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Die Hexe und der Zauberer

4,5 von 5 von Rezension.org · 2008-08-21 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Charmanter Disney-Klassiker um Merlin und den jungen Arthur.

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Vorwort

Die Zeiten sind düster im mittelalterlichen England. Der König ist seit Jahren tot und es gibt keinen Nachfolger. Die Sage erzählt, dass nur derjenige König von England werden kann, der ein Schwert, das in einem Stein steckt, herausziehen kann. Viele Männer versuchen ihr Glück, doch keiner schafft es, das Schwert auch nur zu bewegen. Und so gerät das Schwert langsam in Vergessenheit. Doch das Land braucht dringend einen König.

Merlin ist ein großer Zauberer. Er wohnt im Wald mit seinem Haustier, einem mürrischen Kauz namens Archimedes. Merlin sitzt am Tisch, der für zwei Personen gedeckt ist. Noch ist der Gast nicht da, aber Merlin weiß genau, dass er kommt. Und er markiert die Stelle in seinem Dach, wo der Gast hereinfallen wird. Archimedes ist skeptisch, doch Merlin ist sich ganz sicher. Der Junge, auf den er wartet, ist ein kleiner, dürrer Kerl. Merlin weiß noch nicht genau, wieso dieser Junge zu ihm geschickt wird, doch er weiß, dass dahinter ein größerer Sinn steckt.

Wie lautet der englische Titel von Die Hexe und der Zauberer?

Im Original heißt der Film „The Sword in the Stone“, also „Das Schwert im Stein“. Der Originaltitel benennt damit genau das, worum es geht: die Prüfung, an der sich das ganze Land vergeblich versucht. Der deutsche Verleihtitel setzt stattdessen auf Merlin und Madam Mim, obwohl die beiden nur in einer einzigen, wenn auch großartigen Episode aufeinandertreffen. In Deutschland kam der Film am 17. Dezember 1964 in die Kinos, damals sogar noch unter dem Titel „Merlin und Mim“.

Wer den englischen Titel kennt, findet den Film in Streamingdiensten und Datenbanken deutlich schneller. Auch die literarische Vorlage von T. H. White trägt diesen Namen; sie wurde später als erster Teil von „The Once and Future King“ veröffentlicht, auf Deutsch bekannt als „Der König auf Camelot“.

Wer ist Arthur in Die Hexe und der Zauberer?

Arthur ist die eigentliche Hauptfigur, auch wenn der deutsche Titel etwas anderes verspricht. Im Film wird er durchgehend Floh genannt, ein Spitzname, der seine Stellung im Haus beschreibt: Er ist der schmächtige Junge, der die Arbeit macht, die sonst niemand machen will. Dass ausgerechnet er der künftige König Artus ist, weiß im Film zu Beginn nur Merlin.

Der verirrte Pfeil

Der kleine Arthur, genannt Floh, lebt auf der Burg bei seinem Stiefvater Ector. Dort muss er viele Aufgaben erledigen, wie Geschirr spülen und aufräumen. Doch gerade im Moment verfolgt er seinen Stiefbruder Kay, der auf der Jagd ist. Als er Kay beim Schießen stört, verschießt dieser einen Pfeil, der sich im nahen Wald verliert. Kay ist wütend auf Floh, doch dieser bietet sich sofort an, den Pfeil zu suchen. Sofort macht sich der Junge auf und rennt in den Wald. Er sieht den Pfeil auf einem Baum, klettert darauf und stürzt ab. Genau durch das Dach von Merlins Haus. Und er sitzt genau auf dem Stuhl, den Merlin für ihn bereitgestellt hat.

Die Erziehung

Merlin erklärt dem kleinen Floh, dass er ihn von nun an begleiten und ihm eine Erziehung zukommen lassen will. Denn schließlich hätte er eine große Zukunft. Floh glaubt nicht so recht daran. Doch nimmt er den alten Mann gerne mit auf die Burg, nachdem dieser seine komplette Einrichtung in kurzer Zeit in eine Reisetasche verpackt hat. Auf der Burg angekommen zieht Merlin mit Archimedes in den alten Turm. Dort beobachten die beiden, wie Sir Ector seinen Sohn Kay für ein Turnier ausbildet. Denn die Regeln des Turniers sagen, dass der Gewinner des Turniers der neue König von England werden soll! Floh ist sehr aufgeregt, darf er doch Schildknappe bei Kay werden. Doch Merlin hat noch anderes mit ihm vor.

Die Verwandlungen

Merlin bringt Floh zuerst das Lesen bei. Dann lässt er ihn alle seine Bücher lesen. Doch auch andere Dinge im Leben sind wichtig, nicht nur die Bildung. Daher verwandelt Merlin den kleinen Arthur erst einmal in einen Fisch. Als Arthur im Teich schwimmt, wird er von einem Hecht angegriffen und lernt seine erste Lektion: Gerissenheit ist besser als Stärke. Später verwandelt Merlin Floh in ein Eichhörnchen und der lernt nicht nur die Schwerkraft, sondern auch die Macht der Liebe kennen. Zu guter Letzt verwandelt Merlin Floh in einen Vogel, damit er seinen Traum vom Fliegen verwirklichen kann. Als Floh so durch die Lüfte schwebt, wird er von einem Adler angegriffen. Er kann sich nur retten, indem er durch den Kamin eines Hauses fliegt. Doch leider gehört dieses Haus der Hexe Madam Mim. Merlin fordert sie auf, den kleinen Vogel freizulassen. Doch Madam Mim denkt nicht daran. Merlin fordert sie also zu einem Zauberduell auf. Madam Mim ist hocherfreut.

Das Turnier

Nachdem Merlin Madam Mim als Bazillus besiegt hat, machen sie sich wieder auf den Weg zurück zur Burg. Merlin denkt, er hätte Floh nun alles Wichtige beigebracht. Doch dieser will immer noch Schildknappe bei seinem Bruder Kay werden. Merlin weiß, dass das Zeitverschwendung ist, doch Floh sieht das nicht so. Enttäuscht macht sich Merlin auf - auf die Bermudas! Doch Archimedes steht Floh bei und reist mit ihm zum Turnier. Am Tag des Wettkampfes stellt Floh fest, dass er Kays Schwert in der Herberge vergessen hat. Als er zurückeilt und es holen möchte, ist das Haus abgeschlossen. Was soll er denn tun? Da sieht er auf dem Marktplatz ein Schwert in einem Stein stecken. Da das seine letzte Rettung ist, zieht er das Schwert aus dem Stein. Die umstehenden Leute können es nicht glauben: Dieser kleine dürre Junge soll der neue König sein?

Das Zauberduell mit Madam Mim

Die Szene, die dem Film seinen deutschen Titel gegeben hat, ist zugleich seine bekannteste. Madam Mim ist keine strategisch denkende Bösewichtin, sondern eine Figur, die das Zaubern als Sport betreibt und sich vor allem selbst gefällt. Genau daraus zieht das Duell seinen Witz: Sie verwandelt sich in immer größere Ungeheuer, während Merlin die kleinste denkbare Lösung wählt und als Bazillus gewinnt.

Für Kinder ist das eine reine Verwandlungsnummer, für ältere Zuschauer die Pointe des ganzen Films: Wissen schlägt Angeberei. Dass Madam Mim danach aus der Handlung verschwindet, ist die eigentliche Schwäche der Konstruktion, denn als Gegenspielerin hätte sie mehr hergegeben.

Hintergrund zum Film

„Die Hexe und der Zauberer“ erschien 1963 und ist der 18. abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt Disney Studios. Er war zugleich der letzte Disney-Zeichentrickfilm, der noch zu Walt Disneys Lebzeiten in die Kinos kam. Regie führte Wolfgang Reitherman, das Drehbuch schrieb Bill Peet, der die umfangreiche Vorlage von T. H. White auf eine Reihe von Lehrstücken eindampft.

Die Musik stammt von George Bruns, die Lieder schrieben Richard M. und Robert B. Sherman. Für die Sherman-Brüder, die später „Mary Poppins“ und „Das Dschungelbuch“ prägen sollten, war es die erste Arbeit an einem abendfüllenden Disney-Zeichentrickfilm. Die Songs sind eingängig, ohne die Geschichte zu unterbrechen, und mit „Higitus Figitus“ hat der Film einen Ohrwurm, der ohne Handlungsbezug auskommt.

Für wen lohnt sich der Film?

Für Familien mit Grundschulkindern ist der Film ein guter Einstieg in die Artussage. Er erklärt nichts von oben herab, sondern erzählt in Episoden, die einzeln funktionieren. Wer einen durchgehend spannenden Abenteuerfilm erwartet, wird dagegen merken, dass die Handlung episodisch bleibt und erst am Schluss auf ihr Ziel zuläuft.

Sammlern von Disney-Klassikern bietet die DVD-Ausgabe ordentliches Zusatzmaterial, darunter zwei Kurzfilme und ein Blick auf die Musik der Produktion.

Fazit: Lohnt sich Die Hexe und der Zauberer?

Die König-Artus-Sage mal ganz anders. Zauberhaft umgesetzte Story, schön gezeichnet und mit viel - wie bei Disney wohlbekannt - versteckten Hinweisen. Denn (fast) alle Disney-Filme haben einen tieferen Sinn, der nett verpackt ist. Ich mag diesen Film sehr, auch wenn ich mir bei dem Titel „Die Hexe und der Zauberer“ mehr Szenen von den beiden gewünscht hätte. Unvergessen die Szenen, in denen Merlin seine Tasche packt und - meine persönliche Lieblingsszene - in der Merlin Archimedes und Arthur ein Flugzeug zeigt. Wenn sich der Kauz vor Lachen auf dem Fensterbrett kringelt, kann auch ich nicht mehr aufhören zu lachen. Ein schöner Film für die ganze Familie.

DVD-Specials

Kurzfilm: „Ein Ritter für einen Tag“

Kurzfilm: „Tapferes kleines Schneiderlein“

Hinter den Kulissen: „Die Musik“

Sing mit uns „Higitus Pigitus“

Sing mit uns „Ja, das ist der Lauf der Welt“

Interaktives Album

Trailershow

Szenenauswahl

Häufig gestellte Fragen

Wie lautet der englische Titel von Die Hexe und der Zauberer?

Der Originaltitel ist „The Sword in the Stone“, also „Das Schwert im Stein“. Der deutsche Verleihtitel rückt Merlin und die Hexe Madam Mim in den Vordergrund, obwohl beide gemeinsam nur eine Episode bestreiten. In Deutschland lief der Film ab dem 17. Dezember 1964 zunächst sogar unter dem Titel „Merlin und Mim“.

Wer ist Arthur in Die Hexe und der Zauberer?

Arthur ist der schmächtige Waisenjunge, den alle nur Floh nennen. Er lebt als Küchenhilfe auf der Burg seines Stiefvaters Ector und soll Schildknappe seines Stiefbruders Kay werden. Am Ende zieht er das Schwert aus dem Stein und wird damit zum König von England, also zum späteren König Artus.

Auf welcher Vorlage beruht der Film?

Die Geschichte geht auf den Roman von T. H. White zurück, der später als Teil von „The Once and Future King“ erschien, auf Deutsch als „Der König auf Camelot“. Das Drehbuch schrieb Bill Peet, der die Vorlage deutlich verknappt und für Kinder zugespitzt hat.

Aus welchem Jahr stammt Die Hexe und der Zauberer?

Der Film erschien 1963 und ist der 18. abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt Disney Studios. Er war zugleich der letzte Zeichentrickfilm des Studios, der noch zu Walt Disneys Lebzeiten in die Kinos kam. Regie führte Wolfgang Reitherman.

Welche Verwandlungen erlebt Floh im Film?

Merlin verwandelt ihn nacheinander in einen Fisch, in ein Eichhörnchen und in einen Vogel. Jede Verwandlung transportiert eine Lektion: Gerissenheit schlägt Stärke, Liebe lässt sich nicht erzwingen, und der Traum vom Fliegen führt ihn ausgerechnet in den Kamin von Madam Mim.

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