van Ess: Der Konfuzianismus

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

Hans van Ess: Der Konfuzianismus

Das ist im Jahre 2003 Verlag C. H. Beck aus München erschienen. Es ist 128 Seiten dick. Das Buch gehört zu der Buchreihe „Wissen in der Beck`schen Reihe“.

Die Inhaltsangabe

Der Gelehrte und Philosoph Konfuzius wurde vor 2.500 Jahren in China geboren. Nach seiner Lehre bestimmen die Tugenden der Menschenliebe, Gerechtigkeit und Ehrerbietung das Verhältnis von Fürst zu Staatsdiener, Vater und Sohn, Mann und Frau, älterem und jüngerem Bruder sowie Freunden untereinander. Die Ehrerbietung zeigt sich in der Achtung des Ererbten, der Riten, der Musik und geht in der Verehrung der Ahnen über den Tod hinaus. Die Pietät ist die Grundlage des Familienlebens und des Staates; die Familie ist die Grundlage des Staates.

Über den Autoren

Van Ess ist Professor für Sinologie an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Darüber hinaus ist er auch schon als Buchautor in der Öffentlichkeit in Erscheinugn getreten.

Die eigentliche Buchbesprechung

Konfuzius wird hier nicht als Mensch oder Persönlichkeit vorgestellt. Offenbar reicht van Ess (als und Forscher) die historische Quellenlage nicht aus, um wissenschaftlich gesicherte Aussagen zu treffen. Für den geschichtswissenschaftlich unbedarften Leser erscheint es fast so, als sei der Konfuzius erst über längere Zeit hinweg entstanden, in dem verschiedene Denker ihren Beitrag zu den Lehrgebäuden beigeträgen haben. Nimmt man die Übersetzung und Herleitung des Namens Konfuzius (= „Meister Kong“) hinzu, kann man übrigens leicht einen ähnlichen Eindruck gewissen.

Der Verdienst von van Ess liegt woanders. Er führt in eine fernöstliche Denkschule ein, die uns erst einmal wenig vertraut sein dürfte. Der Leser sollte also zweierlei Wesensmerkmale mitbringen, nämlich ein Grundverständnis für religiöse und philosphische Fragestellungen sowie ein Grundverständnis für chinesische Denkart.

Liegt beides vor, erhält der Leser eine brauchbare Einführung in den Konfuzianismus. Wobei dies auch mit chinesischer Geistes- und Ideengeschichte gleichzusetzen ist.

Was ist die Zielsetzung des Buches? Uns den Konfuzianismus näherzubringen. Gebongt. Wissen vermitteln. Auch gebongt. Und sonst? Der Leser braucht viel Interesse und Neugierde, aber auch Geduld, Konzentration und Durchhaltevermögen, um das Buch von vorne bis hinten zu lesen. Allein schon die Schreibweise der chinesischen Orts- und Personennamen ist doch etwas gewöhnungsbedürftig.

Ein Fazit

Das Buch bietet mehr als als oberflächliche Einführung. Es vermittelt schon handfestes Grundlagenwissen. Was die Person Konfuzius anbelangt, hätten die Ausführungen aber ruhig tiefer gehen können.

Der Konfuzianismus ist eine fernöstliche Religion, die bei uns in Deutschland nie richtig Fuß gefaßt hat. Da ist es sicherlich löblich, daß sich der renommierte süddeutsche Verlag so intensiv damit befaßt. Wäre es wirklich vermessen und falsch, wenn er es auf anschaulichere Art und Weise, also mit Bebilderung und leichter verständlicher, angegangen wäre?

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