Ändere deine Worte und du änderst deine Welt

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Ändere deine Worte und du änderst deine Welt

Yutta Klingbeil (Übersetzer). Kamphausen Media GmbH 2014, Taschenbuch, 160 Seiten, € 13,00

Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Andrea Gardner: Ändere deine Worte und du änderst deine Welt

Genug der Wörter

Jammerschade. Mit eben diesem einfachen, bedeutungsvollen Wort muss man leider das Buch der britischen Erfolgsautorin Andrea Gardner bezeichnen. Denn wenn auf dem Titel, Ändere deine Worte und du änderst deine Welt steht, dann kann man erwarten, dass endlich mal jemand die längst überfällige Zusammenfassung von NLP, Gehirnwissenschaften und Kommunikationstechniken auf den Markt bringt, wo wirklich Wörter analysiert, begriffen und transportiert werden. Wo also aus einem kein Problem ein Sehr gerne wird, wo aus einer losen Zusammenstellung ein fundierter Überblick wird. Dem ist nicht so. Gar nicht so.

Stattdessen erzählt Miss Gardner die, im Übrigen gar nicht mal langweilige oder unspannende Geschichte ihres Lebens. Eine Selbst-Biographie in Zeiten, in denen das Selbst propagiert und gepflegt wird, obwohl es doch endlich mal an der Zeit wäre, just jenes Selbst in den Abgrund, die Hölle oder gerne auch in den Himmel zu schicken.

Es ist nicht das Problem – auch wenn es nahe an ein Problem herankommt -, dass unter den vielen Zitaten, die die Kapitel einleiten, Oprah Winfrey vorkommt, sondern dass beständig Neurowissenschaftler zitiert werden, die in ihren neuesten! Untersuchungen herausgefunden haben, das Körper und Geist beständig miteinander interagieren. Dieser furchtbare Satz wird einem ja auch in jeder Zeitschrift oder Zeitung um die Ohren gehauen, aber hier wirkt er umso trauriger. Vielmehr möge man der Autorin doch sagen, dass sie sich menschliche Wesen bis maximal sechs Jahren (heutzutage wohl nur noch bis vier Jahren) oder aber alle anderen Tiere der Welt anschauen möchte, um zu erkennen, dass es für diese Feststellung keiner Neurowissenschaftler bedarf. Im Grunde sind solche einschränkende Formulierungen ähnlich dramatisch, wie der Irrsinn den Monsieur Descartes dereinst erträumt hat. Im Übrigen: wenn schon Neurowissenschaftler zitiert werden sollen, dann genügt es seit vierzig! Jahren in die Bücher von Frederic Vester zu schauen – seitdem weiß man nämlich, was die Forschung zu Wörtern, Selbstdialogen und innerem Zwang zu sagen hat.

Nicht die einzelnen Inhalte oder Themen dieses Buches (positive Einstellung, Visualisierung, Fantasiereisen, Dankbarkeits-Tagebuch, Atemwahrnehmung etc.) sind ein Problem, sondern die unkonkrete und naive Vorstellung, dass diese Methodiken, werden sie schlichtweg als Methodik angewandt, nur eines zum Ziel haben: das Ego aufblähen. Oder anders formuliert: Wer sich noch nie mit seiner Seele, seinem inneren Dialog auseinander gesetzt hat, wer keine Literatur von Kriegern, Schamanen und Naturkundigen gesichtet hat, wem NLP, Der Kurs in Wundern oder das Nirwana nichts sagen, der hat hier eine erste, richtig tolle Annäherung an viele dieser Themen.

Fazit:

Was ist eine Online-Content-Spezialistin? So jedenfalls wird die Autorin berufsmäßig bezeichnet. Sagt das – dieser aalglatte Versuch, den modernen Hedonismus des langweiligen Ichs durch Worte zu verbrämen – eigentlich etwas aus? Wenn es was auszusprechen gibt, dann sollte man sich das Youtube-Video angucken, was Miss Gardner berühmt gemacht hat. Es ist 90 Sekunden lang und reicht für ein Leben. Das Buch kann man derweil in die berühmte, schier unendliche Reihe aufnehmen: Leider steht das Ich und mit ihm viele unnötige Worte im Weg.

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