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Activity Lifestyle

4,5 von 5 von Rezension.org · 2012-02-15 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Bewährtes Activity-Prinzip mit frischem Wortschatz aus der Freizeitwelt.

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Worum geht es bei Activity Lifestyle?

Activity Lifestyle ist eine Themenausgabe des Partyspiel-Klassikers aus dem Hause Piatnik. Erschienen ist sie 2011, zeitlich also in unmittelbarer Nachbarschaft zur Jubiläumsausgabe. Am Spielprinzip ändert sich nichts: Zwei oder mehr Teams versuchen, Begriffe zu zeichnen, zu erklären und pantomimisch darzustellen, während die Zeit läuft. Ausgetauscht ist nur der Wortschatz, und der stammt konsequent aus dem, was man gemeinhin Lifestyle nennt.

Für die Runde bedeutet das: Wer Activity kennt, muss keine einzige Regel neu lernen und kann sofort loslegen. Wer es nicht kennt, hat die Grundlagen in zwei Minuten verstanden. Der Herstellerangabe nach spielt man ab vier Personen, nach oben ist bei sechzehn Schluss, und eine Partie ist mit rund einer Stunde angesetzt. Als Altersempfehlung stehen fünfzehn Jahre auf der Schachtel.

Auf Jahre hinaus unschlagbar

Was zeichnet ein Kultspiel aus? Zum Beispiel, dass es allgemein bekannt und beliebt ist, dass es schlagartig Begeisterungsstürme und leuchtende Augen hervorruft, dass ein jeder sofort weiß, was damit gemeint ist.

Risiko, Monopoly, Kniffel, um nur mal einige zu nennen, wären so Beispiele. Und zum zwanzigsten Mal jährt sich ein Verkaufsschlager aus dem Hause Piatnik: Activity heißt der kultiger Bestseller, der über fünf Millionen Mal über die Ladentheke ging und der heuer rundes Jubiläum feiern durfte.

Und neben der als solchen titulierten Jubiläumsausgabe, beglückt uns der Hersteller mit der exklusiven und brandneuen Lifestyle-Ausgabe.

Aber keine Sorge, liebe Fans und Freunde des schnellen Darstellens, die Grundregeln sind exakt die gleichen, nur die Begriffe kommen eben aus dem Bereich Lifestyle. Was ist das eigentlich, Lifestyle? Dinge, Institutionen und Begriffe, die sich am ehesten in die Bereiche Kunst, Essen, Genuss, Moderne, Sport oder Musik einordnen lassen, kulturkritisch kann man das Ganze auch unten dem schönen Begriff Hedonismus platzieren. Die Lust nach Sinnlichkeit, nach Abenteuer, nach Kletterfelsen, Waveboard und Misosuppe. Letztere ist tatsächlich ein Begriff, der zu erklären ist. Viel Spaß dabei!

Und logischerweise dürfen auch Smartphone, Halfpipe, Nordic Walking oder World Wide Web nicht fehlen, doch auch so unstylische Begriffe wie Baumwolle, Langkornreis oder Schwimmweste sind mit dabei. So lange sie sich eben irgendwie in den Freizeitbereich des modernen Menschen einordnen lassen. Wie immer warten auf jeder Spielkarte drei Begriffe: einer zum Zeichnen (siehe Die Montagsmaler - für die Anachronisten), einer zum Erklären (siehe Tabu - nur angenehmer) und einer zum Darstellen (siehe Pantomime, siehe großer Spaß). Gespielt wird in Teams zu mindestens zwei Spielern und der große Abendfilm kann beginnen. Zahleiche vor Lachen verbogene Löffel sprechen seit zwei Dekaden Bände.

Vor einigen Jahren gab es sogar eine eigene Fernsehshow, die auf dem gleichen Spielprinzip basierte, aber schnell wieder eingestellt wurde. Zu Hause ist’s eben doch noch pur und unverfälscht. Zwei österreichische Paare haben sich das Spiel übrigens gemeinsam einfallen lassen. Interessant und die Frage, warum die Paare überhaupt auf die Idee kamen ihrem vielleicht nicht allzu spannenden Alltag etwas mehr Würze zu geben, muss an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Vielmehr sollten wir noch erwähnen, dass die Begriffe auf den Karten, je nach Schwierigkeit, mit unterschiedlichen Punkten belohnt werden, und dass, so zumindest die Lifestyle-Regel, andere Teams den Begriff erraten können, falls man dies im eigenen Team nicht schaffen konnte.

Die drei Disziplinen

Zeichnen

Der Stift ist die undankbarste Aufgabe im Spiel, weil Begriffe wie Ankerkette schlicht schwer aufs Papier zu bringen sind. Genau daraus entsteht aber der größte Teil des Gelächters am Tisch. Wer sich an die Montagsmaler erinnert, weiß, worauf er sich einlässt.

Erklären

Hier ist der Vergleich zu Tabu naheliegend, allerdings ohne dessen Verbotsliste. Man darf frei formulieren, nur das Wort selbst bleibt tabu. Bei Fachbegriffen aus dem Genussbereich wird das schnell zur Geduldsprobe für beide Seiten.

Darstellen

Die Pantomime ist die Paradedisziplin von Activity und der Grund, warum das Spiel auf Feiern funktioniert. Begriffe wie Funkloch oder Niesanfall bringen ganze Runden zum Kippen, weil die Darstellung schon vor der Auflösung komisch ist.

Wie spielt sich die Lifestyle-Ausgabe?

Der thematische Zuschnitt ist Stärke und Schwäche zugleich. Weil sich alle Begriffe im Umkreis von Freizeit, Sport, Essen und Technik bewegen, entstehen Runden mit einem eigenen Rhythmus: Man ist gedanklich schneller im richtigen Feld und kommt öfter auf die Lösung. Gleichzeitig gibt es weniger Ausreißer als in der Grundausgabe, in der die Begriffe quer durch alle Lebensbereiche streuen.

Auffällig ist, wie unterschiedlich die Ausgabe je nach Runde funktioniert. Wer regelmäßig Sport treibt, kocht oder sich für Technik interessiert, hat einen spürbaren Vorteil. In gemischten Gruppen lohnt es deshalb, die Teams nicht nach Freundschaft, sondern nach Interessen zu mischen. Die Regel, nach der andere Teams den nicht erratenen Begriff übernehmen dürfen, gleicht einiges davon wieder aus und sorgt dafür, dass niemand während einer fremden Runde abschaltet.

Für wen lohnt sich Activity Lifestyle?

Für Haushalte, in denen Activity ohnehin regelmäßig auf den Tisch kommt und der Kartenstapel langsam auswendig gelernt ist, ist die Ausgabe der naheliegende Nachschub. Für Runden mit Jugendlichen und Erwachsenen, die sich in modernen Freizeitbegriffen zu Hause fühlen, ist sie sogar die unterhaltsamere Variante.

Wer dagegen ein erstes Activity für eine sehr gemischte Familienrunde sucht, greift besser zur Grundausgabe oder zur Familienvariante. Der Lifestyle-Wortschatz setzt Begriffe voraus, die nicht jedem geläufig sind, und die Altersempfehlung von fünfzehn Jahren steht nicht ohne Grund auf der Schachtel.

Fazit: Lohnt sich Activity Lifestyle?

330 Karten machen also 990 Wörter und nahezu unbegrenzten Spielspaß. Wer dann immer noch nicht genug hat, kann ja auf das Original umsteigen. Im Übrigen sollte sich keiner Bange machen: Activity Lifestyle ist ACTIVITY und nicht nur Yuppies und IPod-User werden ihre Freude daran haben.

So bleibt nur viel Spaß zu wünschen, um Begriffe wie Funkloch, Kochkunst oder Niesanfall pantomimisch darzustellen oder die berühmte Ankerkette zeichnerisch aufs Papier zu bringen.

Ganz zu schweigen von der Angorakatze, die darauf wartet mit Worten umschrieben zu werden. Wer in kleiner oder großer Gesellschaft bedingungslos der Lust nach Spaß und wildem Treiben frönen will, ist hier bestens bedient - also: wer sich den Abend mit einem der kultigsten Spiele aller Zeiten versüßen will, es gibt Nachschub in bestechender und bewährter Qualität.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Activity Lifestyle und dem normalen Activity?

Die Grundregeln sind identisch: Auf jeder Karte stehen drei Begriffe, einer zum Zeichnen, einer zum Erklären und einer zum Darstellen. Der Unterschied liegt allein im Wortschatz. In der Lifestyle-Ausgabe kommen die Begriffe aus Sport, Genuss, Musik, Mode und Technik statt aus dem allgemeinen Alltag.

Für wie viele Spieler ist Activity Lifestyle geeignet?

Gespielt wird in Teams mit mindestens zwei Personen pro Team, der Hersteller gibt eine Spanne von vier bis sechzehn Spielern an. Als Altersempfehlung nennt Piatnik fünfzehn Jahre, was zum Wortschatz passt: Begriffe wie Misosuppe oder Waveboard setzen ein bisschen Weltwissen voraus.

Wie viele Karten und Begriffe stecken in der Schachtel?

Die Ausgabe enthält 330 Karten mit je drei Begriffen, macht 990 Begriffe insgesamt. Für einen normalen Spieleabend reicht das mehrfach, und selbst Vielspieler brauchen eine Weile, bis sich Karten wiederholen.

Kann man Activity Lifestyle mit anderen Activity-Ausgaben mischen?

Da die Regeln übereinstimmen, lassen sich die Kartensätze in der Praxis kombinieren. Wer eine gemischte Runde hat, kann so den sehr auf Freizeit und Genuss zugeschnittenen Lifestyle-Wortschatz mit den breiteren Begriffen der Grundausgabe strecken.

Was passiert, wenn das eigene Team den Begriff nicht errät?

Nach der Lifestyle-Regel dürfen dann die anderen Teams raten. Das hält alle am Tisch aufmerksam, weil auch die Gegner während einer fremden Runde etwas gewinnen können. Zusätzlich sind die Begriffe je nach Schwierigkeit unterschiedlich hoch bepunktet.

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