Und alles wegen Marius
Kurzfazit: Solides Erstlesebuch über Freundschaft, dem etwas Spannung fehlt.
Und alles wegen Marius
3,56 € Stand: 10.08.2026
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Zum Angebot bei Amazon →Worum geht es in Und alles wegen Marius?
Lena und Laura sind sehr gute Freundinnen. Doch nicht nur das, sie sind fast wie Zwillinge. Sie haben am gleichen Tag Geburtstag und sehen auch gleich aus. Außerdem wohnen sie im selben Haus. Und doch sind sie keine Zwillinge, denn sie haben nicht dieselben Eltern. Aber trotzdem wären sie gerne Schwestern und verbringen jede freie Minute miteinander. Solch eine feste Freundschaft kann nichts zerstören - oder doch?
Alles fängt damit an, dass Laura eines Tages alleine auf der Mauer vor’m Haus sitzt. Lena liegt krank im Bett und darf nicht raus. Laura langweilt sich und plötzlich sieht sie ein Auto ankommen, aus dem eine Frau und ein Junge aussteigen - ein sehr süßer Junge sogar. Laura kennt solch ein Gefühl noch nicht, und doch weiß sie sofort, dass sie verliebt ist. Ihr wird ganz warm und fiebrig, wenn sie den Jungen sieht und als er sie anspricht, bekommt sie keinen Ton heraus.
Doch irgendwann hat sich ihre Nervosität etwas gelegt und sie bekommen doch noch ein vernünftiges Gespräch zustande. Der Junge heißt Marius und ist mit seiner Mutter in das Haus gezogen, in dem auch Laura und Lena wohnen. Laura freundet sich sofort mit Marius an und verbringt viel Zeit mit ihm. Irgendwann ist Lena wieder gesund und möchte Laura morgens für die Schule abholen.
Doch sie erfährt, dass Laura schon sehr früh weg ist. Lena rennt los und dann sieht sie Laura - zusammen mit Marius. Laura verbringt immer noch viel Zeit mit Marius - das ist Lena von ihrer besten Freundin nicht gewohnt. Völlig verstört weint sie sich bei ihrer Mutter aus. Die erklärt ihr, dass Laura wahrscheinlich verliebt ist und dass das dann nun mal so ist. Aber das versteht Lena nicht. Sie beschließt, sich auch zu verlieben - in Marius.
Es ist ihr egal, was Laura davon hält. Immerhin hat Laura sie ja auch nicht gefragt, ob sie sich verlieben darf. Doch als Lena Marius dann auf dem Spielplatz sieht, sich neben ihn auf die Wippe setzt und ihn mit großen Augen ansieht, findet der das nur nervig. Erst Recht, als Lena ihm sagt, dass sie ihn so ansieht, weil sie sich in ihn verlieben möchte. Wütend läuft er weg. Kurz darauf kommt Laura und die beiden Freundinnen unterhalten sich - Marius hat auch Laura abblitzen lassen - ist dadurch die Freundschaft wieder gerettet?
Die Figuren
Laura
Laura ist diejenige, der etwas Neues widerfährt, ohne dass sie es einordnen könnte. Sie hat keinen Namen für das Gefühl, aber sie merkt sofort, dass es sie verändert. Die Beschreibung des ersten Verliebtseins gehört zum Gelungensten am Buch, weil sie ohne große Worte auskommt: warm, fiebrig, sprachlos.
Lena
Lena ist die eigentlich interessante Figur, weil sie den Verlust erlebt. Sie war krank, ist ein paar Tage aus dem Alltag verschwunden und findet bei ihrer Rückkehr eine veränderte Lage vor. Ihr Entschluss, sich einfach ebenfalls zu verlieben, ist kindlich und logisch zugleich. Er zeigt, dass sie das Gefühl für etwas hält, das man beschließen kann wie eine gemeinsame Verabredung.
Marius
Marius selbst bleibt Nebenfigur, und das ist konsequent erzählt. Er ist nicht der Preis in einem Wettbewerb, sondern ein Junge, der von zwei Mädchen gleichzeitig angeschmachtet wird und damit schlicht nichts anfangen kann. Dass er beide abblitzen lässt, nimmt der Geschichte den Kitsch.
Das Thema: Freundschaft gegen erste Verliebtheit
Der Konflikt ist alltäglich und deshalb wiedererkennbar. Kinder erleben früh, dass eine beste Freundschaft nicht automatisch für immer gilt, und dass die erste Verliebtheit einer Freundin sich anfühlen kann wie ein Verrat. Das Buch nimmt dieses Gefühl ernst, ohne es zu dramatisieren.
Bemerkenswert ist, dass die Lösung nicht von den Erwachsenen kommt. Lenas Mutter erklärt zwar, was mit Laura los ist, aber die Erklärung hilft Lena kein Stück weiter. Erst die eigene Erfahrung, ebenfalls zurückgewiesen zu werden, bringt die beiden Mädchen wieder zusammen. Für Erstleser ist das eine brauchbare Botschaft: Gefühle lassen sich nicht per Beschluss herstellen, und eine Freundschaft übersteht mehr, als man im Moment des Streits glaubt.
Der Autor: Manfred Mai
Manfred Mai wurde 1949 in Winterlingen geboren und gehört zu den meistgelesenen deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren. Sein Werk reicht von Bilder- und Erstlesebüchern über Sachbücher bis zu Jugendromanen, viele seiner Titel sind in Schulen fester Bestandteil des Leseunterrichts.
Für Erstlesebücher ist Mais Handschrift gut erkennbar: kurze Sätze, konkrete Alltagssituationen, keine gesuchten Wörter. Genau das macht seine Bücher für Leseanfänger brauchbar, kostet aber gelegentlich Tempo. Die farbigen Bilder in dieser Ausgabe stammen von Silke Brix-Henker.
Ausstattung und Reihe
Der Titel gehört zur Erstlesereihe „Der kleine Bücherbär“ des Arena Verlags in Würzburg. Der Umfang liegt bei rund 45 Seiten, die Schrift ist groß gesetzt, und die Bilder brechen den Text regelmäßig auf. Antiquarische Angebote führen die erste Auflage mit dem Jahr 1992, das Buch gehört also zum älteren Bestand der Reihe und wird heute überwiegend gebraucht gehandelt.
Für Leseanfänger ist dieses Format sinnvoll: Ein Kapitel ist in einer Sitzung zu schaffen, der Fortschritt bleibt sichtbar, und niemand steht vor einem Textblock, der ihn abschreckt.
Für wen lohnt sich das Buch?
Passend ist es für Kinder im ersten und zweiten Schuljahr, die schon einzelne Sätze allein lesen und ein Buch suchen, in dem es um sie selbst geht statt um Drachen und Ritter. Auch als Gesprächsanlass zwischen Eltern und Kind taugt die Geschichte, weil Eifersucht unter Freundinnen ein Thema ist, das Kinder beschäftigt, aber selten von sich aus ansprechen.
Weniger geeignet ist es für Kinder, die Bücher vor allem wegen der Spannung lesen. Hier passiert wenig, was man nicht kommen sieht, und der Höhepunkt auf dem Spielplatz ist eher eine Pointe als ein Wendepunkt.
Fazit: Lohnt sich Und alles wegen Marius?
Das Buch ist ganz in Ordnung. Die Schrift ist groß und die Wortwahl ist für Erstleser gut geeignet. In der ganzen Geschichte kommt meiner Meinung nach allerdings nicht wirklich Spannung auf, was ich ein bisschen schade finde.
Als Lesestoff für den Anfang erfüllt es seinen Zweck trotzdem: Das Thema ist nah dran an dem, was Kinder in diesem Alter erleben, die Sprache stellt keine Hürden auf, und die Geschichte ist kurz genug, um sie am Stück zu schaffen. Wer ein Buch sucht, das ein Kind zum Weiterlesen anstachelt, sollte allerdings noch etwas Spannenderes danebenlegen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Und alles wegen Marius?
Laura und Lena sind beste Freundinnen, wohnen im selben Haus und haben sogar am selben Tag Geburtstag. Als Marius mit seiner Mutter einzieht, verliebt Laura sich zum ersten Mal und verbringt ihre Zeit lieber mit ihm. Lena fühlt sich verdrängt und beschließt kurzerhand, sich ebenfalls in Marius zu verlieben. Am Ende blitzen beide bei ihm ab und stehen wieder voreinander.
Wer hat Und alles wegen Marius geschrieben?
Das Buch stammt von Manfred Mai, geboren 1949 in Winterlingen, einem der meistgelesenen deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren. Die farbigen Bilder steuerte Silke Brix-Henker bei. Erschienen ist der Titel im Arena Verlag in Würzburg, Antiquariate führen die erste Auflage mit dem Jahr 1992.
Für welches Alter ist das Buch geeignet?
Es gehört zur Erstlesereihe Der kleine Bücherbär und richtet sich damit an Kinder, die gerade selbst zu lesen beginnen, typischerweise im ersten und zweiten Schuljahr. Große Schrift, kurze Sätze und ein Umfang von rund 45 Seiten passen zu dieser Zielgruppe.
Ist das Buch spannend?
Nein, Spannung ist nicht seine Stärke. Die Geschichte verläuft ruhig und ohne echte Zuspitzung, der Konflikt löst sich fast von selbst. Wer ein Erstlesebuch mit Tempo und Überraschungen sucht, greift besser zu einem anderen Titel.
Eignet sich das Buch zum Vorlesen?
Ja, allerdings ist es dafür kurz. Als Vorlesegeschichte funktioniert es gut, weil das Thema erste Verliebtheit und Eifersucht unter Freundinnen viele Kinder beschäftigt und sich daraus leicht ein Gespräch ergibt. Sein eigentlicher Zweck bleibt aber das Selberlesen.
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