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Thomas Brezina: Die Rache der roten Mumie

3,5 von 5 von Rezension.org · 2013-03-08 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Solides Mumien-Abenteuer der Knickerbocker-Bande, reine Unterhaltung.

Die Rache der roten Mumie (Die Knickerbocker-Bande, Band 17)
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Thomas Brezina: Die Rache der roten Mumie; Ravensburger Buchverlag Otto Meier Ravensburg 2001; 144 Seiten; ISBN: 3-473-56224-6

Worum geht es in „Die Rache der roten Mumie“?

Lilo, Poppi, Axel und Dominik sind die Knickerbocker-Bande. In dieser Geschichte machen die vier Kinder Urlaub in Ägypten und besuchen die Mutter von Axel, die dort gerade als Archäologin arbeitet. Doch schon bei ihrer Ankunft werden sie in ein Abenteuer verwickelt. Ihr Taxifahrer führt sie in ein unterirdisches Grab in einer Pyramide. Als sich die steinernen Tore schließen und eine rote Mumie plötzlich lebendig wird, merken auch die Kinder, daß sie in einer Falle stecken.

Der Einstieg ist damit typisch für die Reihe: Die Bande kommt an, und das Abenteuer beginnt, bevor die Koffer ausgepackt sind. Zwischen Ankunft und erster Bedrohung liegen nur wenige Seiten. Wer die Reihe kennt, weiß, worauf das hinausläuft. Wer sie nicht kennt, braucht keine Vorkenntnisse, denn der Band funktioniert vollständig für sich.

Die Knickerbocker-Bande: Wer sind Lilo, Poppi, Axel und Dominik?

Die vier Hauptfiguren sind Freunde, die gemeinsam Fälle lösen. Die Rollenverteilung ist über die Reihe hinweg stabil, und genau das macht den Wiedererkennungswert aus: Man weiß als junger Leser sofort, mit wem man es zu tun hat, und kann sich ganz auf den neuen Fall konzentrieren.

Band 17 in der Reihe

Hier liegt Band 17 der Jugendbuchreihe vor. Die Knickerbocker-Bande war es auch, die Thomas Brezina ab 1990 den Durchbruch als Kinderbuchautor brachte. Die Reihe ist über Jahre und viele Bände gewachsen, was erklärt, warum die Figuren so eingespielt wirken und die Handlung ohne lange Einführung startet.

Wie gruselig ist das Buch?

Wie von Brezina nicht anders zu erwarten, liefert er hier gute Unterhaltung für Kinder ab. Mit Mumien, die plötzlich zum Leben erwachen und Menschen – zumeist Erwachsene – bedrohen, greift er natürlich ein Thema auf, das in der Horror-Literatur schon häufiger vorgekommen ist.

Doch keine Sorge, liebe Eltern: Das Buch ist tatsächlich für Kinder ab 9 Jahren geeignet, wie auf dem Buchdeckel angegeben. Die Ereignisse haben alle eine natürliche Erklärung. Übernatürliche Geschehnisse kommen hier also nicht vor. Die Horrorelemente sind kindgerecht und damit zielgruppenorientiert angelegt. Sie bleiben oberflächlich und können den Kindern daher nicht zu nahe gehen. Diese Geschichte geht mehr in Richtung Action und Spannung.

Für Eltern, die vor dem Kauf abwägen, ist das die entscheidende Information: Die rote Mumie ist ein Motiv, kein Schockmoment. Das Buch arbeitet mit Tempo, engen Räumen und der Frage, wie die vier wieder herauskommen, nicht mit Angstmache.

Ägypten als Kulisse: Was das Buch nicht leistet

Nichts Neues im Süden also? Ja, irgendwie schon. Es hätte – unter inhaltlichen Gesichtspunkten – ruhig etwas Neues geben können, ein wenig Abwechslung, was das Thema der Handlung anbelangt.

Ägypten wird hier weder als Land noch als Ausflugsziel vorgestellt. Ist es ein Mangel, daß hier weder historisches noch tagesaktuelles Fachwissen – das beispielsweise in dem schulischen Geschichtsunterricht verwendet werden kann – vermittelt wird? Ja, ein bißchen schon. Es fehlt ein bißchen das Flair, das das nordafrikanische Land ausmacht. Das Buch ist wirklich nur auf Unterhaltung angelegt.

Das ist der wunde Punkt dieses Bandes. Pyramide, Grabkammer und Mumie sind Requisiten, austauschbar gegen jede andere geheimnisvolle Kulisse. Wer gehofft hat, sein Kind nebenbei etwas über Hieroglyphen, Grabbeigaben oder die Arbeit von Archäologen mitnehmen zu lassen, wird enttäuscht. Der Beruf von Axels Mutter bleibt Handlungsanlass, kein Fenster in ein Fachgebiet.

Ausstattung: Schwarzweißzeichnungen im Text

Erwähnenswert ist noch, daß das Buch einige Schwarzweißzeichnungen enthält, die Szenen illustrieren sollen. Dies ist insofern bemerkenswert, als daß solche Zeichnungen inzwischen nur noch eingeschränkt modern sind.

Für Leseanfänger und wenig geübte Leser sind diese Bilder allerdings ein Vorteil. Sie lockern den Fließtext auf und geben Orientierung, gerade in einem Buch, das mit 144 Seiten für Neunjährige durchaus schon Ausdauer verlangt.

Verlag und Autor

Der Buchverlag ist heute eine Tochtergesellschaft der Ravensburger AG. Ihre Ursprünge reichen bis ins Jahr 1852 zurück.

Thomas Brezina ist ja schon an anderer Stelle vorgestellt worden. Daher soll an dieser Stelle nicht weiter auf ihn eingegangen werden. Festzuhalten bleibt, daß er zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchautoren zählt: Von ihm sind mehrere hundert Bücher erschienen, die in über 35 Sprachen übersetzt wurden. Wer trotzdem weitere Daten über ihn sucht, sei an den entsprechenden Wikipedia-Eintrag verwiesen.

Wie gut funktioniert der Fall?

Erzählerisch arbeitet der Band mit einem sehr direkten Aufbau: Ankunft, Falle, Bedrohung, Aufklärung. Das Tempo bleibt hoch, weil kaum Zeit für Nebenschauplätze verwendet wird. Für die Zielgruppe ist das der richtige Zuschnitt, denn ein Neunjähriger verliert bei zu vielen parallelen Handlungssträngen schnell den Faden.

Der Preis dafür ist Vorhersehbarkeit. Wer schon zwei oder drei Bände der Reihe gelesen hat, ahnt früh, in welche Richtung sich die vermeintlich unheimlichen Vorgänge auflösen werden. Die Spannung entsteht dann weniger aus der Frage, was hinter der Mumie steckt, sondern daraus, wie die vier aus der Grabkammer herauskommen.

Positiv fällt auf, daß die Kinder den Fall selbst lösen. Erwachsene sind hier eher Anlaß oder Hindernis als Retter, was der Reihe insgesamt ihren Reiz gibt: Die Leser trauen den Figuren zu, was sie sich selbst zutrauen möchten.

Für wen lohnt sich das Buch?

Der Band ist für Kinder ab etwa 9 Jahren gedacht, die kurze, schnelle Abenteuergeschichten mögen und sich von einer Mumie eher kitzeln als erschrecken lassen wollen. Er eignet sich gut als Einstiegslektüre für Kinder, die noch nicht gern lange lesen, weil Kapitel und Szenen kurz gehalten sind und die Zeichnungen Pausen setzen.

Weniger geeignet ist er für Leser, die inhaltlich etwas mitnehmen wollen, und für ältere Kinder, die bereits komplexere Krimis kennen. Auch wer die Reihe schon in mehreren Bänden gelesen hat, wird hier kein neues Erzählmuster finden.

Fazit: Lohnt sich Thomas Brezina: Die Rache der roten Mumie?

Das Buch bietet gute Unterhaltung für Kinder und Jugendliche. Hier stehen Action und Spannung deutlich im Vordergrund. Leider fehlt derjenige Teil, der Wissen vermittelt. Als Ferien- und Gutenachtlektüre funktioniert Band 17 damit einwandfrei, als kleine Ägyptenkunde nicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in Die Rache der roten Mumie?

Die Knickerbocker-Bande macht Urlaub in Ägypten und besucht Axels Mutter, die dort als Archäologin arbeitet. Ein Taxifahrer lockt die vier Kinder in ein unterirdisches Grab in einer Pyramide. Als sich die steinernen Tore schließen und eine rote Mumie lebendig wird, sitzen sie in der Falle.

Der wievielte Band der Knickerbocker-Bande ist Die Rache der roten Mumie?

Es handelt sich um Band 17 der Reihe. Er erschien im Ravensburger Buchverlag Otto Maier und umfasst 144 Seiten. Die besprochene Ausgabe von 2001 trägt die ISBN 3-473-56224-6.

Ab welchem Alter ist Die Rache der roten Mumie geeignet?

Der Verlag gibt das Buch ab 9 Jahren frei, und diese Empfehlung passt. Die Horrorelemente bleiben oberflächlich und kindgerecht, die Geschichte setzt eher auf Action und Tempo als auf Grusel.

Kommt in dem Buch echte Magie vor?

Nein. Alle Ereignisse rund um die Mumie haben am Ende eine natürliche Erklärung. Übernatürliches gibt es in diesem Band nicht, die Bedrohung löst sich rational auf.

Wer gehört zur Knickerbocker-Bande?

Die Bande besteht aus Lilo, Poppi, Axel und Dominik. In diesem Fall spielt zusätzlich Axels Mutter eine Rolle, weil sie als Archäologin in Ägypten arbeitet und der Auslöser für die Reise ist.

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