurde dem Film vor allem, seine Anleihen bei Western, Horror und Science-Fiction nicht zu einem eigenen Ganzen zu verbinden. An der Kasse fiel das Urteil freundlicher aus: Bei einem Budget von rund 60 Millionen Dollar spielte er weltweit etwa 78 Millionen Dollar ein.

Für wen lohnt sich Priest?

Für Zuschauer, die einen kurzen, schnellen Actionfilm mit klaren Fronten wollen und mit Endzeitkulissen etwas anfangen können. Wer sich für Kampfkunst interessiert, wird diesen Film lieben, denn die Choreografie ist die stärkste Zutat. Wer dagegen psychologisch ausgearbeitete Vampire, Erklärungen für jedes Detail dieser Welt oder ein Ende ohne offene Fäden erwartet, sollte die Erwartungen herunterschrauben.

Fazit: Lohnt sich Priest?

Regie geführt hat Scott Charles Stewart, und er hat einen super Film gedreht – extrem spannend und mit ganz viel Action. Trotz der farblosen Vampire und des schwachen 3D-Effekts ist der Film sehr gut gemacht, und ich kann ihn nur weiterempfehlen. Man muss ihn nur nehmen als das, was er ist: ein 87 Minuten kurzer Endzeit-Western mit Kreuz statt Stern.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dem Film Priest?

In einer verwüsteten Welt haben Menschen und Vampire jahrhundertelang Krieg geführt. Gewonnen haben ihn die Kriegerpriester der Kirche, die danach überflüssig wurden und in der Bedeutungslosigkeit verschwanden. Als die Nichte eines dieser Priester entführt wird, bricht er seinen Gehorsamseid und zieht ohne Erlaubnis der Kirche los, um sie zu befreien.

Wer spielt in Priest mit?

Paul Bettany spielt den namenlosen Priester, Karl Urban den Gegenspieler Black Hat und Cam Gigandet den Sheriff Hicks. Maggie Q ist als Priesterin an ihrer Seite, Lily Collins spielt die entführte Lucy Pace und Christopher Plummer den Monsignore Orelas. Auch Stephen Moyer gehört zur Besetzung.

Basiert Priest auf einer Vorlage?

Ja, der Film ist lose an das koreanische Manhwa Priest von Hyung Min-woo angelehnt. Von der Vorlage bleiben vor allem die Grundidee des Kriegerpriesters und die Mischung aus Western und Horror übrig. Handlung und Figuren wurden für den Film weitgehend neu erfunden.

Wie lang ist Priest und wann kam er ins Kino?

Der Film läuft 87 Minuten und startete am 13. Mai 2011 in den nordamerikanischen Kinos. Regie führte Scott Stewart, das Drehbuch stammt von Cory Goodman. Die kurze Laufzeit merkt man dem Tempo an: Der Film hält sich nirgends lange auf.

Lohnt sich Priest in 3D?

Nur bedingt. Der Film wurde nicht in 3D gedreht, sondern nachträglich konvertiert, und das Ergebnis bleibt hinter den Erwartungen zurück. Die Bildgestaltung mit ihren Staubwüsten und Schwarztönen wirkt in 2D sogar kontrastreicher.

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