Eduardo Galeano: Fast eine Weltgeschichte. Spiegelungen
Inhalt
428 Seiten, ein dickes Buch, voller kurzer und kürzester Geschichten über Geschichte, kleiner Hinweise darauf, dass Weltgeschichte keineswegs immer so ist, wie wir sie in der Schule lernen. Meist sind es die Medaillen-Rückseiten, der ach so großen Geschichte, der Erfolge, des Fortschritts. Geschichten, die einen kleinen Stachel hinterlassen, in ihrer Konsequenz Schmerzen verursachen.
Der Affe, der als erstes menschenähnliches Wesen in das Weltall flog, uns Menschen zeigte, dass dies möglich war, verbrachte sein restliches Leben nach der erfolgreichen Landung auf seinem Heimatplaneten in diversen Zoos.
Noch 2007 hielt es James Watson, US-Amerikaner und Nobelpreisträger für Medizin, es für wissenschaftlich erwiesen, dass Schwarze weniger intelligent seien als Weiße. Watson war selbstverständlich weiß.
Sukeina, die Urenkelin des Propheten Mohammed. trug nie einen Schleier und verurteilte sein Tragen lauthals. Sie heiratete fünfmal und in allen fünf Eheverträgen weigerte sie sich, ihrem jeweiligen Gemahl gehorsam zu sein.
Der heilige Pedro Damian verfluchte die Gabel: „Gott hätte uns keine Finger gegeben, wenn er gewollt hätte, dass wir dieses Instrument des Satans benutzen.“
George Washington schlug zur Vernichtung der Indianer die völlige Zerstörung ihrer Siedlungen vor, Thomas Jefferson fand, Rum könne ein adäquates Mittel sein, die Wilden auszurotten.
Der größte Kassenschlager der Stummfilmära und der erste Film, der im Weißen Haus Premiere hatte, hieß “ Die Geburt einer Nation“ und stellt eine Hymne an den Ku-Klux-Klan und die Vorherrschaft der Weißen dar. Präsident Woodrow Wilson applaudierte stehend.
Galeano betrachtet die Texte von Nationalhymnen, die blutrünstiger kaum sein können, weist darauf hin, dass die Pluderhosen der Gauchos Lateinamerikas eigentlich in England für die türkische Armee angefertigt worden waren und die Engländer nach dem Krimkrieg neue Abnehmer für die „türkische“ Kleidung suchten, die sie am Rio de la Plata fanden. Galeano erzählt von dem Bankett Lord Lyttons für Queen Victoria und stellt dem gegenüber, ungefähr wie viele Inder in der gleichen Zeit, inmitten einer Dürre, verhungerten.
Es ist keine Frage, auf wessen Seite Galeano steht und sein Blick richtet sich mehr auf den Süden dieser Welt als auf den Norden, dessen Geschichte für die Europäer offensichtlich so ungleich wichtiger ist. Nicht für Galeano. Er ist Uruguayer, 1940 in Montevideo geboren. Von 1976 bis 1985 lebte er ihm spanischen Exil, nach Beendigung der Militätdiktatur in Uruguay kehrte er in seinem Heimatland zurück. Er ist unter anderem auch der Autor von «Die offenen Adern Lateinamerikas», dem Grundlagenwerk über die Geschichte des Kolonialismus in Lateinamerika.
Fazit
Sein Buch, ein Konglomerat, kann man unmöglich lesen, man kann immer wieder darin blättern, sich hier und da festlesen, oft „oh, das wusste ich nicht“ sagen und weiterblättern. Ein dickes Buch voller Miniaturen, die Ungeheuerliches, Unglaubbares freilegen. Galeano ist geradezu besessen davon, Geschichte zu erinnern, besonders die Geschichte von „Oben“ und „Unten“ , Geknechteten und Ausbeutern. Ein gutes Buch für den Nachttisch, für die Kurzlektüre vor dem Einschlafen, auch wenn man Galeanos Weltverstehen das eine oder andere Mal für zu einfach, zu Schwarz-Weiß hält, vielleicht manchmal ein wenig zu klassenkämpferisch – die Fakten kann man ruhig wissen. Und Galeano rundet unser Geschichtsbild unzweifelhaft ab – schade nur, dass er konsequent auf Quellenangaben verzichtet. man möchte doch mehr wissen.
- AUF EINEN BLICK VISUALISIERUNG DER CIVILIZATION: Verbessern Sie das Wissen Ihrer ganzen Familie über die Geschichte und genießen Sie gleichzeitig Spaß. Diese Karte ist eine Reproduktion einer antiken Karte, diese enthält Flecken, Falten und schlammige Bereiche, die auf der ursprünglichen Karte sind. Mängel sind NICHT auf schlechte Druckqualität zurückzuführen, sondern spiegeln das originale antike/Vintage-Kartenbild wider. Beispiele finden Sie in der Nahaufnahme Ansichten.
- Ein wertvolles Forschungstool, das als Kunst entdeckt wurde: Entdecken Sie 4000 Jahre Weltgeschichte wie nie zuvor. Diese große Karte macht es leicht, die Verschiebung von Ideen, ethnischen Gruppen, Überzeugungen und Herrschern zu verstehen. Die Zeitperiode von 2000 v. Chr. - 2000 AC zeigt den Aufstieg und den Sturz von Imperien nebeneinander, so dass Sie deutlich sehen können, wie unterschiedliche Ideologien und Kulturen dauern (oder nicht). Vergleichen Sie die Länge und das Niveau der Macht zeitgenössischer Staaten, Nationen und Reiche (manche haben Sie vielleicht nicht einmal gewusst, dass sie existiert)
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