Dirty Dancing
Kurzfazit: Kultstatus unbestritten, für diesen Geschmack aber zu viel Schmalz.
Dirty Dancing (Anniversary Edition, 2 DVDs)
17,40 € Stand: 06.09.2026
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Zum Angebot bei Amazon →Worum geht es in Dirty Dancing?
Ein Familienurlaub im Sommer 1963, ein Ferienresort in den Catskills und eine 17-Jährige, die zum ersten Mal etwas erlebt, das nicht im Plan ihres Vaters vorgesehen ist. Aus dieser Ausgangslage entwickelt sich eine Liebesgeschichte über Klassenunterschiede, die vor allem deshalb funktioniert, weil sie nicht nur getanzt, sondern auch verhandelt wird.
Der Film kam 1987 in die Kinos, Regie führte Emile Ardolino, das Drehbuch stammt von Eleanor Bergstein. Die Distanz von rund zwei Jahrzehnten zwischen Handlungszeit und Produktionszeit ist beabsichtigt: Erzählt wird der letzte Sommer vor den großen gesellschaftlichen Umbrüchen.
Der Sommerurlaub
Familie Houseman verbringt den Sommerurlaub im Jahr 1963 in einem Ferienresort namens „At Kellerman’s”. Dort verbringen viele Familien aus der oberen Mittelschicht ihren Urlaub. Die Housemans sind dort mit ihren beiden Töchtern, der 19jährigen Lisa und der 17jährigen Francis, genannt Baby.
Die Lieblingstochter
Dr. Houseman ist total vernarrt in seine jüngste Tochter Baby, die gerne die Welt verändern würde und für Frauenrechte einsteht. Baby ist ihrem Vater sehr ähnlich, Lisa hingegen ist sehr oberflächlich. Doch natürlich unterstützt Dr. Houseman seine beiden Töchter gleichermaßen und behütet sie.
Der Tanzlehrer
Baby macht einen Tanzkurs und lernt dabei den Tanzlehrer Johnny Castle kennen. Sofort ist sie Feuer und Flamme für den gutaussehenden jungen Mann. Ein Freund nimmt sie mit in die für Gäste verbotenen Unterkünfte der Angestellten. Dort sieht sie Johnny und Penny, seine Partnerin und ehemalige Freundin, beim „Dirty Dancing” zu.
Diese Szene markiert die eigentliche Trennlinie des Films. Vorne im Haus tanzen die zahlenden Gäste brav Standard, hinten in den Personalunterkünften tanzen die Angestellten körperlich, ungeniert und mit deutlich mehr Können. Baby wechselt vom einen Raum in den anderen und damit die Seite.
Der Deal
Penny ist schwanger, doch nicht von Johnny. Sie sieht nur einen Ausweg: Abtreibung. Doch der einzige Arzt, der das macht ist nur an einem bestimmten Tag in der Stadt. Doch genau an diesem Tag sind Penny und Johnny für einen Tanzauftritt angemeldet. Baby schlägt vor, für Penny einzuspringen. Doch dann fehlt Penny immer noch das Geld. Baby leiht sich das Geld von ihrem Dad, ohne ihm zu sagen wofür. Endlich wäre alles geregelt, doch es gibt noch ein letztes Problem: Baby kann nicht tanzen!
Dieser Handlungsstrang ist der Grund, warum der Film mehr ist als eine Sommerromanze. 1963 waren Abtreibungen in den USA illegal, Pennys einzige Option ist entsprechend ein Hinterzimmer. Eleanor Bergstein hat diesen Strang bewusst gesetzt, und er hält den Film bis heute davon ab, reine Nostalgie zu sein.
Der Crash-Kurs
Johnny und Baby trainieren also für den Auftritt. Dabei kommen die beiden sich näher und verlieben sich. Der Auftritt gelingt einigermaßen. Doch Pennys Abtreibung lief nicht so gut wie geplant. Der Arzt war ein Pfuscher und Penny liegt schwer krank in ihrer Unterkunft. Baby holt ihren Vater, damit er Penny heilt. Sofort zieht Dr. Houseman den Schluss, dass Johnny der Vater von Pennys Kind war und verbietet Baby den Umgang mit ihm.
Das Finale in Kellerman’s
Zum Abschluss der Saison kehrt Johnny in den Speisesaal zurück, holt Baby aus der Zuschauerreihe und tanzt mit ihr vor der versammelten Belegschaft und den Gästen. Der Satz, mit dem er sie holt, und die Hebefigur zum Schlusslied gehören zu den meistzitierten Momenten der Filmgeschichte. Genau dieser Schluss ist es auch, der den Film für die einen unantastbar und für die anderen unerträglich macht.
Die Musik
Der Soundtrack ist bei diesem Film kein Beiwerk, sondern die halbe Miete. „(I’ve Had) The Time of My Life” gewann den Oscar für den besten Originalsong, geschrieben wurde er von Franke Previte, John DeNicola und Donald Markowitz. Dazu kommen „Hungry Eyes” und „She’s Like the Wind”, das Patrick Swayze selbst singt.
Dass diese Lieder seit Jahrzehnten im Radio laufen, hält den Film dauerhaft präsent – und sorgt zugleich für einen Übersättigungseffekt, den man dem Werk selbst kaum anlasten kann.
Besetzung
Frances „Baby” Houseman - Jennifer Grey
Johnny Castle - Patrick Swayze
Jake Houseman - Jerry Orbach
Marjorie Houseman - Kelly Bishop
Lisa Houseman - Jane Brucker
Penny Johnson - Cynthia Rhodes
Regie: Emile Ardolino
Concorde
Fazit: Lohnt sich Dirty Dancing?
DER Liebesfilm schlechthin. Als ich den Film das erste Mal sah fand ich ihn noch ganz nett, aber nichts Besonderes. Doch mittlerweile kommt dieser Film beinahe jeden dritten Monat im TV und man kann ihn nicht mehr sehen. Zuviel Herz-/Schmerz und zuviel Schmalz. Auch die Musik kann man nicht mehr hören. Überhaupt nicht mein Ding!
Fairerweise gehört dazu: Was hier als Übersättigung stört, ist bei anderen genau der Grund, den Film immer wieder einzuschalten. Die Tanzszenen sind handwerklich stark, Jennifer Grey und Patrick Swayze harmonieren, und die Nebenhandlung um Penny hat mehr Substanz, als der Ruf als Schmusefilm vermuten lässt.
Für wen lohnt sich der Film?
Für Zuschauer, die romantische Filme mit Tanz und Musik mögen und den Klassiker noch nicht kennen, ist er Pflichtprogramm. Für alle, die ihn schon fünfmal gesehen haben, bringt eine weitere Ausstrahlung wenig Neues. Und wer Kitsch grundsätzlich nicht erträgt, sollte den Selbstversuch gar nicht erst starten.
DVD-Specials
- Dirty Dancing : Live in Concert; Probeaufnahmen mit Jennifer Grey;
- Interviews mit Jennifer Grey, Eleanor Bergstein, Kenny Ortega und Miranda Garrison;
- 3 Musikvideos: Hungry Eyes, She’s like the Wind, (I’ve had) The Time of my Life;
- 2 Audiokommentare; Mambo-Tanzkurs in Kooperation mit ADTV;
- Making Of; Behind the Scenes; u.v.m.
Die Ausstattung ist damit für eine ältere Veröffentlichung ordentlich. Vor allem die Interviews mit Drehbuchautorin Eleanor Bergstein und Choreograf Kenny Ortega sind interessant, weil sie zeigen, wie stark der Film aus der Tanzarbeit heraus entwickelt wurde und nicht umgekehrt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Dirty Dancing?
Die 17-jährige Frances Houseman, von allen Baby genannt, verbringt im Sommer 1963 mit ihrer Familie den Urlaub im Ferienresort Kellerman's. Dort lernt sie den Tanzlehrer Johnny Castle kennen, springt für dessen verletzte Partnerin Penny bei einem Auftritt ein und verliebt sich in ihn. Der Konflikt entsteht, weil Johnny aus einer ganz anderen Gesellschaftsschicht kommt als die Familie Houseman.
Wann und wo spielt Dirty Dancing?
Der Film spielt im Sommer 1963 in einem Ferienresort in den Catskills nordwestlich von New York, in einer Urlaubsregion, die vor allem von Familien der oberen Mittelschicht besucht wurde. Gedreht und veröffentlicht wurde er 1987, die zeitliche Distanz von rund 24 Jahren ist Teil der nostalgischen Wirkung.
Wer spielt in Dirty Dancing die Hauptrollen?
Jennifer Grey spielt Frances Baby Houseman, Patrick Swayze den Tanzlehrer Johnny Castle. Daneben sind Jerry Orbach als Vater Jake Houseman, Kelly Bishop als Marjorie Houseman, Jane Brucker als Schwester Lisa und Cynthia Rhodes als Penny Johnson zu sehen. Regie führte Emile Ardolino, das Drehbuch schrieb Eleanor Bergstein.
Welche Lieder kommen in Dirty Dancing vor?
Bekannt sind vor allem (I've Had) The Time of My Life, Hungry Eyes und She's Like the Wind. Der Abschlusssong gewann den Oscar für den besten Originalsong und wird Franke Previte, John DeNicola und Donald Markowitz zugeschrieben. Der Soundtrack wurde ein eigener Verkaufserfolg und ist bis heute der Hauptgrund, warum der Film ständig im Fernsehen läuft.
Ist Dirty Dancing ein Film für die ganze Familie?
Nur bedingt. Der Film gilt als Liebesfilm, behandelt aber mit einer illegalen Abtreibung ein hartes Thema und zeigt die Folgen eines Pfuscheingriffs deutlich. Für jüngere Kinder ist er deshalb weniger geeignet, als es der Ruf als Tanzfilm vermuten lässt.
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