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Killing Joke - Brighter Than A Thousand Suns

4 von 5 Alle Rezensionen zu Killing Joke von Rezension.org · 2011-07-19 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Der würdige Nachfolger von Night Time, düster, melodisch und unterschätzt.

Brighter Than a Thousand Suns
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Brighter Than a Thousand Suns

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Die Titelliste

  1. Adorations
  2. Sanity
  3. Chessboards
  4. Twilight Of The Mortal
  5. Love Of The Masses
  6. A Southern Sky
  7. Victory
  8. Wintergardens
  9. Rubicon
  10. Goodbye To The Village
  11. Exile

Worum geht es auf Brighter Than A Thousand Suns?

Nach dem fulminanten Night Time veröffentlichten Killing Joke im Jahr darauf den Nachfolger Brighter Than A Thousand Suns, der stilistisch wie eine Fortsetzung des Albums klingt. Sind die Ingredienzien doch dieselben: düstere Keyboardsounds und Geordies rasierklingenscharfe Gitarrenriffs treffen auf Jaz Colemans melancholischen Gesang. Somit kann das Album auch gut als Night Time Part 2 bezeichnet werden, was ich jetzt aber gar nicht negativ meine, sondern ganz im Gegenteil als Lob.

Inhaltlich bleibt die Band ihrem Grundthema treu. Es geht um Untergang, Verlust und Abschied, um eine Welt, die auf etwas zuläuft, das niemand aufhalten kann. Was den Ton dieser Platte ausmacht, ist die Verbindung dieser Endzeitstimmung mit ausgesprochen schönen Melodien. Nichts hier klingt nach Wut, alles nach Wehmut.

Die Fakten zum Album

Brighter Than A Thousand Suns erschien im November 1986 bei E.G. Records und ist das sechste Studioalbum von Killing Joke. Aufgenommen wurde es unter anderem in den Hansa Tonstudios in Berlin. Als Produzenten sind Chris Kimsey, Stewart Levine und Chris Tsangarides genannt. Die Besetzung bestand aus Jaz Coleman an Gesang und Keyboards, Geordie Walker an der Gitarre, Paul Raven am Bass und Paul Ferguson am Schlagzeug.

Als Singles wurden „Adorations” im August 1986 und danach „Sanity” ausgekoppelt, das in den britischen Singlecharts Platz 70 erreichte. Ein Hit im großen Stil wurde die Platte damit nicht, was in der Rückschau erstaunt, denn zugänglicher als hier haben Killing Joke selten geklungen.

Der Streit um die Mixe

Ein Detail der Entstehungsgeschichte erklärt, warum das Album unter Fans bis heute diskutiert wird. Ursprünglich hatte Chris Kimsey die Platte abgemischt, mit Ausnahme von „A Southern Sky”. E.G. Records wollte einen kommerzielleren Klang und ließ die Kimsey-Mixe durch neue Fassungen von Julian Mendelsohn ersetzen, gegen den ausdrücklichen Willen der Band. Nur „Twilight Of The Mortal” blieb, wie Kimsey es hinterlassen hatte. Die ursprüngliche Fassung des Albums kam erst 2007 heraus. Wer die veröffentlichte Version kennt und mit ihr nicht warm wird, sollte die Kimsey-Variante suchen, sie klingt rauer und weniger geglättet.

Die Songs im Einzelnen

Adorations

Schon das Eröffnungsstück „Adorations” zieht den Hörer mit düsteren Keyboards sofort in seinen Bann, Jaz Coleman versteht es wie kaum ein Zweiter, mit seiner Stimme solch tiefe Gefühle zu erzeugen. Als erste Single war der Song die Visitenkarte des Albums und markiert zugleich den Punkt, an dem Killing Joke am weitesten in Richtung Pop gegangen sind.

Chessboards und Love Of The Masses

Die schneidigen Gitarrenakkorde in „Chessboards” sind einfach göttlich. „Love Of The Masses” treibt einem die Tränen in die Augen, so schön und traurig ist es. Beide Stücke zeigen, wie die Band ihre Härte in Melodie übersetzt hat, ohne den charakteristischen Gitarrenklang aufzugeben.

Wintergardens und Goodbye To The Village

„Wintergardens” entführt den Hörer in eine kalte Winterlandschaft und „Goodbye To The Village” stimmt einen wehmütig über einen bevorstehenden Abschied. Diese beiden Titel stehen für die bildhafte Seite des Albums, für die Fähigkeit der Band, mit wenigen Mitteln ganze Landschaften zu erzeugen.

Sanity

Die zweite Single und der Titel, an dem sich am besten ablesen lässt, wohin die Band damals wollte. Ein Refrain, der im Radio funktioniert, darunter aber weiterhin der kalte, metallische Klang, für den Killing Joke stehen. Über Platz 70 der britischen Charts kam die Single nicht hinaus, was mehr über den Zeitpunkt aussagt als über den Song.

Das Cover und der Titel

Das Albumcover ist im schlichten Schwarz-Weiß gehalten und zeigt ein Porträt des KJ-Frontmanns Jaz Coleman. Im Inlay der CD gibt es alte Texte und Porträts der übrigen Bandmitglieder zu bestaunen. Der Titel des Albums nimmt übrigens Bezug auf die Beschreibung einer Atombombenexplosion, dass sie heller sei als tausend Sonnen. Für eine Band, die seit ihrem ersten Album mit apokalyptischen Bildern arbeitet, ist das eine folgerichtige Wahl.

Die Einordnung im Werk der Band

Von vielen Fans wurde beklagt, dass Killing Joke in dieser Phase ihres Schaffens den rauen Punksound der Vorgänger nun endgültig über Bord geworfen haben. Ich kann dem nur entgegensetzen, dass es damals einfach Zeit für etwas Neues war, die Zeiten ändern sich und damit auch der Sound einer Band. Ich sehe es eher als gelungenes Experiment, einmal etwas komplett anderes zu machen und sich mehr dem populären New Wave anzudienen.

Gut, für die Hardcorefans wurde es nach diesem Album nochmal richtig hart, erschien doch zwei Jahre später mit Outside The Gate das poppigste Killing-Joke-Album überhaupt. Brighter Than A Thousand Suns markiert damit den letzten Punkt, an dem die Öffnung zum Pop noch aufging.

Für wen lohnt sich das Album?

Diese Platte ist etwas für alle, die Night Time schätzen und mehr davon wollen. Sie ist auch etwas für Hörer, die aus der Gothic- und New-Wave-Ecke kommen und Killing Joke bisher nur als Post-Punk-Band kannten. Wer dagegen die rohen frühen Alben für den Maßstab hält, sollte wissen, worauf er sich einlässt: Von diesem Sound ist hier nichts mehr übrig.

Fazit: Lohnt sich Brighter Than A Thousand Suns?

Brighter Than A Thousand Suns ist der gelungene Nachfolger zum allseits beachteten Night Time. Die Songs gehen noch eine Spur mehr in Richtung Bat Cave, ohne dabei den eigenwilligen Gitarrensound der Band außer Acht zu lassen. Ich höre das Album zwischen den alten Post-Punk-Scheiben sehr gerne, denn es bietet sehr viel Abwechslung und so eine bildhafte Sprache, die sehr melancholische Bilder in mir erzeugt. Für alle Freunde düsteren New Waves aus den 80ern sehr zu empfehlen.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist Brighter Than A Thousand Suns erschienen?

Das Album kam im November 1986 bei E.G. Records heraus und ist das sechste Studioalbum von Killing Joke. Es folgte auf das erfolgreiche Night Time aus dem Vorjahr. Aufgenommen wurde es unter anderem in den Hansa Tonstudios in Berlin.

Woher stammt der Albumtitel?

Der Titel nimmt Bezug auf die Beschreibung einer Atombombenexplosion, sie sei heller als tausend Sonnen. Das Bild geht auf ein Zitat zurück, in dem vom Glanz tausend gleichzeitig aufleuchtender Sonnen die Rede ist. Damit passt der Titel zu der apokalyptischen Grundstimmung, die Killing Joke seit ihren Anfängen begleitet.

Warum gibt es zwei verschiedene Mixe des Albums?

Ursprünglich mischte Chris Kimsey das Album ab, bis auf A Southern Sky. E.G. Records verlangte danach neue, kommerziell zugänglichere Mixe von Julian Mendelsohn und setzte diese gegen den Willen der Band durch, lediglich Twilight Of The Mortal blieb in Kimseys Fassung. Die ursprüngliche Kimsey-Version wurde erst 2007 veröffentlicht.

Wer spielt auf dem Album mit?

Jaz Coleman singt und spielt Keyboards, Geordie Walker steht an der Gitarre, Paul Raven am Bass und Paul Ferguson am Schlagzeug. Produziert wurde das Album von Chris Kimsey, Stewart Levine und Chris Tsangarides. Es ist damit eine der letzten Platten der klassischen Besetzung dieser Ära.

Für wen lohnt sich das Album?

Wer Night Time mag, bekommt hier die konsequente Fortsetzung mit denselben Zutaten. Fans des rohen Post Punk der ersten beiden Alben werden dagegen wenig Freude haben, weil die Band den Punksound endgültig hinter sich gelassen hat. Für Freunde düsteren New Waves der Achtziger ist die Platte eine klare Empfehlung.

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