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Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig

4,5 von 5 von Michael Krause · 2014-01-16 · aktualisiert 2026-10-01

Antwort

Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig ist ein deutschsprachiges Pop-Album von Ulla Meinecke aus dem Jahr 1983 mit neun Titeln und dem Hit Die Tänzerin. Die Rezension vom 16. Januar 2014 vergibt 4,5 von 5 Punkten: Das Album erreichte Platz 10 der deutschen Albumcharts, wurde mit Platin ausgezeichnet und ist bis heute das erfolgreichste der Sängerin.

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WIE DER TITEL SAGT: EIN WERK FÜR DIE EWIGKEIT!

Was macht dieses Album aus?

„Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig“ erschien 1983 und ist das erfolgreichste Album von Ulla Meinecke. Es enthält neun Titel, darunter mit „Die Tänzerin“ jenen Song, der bis heute mit ihrem Namen verbunden ist. In den deutschen Albumcharts stieg die Platte im Januar 1984 ein und erreichte Platz 10, sie wurde mit Platin ausgezeichnet. Produziert wurde das Album von Udo Arndt.

Der Titel ist Programm und Selbstironie zugleich. Er verspricht Ewigkeit und nimmt sie im selben Atemzug zurück, und genau in dieser Haltung bewegen sich auch die Texte: große Gefühle, immer knapp am Kitsch vorbei, gerettet durch einen trockenen Nachsatz.

Über die Sängerin

Ulla Meinecke wurde 1953 in Usingen im Taunus geboren und lernte 1976 Udo Lindenberg kennen. Sie folgte ihm nach Hamburg, leitete sein Büro und nahm in dieser Zeit ihr erstes Album „Von toten Tigern und nassen Katzen“ auf, welches zum Großteil von Lindenberg komponiert wurde. Mit ihrem zweiten Album „Meinecke Fuchs“ wurde sie überregional bekannt. 1979 zog sie nach West-Berlin, wo sie Herwig Mitteregger kennenlernte, der sie produzierte und sie mit der Songschreiberin und Keyboarderin Rosa Precht bekannt machte. Ihre kommerziell erfolgreichste Zeit hatte Ulla Meinecke in den 1980er Jahren. Seit 2000 konzentriert sie sich aufs Theaterspielen, bringt aber weiterhin Musikalben heraus.

Das Album im Überblick

1983, die Neue Deutsche Welle hat gerade ihren Höhepunkt erreicht, schart Ulla Meinecke mit Herwig Mitteregger, Rosa Precht und Edo Zanki eine Schar Musiker um sich, die zum Besten gehören, was die damalige Szene zu bieten hat. Unter der kompositorischen Führung von Herwig Mitteregger entsteht das bis heute erfolgreichste Album von Ulla Meinecke.

Die Tänzerin

Hauptgrund für den Erfolg des Albums ist sicherlich der Titel, der für immer untrennbar mit ihr verbunden ist: „Die Tänzerin“, komponiert von Edo Zanki, ist dank seines minimalistischen Drumcomputers, einer ganz sparsamen E-Piano-Unterstützung und dem Schnipsen ein Song, der bis heute fasziniert und der damals Maßstäbe gesetzt hat. Keine Stereoanlagenvorführung ist in den 80ern ohne diesen Song ausgekommen. Eine Produktion, die damals Maßstäbe gesetzt hat und noch heute begeistert.

Bemerkenswert ist, wie viel Platz das Stück lässt. Es gibt kein Instrument, das um Aufmerksamkeit kämpft, keine Streicherwand, kein Gitarrensolo. Übrig bleiben eine Stimme, ein Puls und ein Text, der eine Figur beschreibt, statt Gefühle zu behaupten. Genau deshalb funktioniert der Song auch heute noch aus jeder Anlage.

Nie wieder, Kleine Schwester und Feuer unterm Eis

Aber auch die anderen Songs sind Klasse. „Nie wieder“ ist ein schöner Liebessong, der ebenso wie „Kleine Schwester“ über eine hervorragende Songstruktur verfügt und textlich bis heute zeigt, wie gut deutsche Musik sein kann. Weitere Highlights sind „Feuer unterm Eis“, das nicht nur aus jedem Ton die Handschrift des Spliff-Schlagzeugers Herwig Mitteregger versprüht, sondern bei dem der Musiker auch gesanglich mit eingreift.

50 Tips

Und dann ist da natürlich noch „50 Tips“, die kongeniale deutsche Version von Paul Simons „50 Ways to Leave Your Lover“, die es ohne Probleme mit dem Original aufnehmen kann und bei der Ulla Meinecke stimmlich eine unglaubliche Ähnlichkeit mit Juliane Werding aufweist. Das Original von 1975 lebt von seiner beiläufigen Aufzählung von Trennungsmethoden; die deutsche Fassung trifft diesen Ton, ohne ihn Wort für Wort nachzubauen, und das ist bei Übertragungen aus dem Englischen die Ausnahme.

Wo das Album sein Alter zeigt

An der einen oder anderen Stelle kann das Album natürlich sein Alter nicht verhehlen. „Schieß die Lichter aus“ oder „Süße Sünden“ sind typische 80er-Songs, die sehr keyboardlastig sind und die mit einer klaren Gitarrenlinie weitaus zeitloser klingen würden. Doch auch diese Titel machen noch Spaß und lassen den Hörer in Erinnerungen schwelgen.

Trackliste

01 - Nie wieder

02 - Die Tänzerin

03 - Zauberformel

04 - Feuer unterm Eis

05 - Schieß die Lichter aus

06 - 50 Tips

07 - Süße Sünden

08 - Steinbergholz

09 - Kleine Schwester

Einordnung: Pop statt Neuer Deutscher Welle

Das Album erschien im Windschatten der Neuen Deutschen Welle, gehört aber nicht wirklich dazu. Die Bewegung lieferte den Rahmen, in dem deutsche Texte plötzlich wieder verkäuflich waren, und davon hat diese Platte zweifellos profitiert. Es fehlt die Attitüde des Bruchs, es fehlen der Sprechgesang und die Parolen. Stattdessen steht hier gut gebauter Pop mit erwachsenen Texten, näher an der Liedermacherei als an der Hitparade, aber ohne deren Schwerfälligkeit. Das erklärt beides: warum die Platte an den Moden vorbei so lange hält und warum sie ihrer Urheberin nie den ganz großen Ruhm gebracht hat.

Für wen lohnt sich das Album?

Für alle, die deutschsprachigen Pop mögen, in dem der Text nicht Beiwerk ist. Wer „Die Tänzerin“ aus dem Radio kennt und wissen will, ob der Rest mithalten kann, bekommt hier eine klare Antwort: Sieben der neun Titel können es. Wer dagegen die lauten, schrillen Jahre der Neuen Deutschen Welle sucht, ist bei anderen Platten besser aufgehoben. Und wer Wert auf Klang legt, sollte zu einer sauberen Wiederveröffentlichung greifen, denn gerade die sparsamen Arrangements leben von einem klaren Bassfundament. Auf einer schwachbrüstigen Kopie verliert vor allem „Die Tänzerin“ genau das, was sie ausmacht: den Raum zwischen den Tönen. Ein jüngeres deutschsprachiges Album zwischen Country, Rock und Schlager ist das Marina-Marx-Album Wahrheit oder Pflicht von 2024.

Fazit: Lohnt sich Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig?

Im Gegensatz zu Kollegen wie Herbert Grönemeyer oder Marius Müller-Westernhagen hat Ulla Meinecke nie den ganz großen Durchbruch geschafft. Vielleicht weil ihre Musik nicht ganz so massenkompatibel war. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, ist „Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig“ ein Album, das deutsche Musikgeschichte geschrieben hat und das bis heute eines der besten Alben einer deutschsprachigen Sängerin ist. Deutschsprachige Klassiker in neuem Gewand bietet das Big-Band-Album Lauschangriff von Heinz Rudolf Kunze mit zwölf Kunze-Klassikern.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist das Album Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig erschienen?

Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig von Ulla Meinecke erschien 1983, als die Neue Deutsche Welle gerade ihren Höhepunkt erreicht hatte. Das Album stieg im Januar 1984 in die deutschen Albumcharts ein, erreichte Platz 10 und wurde mit Platin ausgezeichnet. Es ist bis heute das erfolgreichste Album von Ulla Meinecke.

Wer hat Die Tänzerin geschrieben?

Komponiert wurde Die Tänzerin von Edo Zanki. Der Song von Ulla Meinecke lebt von seiner Sparsamkeit: ein minimalistischer Drumcomputer, eine ganz sparsame E-Piano-Unterstützung und das Schnipsen. Er ist bis heute untrennbar mit dem Namen Ulla Meinecke verbunden.

Wer hat an dem Album mitgewirkt?

An Ulla Meineckes Album Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig wirkten unter anderem Herwig Mitteregger, Rosa Precht und Edo Zanki mit. Produziert wurde die Platte von Udo Arndt. Mitteregger, Schlagzeuger von Spliff, ist auf Feuer unterm Eis auch gesanglich zu hören.

Ist 50 Tips ein Cover?

Ja, 50 Tips auf Ulla Meineckes Album ist die deutsche Version von Paul Simons 50 Ways to Leave Your Lover aus dem Jahr 1975. Die Fassung trifft den Ton des Originals, ohne ihn Wort für Wort nachzubauen, und kann es laut Rezension mit dem Original aufnehmen.

Lohnt sich das Album heute noch?

Ja, Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig lohnt sich heute noch für alle, die deutschsprachigen Pop mögen, in dem der Text nicht Beiwerk ist. Sieben der neun Titel können laut Rezension mit Die Tänzerin mithalten. Schieß die Lichter aus und Süße Sünden sind dagegen typische keyboardlastige 80er-Songs.

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