rezension.org

Constantine

4 von 5 von Rezension.org · 2008-09-09 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Düsterer Mystery-Thriller mit starken Effekten und komplexer Story.

Constantine [2 DVDs]
Anzeige · Filme bei Amazon

Constantine [2 DVDs]

Verfügbarkeit und Preis direkt bei Amazon prüfen.

Preis bei Amazon ansehen →

Ein Exorzist mit Zigarette, eine Polizistin auf der Suche nach der Wahrheit über ihre tote Schwester und ein Höllenfürst, der sich einen Weg auf die Erde bahnen will: Constantine aus dem Jahr 2005 ist die Verfilmung eines Stoffes aus dem DC-Comicuniversum, genauer aus der Reihe Hellblazer. Regie führte Francis Lawrence, für den es das Spielfilmdebüt war. Das Drehbuch schrieben Kevin Brodbin und Frank Cappello, Handlungselemente stammen unter anderem aus dem Erzählbogen Dangerous Habits und aus Original Sins.

Worum geht es in Constantine?

Die Polizistin Angela Dodson ist sich sicher. Der Selbstmord ihrer Zwillingsschwester war keiner. Isabel galt als psychisch krank und wurde in einer Psychiatrie behandelt. Auf den Videoaufnahmen, die in der ganzen Klinik verbreitet sind, sieht man Isabel auf das Dach der Klinik zu laufen und sich in den Tod stürzen. Doch trotz alledem glaubt Angela nicht an einen Selbstmord. Sie ahnt, dass ihre Schwester von irgendetwas oder irgendjemandem getrieben wurde.

Aus dieser privaten Frage wird im Lauf des Films eine sehr viel größere. Denn der Tod Isabels ist kein Einzelfall, sondern Teil eines Plans, der die gesamte Weltordnung des Films betrifft.

Die Zwillingsschwester

Isabel ist die Figur, an der sich alles entzündet, obwohl sie fast nur in Rückblenden und Erzählungen auftaucht. Rachel Weisz spielt beide Schwestern und muss den Unterschied zwischen der pragmatischen Polizistin und der zerbrochenen Isabel allein über Haltung und Blick herstellen. Dass diese Doppelrolle funktioniert, gehört zu den Stärken des Films.

Der Dämonenjäger

John Constantine ist ein Dämonenjäger, der übernatürliche Phänomene wahrnehmen kann, ein Exorzist, der Dämonen jagt. Constantine hatte in seiner Jugend einen Selbstmordversuch gemacht, da er es nicht verkraften konnte, dass er Engel und Dämonen wahrnahm. Bei diesem Selbstmordversuch beschritt er den Weg zur Hölle und auch zurück. Constantine spürt Engel oder Dämonen auf, die sich nicht an den Pakt halten. Der Pakt wurde von Gott und dem Teufel geschlossen, und besagt, dass kein Engel oder Dämon Menschen direkt beeinflussen darf. Wer dagegen verstößt wird von Constantine gejagt und getötet. Constantine will sich so von der Todsünde wegen Selbstmordes reinwaschen. Unterstützt wird er vom Erzengel Gabriel und dem Taxifahrer Chas.

Diese Ausgangslage ist der eigentliche Motor des Films. Constantine handelt nicht aus Idealismus, sondern aus Eigennutz. Er versucht, sich einen Platz im Himmel zu erarbeiten, und weiß zugleich, dass sich Gnade nicht erkaufen lässt. Aus diesem Widerspruch bezieht die Figur ihre Härte und ihren Zynismus.

Die Regeln dieser Welt

Der Film nimmt sich Zeit, sein System zu erklären. Halbengel und Halbdämonen leben unter den Menschen, ohne ihre wahre Gestalt zu zeigen. Nur wer die Gabe hat, sieht sie. Wasser dient als Übergang zwischen den Welten, Weihwasser, Kreuze und geweihte Waffen sind Werkzeuge, keine bloßen Symbole. Dass diese Mechanik konsequent durchgehalten wird, macht den Film auch für Zuschauer nachvollziehbar, die den Comic nie gelesen haben.

Die Untersuchung

Angela trifft bei der Untersuchung des Todes ihrer Schwester auf John Constantine. Dieser erkennt, dass sich Vergehen gegen den Pakt häufen, und forscht nach. Dabei findet er heraus, dass sowohl Angela als auch Isabel Medien waren und schon als Kinder Engel und Dämonen sehen konnten. Angela hatte diese Fähigkeit immer verleugnet, Isabel wurde deswegen von Alpträumen geplagt und als verrückt in eine Klinik eingewiesen.

Damit dreht der Film seine Perspektive. Was zunächst wie ein Kriminalfall aussieht, wird zur Geschichte zweier Frauen, die dieselbe Gabe hatten und völlig unterschiedlich damit umgegangen sind. Die eine hat sie verdrängt und ist funktionsfähig geblieben, die andere ist an ihr zerbrochen.

Der Trip in die Hölle

John und Angela machen sich also auf den Weg in die Hölle. Dabei finden sie heraus, dass Mammon, der Sohn des Teufels, hinter Isabel her war. Durch sie versuchte er einen Weg auf die Erde zu finden um die Welt in Angst und Schrecken zu stürzen, schlimmer noch als die Hölle seines Vaters. Isabel sollte sein Opfer sein, doch diese rettete sich und die Welt, in dem sie vom Dach sprang. Doch Mammon hat erkannt, dass es noch jemanden gibt, der ihm bei der Verwirklichung seines Plans helfen kann: Angela!

Kann Angela sich dagegen wehren und kann Constantine die Welt vor der Schreckensherrschaft Mammons retten?

Die Figuren im Überblick

John Constantine

Keanu Reeves gibt Constantine als ausgebrannten Mann, der wenig Worte macht und noch weniger Hoffnung hat. Die Rolle lebt von Reduktion statt von großen Gesten, und genau das trägt den Film.

Angela Dodson

Rachel Weisz ist die Figur, über die das Publikum in diese Welt hineinfindet. Sie stellt die Fragen, die man selbst stellen würde, und ist gleichzeitig kein passives Anhängsel, sondern selbst Ziel des Konflikts.

Gabriel und Satan

Tilda Swinton spielt den Erzengel Gabriel bewusst kühl und geschlechtlich uneindeutig, was der Figur eine Fremdheit gibt, die weit besser funktioniert als jede klassische Engelsdarstellung. Peter Stormare taucht als Satan nur kurz auf, prägt aber jede Sekunde, in der er zu sehen ist. Diese beiden Auftritte gehören zu den am häufigsten genannten Höhepunkten des Films.

Einordnung und Rezeption

Constantine wurde bei seinem Kinostart 2005 von einem Teil der Kritik abgelehnt, vor allem wegen der Abweichungen von der Comicvorlage. Die Figur John Constantine ist im Hellblazer-Comic ein blonder Brite, im Film ein dunkelhaariger Amerikaner. Über die Jahre hat der Film jedoch einen festen Kreis von Anhängern gewonnen und gilt heute als Kultfilm. Regisseur Francis Lawrence, der hier sein Spielfilmdebüt gab, drehte später weitere große Studioproduktionen.

Für wen lohnt sich Constantine?

Der Film richtet sich an alle, die düstere Mystery mit religiöser Bildsprache mögen und Action nicht als Selbstzweck brauchen. Wer Wert auf eine originalgetreue Comicverfilmung legt, wird sich an den Freiheiten stören. Wer dagegen einen in sich geschlossenen, atmosphärisch dichten Film sucht, kommt hier auf seine Kosten. Für Kinder ist Constantine wegen einzelner brutaler Szenen und der durchweg bedrohlichen Stimmung nicht geeignet.

Fazit: Lohnt sich Constantine?

Ein sehr spannender aber auch sehr düsterer und teilweise auch brutaler Film. Genial sind die Special Effects und die Schauspieler, allen voran Keanu Reeves. Auch für „Nicht-Comic-Fans„ geeignet. Die Story ist gut und komplex erzählt. Sehr, sehr spannend und viel Action!

DVD

• Audiokommentar : Disc 1 von Regisseur Francis Lawrence, Produzenten Akiva Goldsman und Drehbuchautoren Frank Capello und KevinBrodbin (ohne Untertitel); DVD ROM Features : Disc 2: Demoversion CONSTANTINE PC - Spiel • Dokumentation : Disc 2 Die Produktion aus der Hölle (Produktionselemente von Schlüsselszenen); Dokumentationen : Disc 2 Die Darstellung der Unterwelt: (Erklärung der Visual Effects ) • Featurette : Disc 2 CONSTANTINES Sicht des Universums (religiöse, historische Mythen und Fakten); Making Of : Disc 2 CONSTANTINES Entstehung (Making Of und Info über den ‚Hell Blazer’ - Comic Character) • Music Video : Disc 1 ‚Passive’ von A Perfect Circle; Nicht verwendete Szenen : Disc 2 mit opt. Kommentar von Regisseur Francis Lawrence • Trailer : Disc 1 Teaser- und Kinotrailer & viele weitere mehr! : Disc 2 Blick in die Zukunft: Die Kraft der Vorsehung mit opt. Kommentar von Regisseur Francis Lawrence

John Constantine - Keanu Reeves Angela & Isabel Dodson - Rachel Weisz Midnite - Djimon Hounsou Chas Kramer - Shia LaBeouf Gabriel - Tilda Swinton Satan - Peter Stormare Balthasar - Gavin Rossdale

Regie: Francis Lawrence Warner Home Video

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in Constantine?

Der Exorzist John Constantine jagt Dämonen, die gegen den Pakt zwischen Gott und dem Teufel verstoßen und Menschen direkt beeinflussen. Gemeinsam mit der Polizistin Angela Dodson geht er dem angeblichen Selbstmord ihrer Zwillingsschwester Isabel nach. Dahinter steckt Mammon, der Sohn des Teufels, der sich einen Weg auf die Erde bahnen will.

Auf welcher Vorlage basiert Constantine?

Der Film beruht auf der DC-Comicreihe Hellblazer rund um die Figur John Constantine. Handlungselemente stammen unter anderem aus dem Erzählbogen Dangerous Habits sowie aus Original Sins. In Aussehen und Herkunft der Hauptfigur weicht der Film deutlich von der Comicvorlage ab.

Wer spielt in Constantine mit?

Keanu Reeves spielt John Constantine, Rachel Weisz die Zwillinge Angela und Isabel Dodson. Dazu kommen Shia LaBeouf als Chas Kramer, Tilda Swinton als Gabriel, Djimon Hounsou als Midnite und Peter Stormare als Satan. Gavin Rossdale ist als Balthasar zu sehen.

Ist Constantine auch ohne Comic-Kenntnisse verständlich?

Ja. Der Film erklärt seine Regeln, also den Pakt zwischen Gott und Teufel und die Rolle der Halbwesen, aus sich heraus. Comic-Leser erkennen zusätzliche Anspielungen, notwendig ist die Vorlage für das Verständnis aber nicht.

Für wen ist Constantine nichts?

Wer leichte Fantasy-Unterhaltung sucht, ist hier falsch. Der Film ist durchgehend düster, in einzelnen Szenen brutal und arbeitet mit religiöser Bildsprache. Für Kinder ist er nicht geeignet.

Deine Bewertung

Teile deine Erfahrung zu „Constantine". Bewertungen werden vor Veröffentlichung geprüft.