Ladylike

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Ladylike

Ingrid Noll. Diogenes 2006, Gebundene Ausgabe, 323 Seiten, € 9,90

Rezension von: lilo05 | Rezensionsdatum:

Ladylike von

Was halten Sie von einer Alten-WG? Anneliese und Lore, Freundinnen von Kindesbeinen an, beide über 70,  praktizieren dieses Leben seit geraumer Zeit. Beide waren früher verheiratet, während Lore ihren Mann an eine Jüngere abtreten musste, half Anneliese den Gebrechen ihres leidenden Mannes etwas nach – schließlich gibt ihr Kräutergarten so einiges an Mittelchen her. Was geschieht jedoch mit zwei nach Zuneigung dürstenden Damen, wenn plötzlich ein Mann wie Ewald in ihrem Leben auftaucht?

Inhalt

Ewald ist ein alter Bekannter der beiden Damen aus Tanzstundenzeiten, charmant und gutaussehend. Zum Leidwesen von Anneliese und Lore ist er mit Bernadette verheiratet, die sich in einer Heidelberger Klinik wegen ihrer chronischen Polyarthritis behandeln lässt. Das verschafft dem älteren Herren außerhalb der Besuchszeiten immer wieder Gelegenheit, bei seinen Bewunderinnen vorbeizuschauen. Während Anneliese und Lore eifrig um seine Gunst buhlen, zeigt er sich galant zu beiden. Anneliese, die fülligere der beiden, schwingt mit ihm von Zeit zu Zeit das Tanzbein und kocht gut und gerne für ihn. Lore, die reichere, mit ihrem guten Geschmack für Kleider und Antiquitäten, begleitet ihn auf seinen Spaziergängen.

Nachdem Ewald dem Kräutertee seiner Frau ein folgenschweres Kräuterlein beimischte und diese das Zeitliche segnete, scheint er frei zu sein für Anneliese und Lore.

Eines vereint die Damen jedoch bei aller Konkurrenz immer wieder: ihre Eifersucht auf mögliche Nebenbuhlerinnen. So stellen sie auch eines Tages heimlich Nachforschungen über ihn an…

Die Geschichte wird noch etwas aufgepeppt durch ein studentisches Pärchen, das die beiden Damen durch Deutschland chauffiert, durch Rudi, den Nachfolger von Lores Antiquitätengeschäft, durch Annelieses Enkelkindern und Ewalds Familie. Ansonsten plätschert die Erzählung vor sich hin, ohne nennenswerte Höhen und Tiefen.

Fazit

Ingrid Noll stellt in diesem Roman die über 70-jährigen in den Mittelpunkt ihrer Erzählung. Sie bedient dabei allerdings durchgängig ein Anti-Klischee: teenagerhaftes Getue, Über-die-Stränge-schlagen und Jugendsprache wechseln sich ab. Dies wirkt unnatürlich und unglaubwürdig. Eine Schlüsselszene ist der Drogentrip, den die alten Freundinnen unternehmen. Dem Leser will es einfach nicht gelingen, sich mit den Hauptcharakteren zu identifizieren. Der bitterböse Humor, der Nolls ersten Werken anhaftet, kommt in Ladylike fast nicht zum Tragen. Die Geschichte besteht zwar aus einzelnen Anekdoten, aber die Autorin hat alle Mühe, diese Anekdoten zu einem Ganzen zu formen.

Es handelt sich bei diesem Werk um einen schlichten Unterhaltungsroman, der sicher nicht zu den besten Werken der Autorin gehört. Wer sich jedoch von dem genialen Handwerk der Autorin überzeugen lassen möchte, der sollte unbedingt ihren ersten Kriminalroman Der Hahn ist tot lesen.

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