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Aristocats

4,5 von 5 von Rezension.org · 2008-08-25 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Zeitloser Disney-Klassiker mit Charme, Jazz und viel Pariser Atmosphäre.

Aristocats
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Worum geht es in Aristocats?

In einem Vorort von Paris leben die wunderschöne Katze Duchesse mit den Kindern Marie, Toulouse und Berlioz. Die schöne weiße Katze mit den wunderschönen blauen Augen ist glücklich im Hause ihrer Madame. Eines Tages kommt der Rechtsanwalt der Madame auf Besuch. Die Madame möchte nämlich ihr Testament machen. Sie möchte ihr ganzes Vermögen ihren Katzen vererben. Falls etwas von dem Geld übrig bleiben sollte, würde der Butler Edgar erben.

Erzählt wird das Ganze in einem Paris der Jahrhundertwende, mit Kutschen, Gaslaternen und viel Sinn für Ausstattung. Die Handlung ist bewusst schlicht gehalten: ein Erbe, ein neidischer Angestellter, eine Reise zurück nach Hause. Alles andere ist Charakterkomödie und Musik.

Der Plan

Edgar hört durch die altmodische Sprechanlage im Haus vom Plan der Madame. Die Geldgier packt ihn und er macht sich einen Plan zurecht. Um das Vermögen der Madame zu erben müssen die Katzen verschwinden! Edgar mischt Schlaftabletten ins Katzenfutter um die Kleinen danach loszuwerden. Die Katzen fressen das Futter, und auch die Maus Roquefort, die im Hause lebt, kostet von der Creme.

Bemerkenswert ist, wie harmlos dieser Bösewicht bleibt. Edgar ist kein finsterer Schurke im Stil einer Cruella de Vil, sondern ein kleinlicher, ständig überforderter Angestellter. Jeder seiner Pläne geht schief, meistens auf sehr komische Weise. Genau das macht den Film auch für sehr junge Zuschauer verträglich.

Die Entführung

Nachdem die Katzen eingeschlafen sind, steckt Edgar sie in einen Sack und bringt sie, mitten in der Nacht, mit seinem Motorrad im Beiwagen außer Haus. Die Hunde Napoleon und Lafayette werden von Edgar in ihrer Nachtruhe gestört. Daher beschließen die beiden, das Motorrad anzugreifen. Edgar erschrickt und fährt in einen Fluss. Bei dieser Aktion fallen die Katzen aus dem Beiwagen und landen im Gras. Als sie aufwachen finden sie sich auf dem Land im Gras wieder.

Die Szene mit den beiden Landhunden gehört zu den am häufigsten zitierten des Films. Sie ist ein kleines Slapstick-Stück für sich, das mit der Haupthandlung nur lose zusammenhängt und trotzdem alles in Gang setzt.

Der Straßenkater

Am nächsten Morgen zieht ein singender Kater durch die Straßen. Der gutaussehende Thomas O’Malley erobert schnell das Herz der schönen Duchesse. O’Malley gilt als Sunnyboy und Frauenheld unter den Katzen. Doch lässt er es sich nicht nehmen, Duchesse und ihre Kinder unter seine Fittiche zu nehmen und sie nach Hause zu begleiten!

Auf der Reise nach Paris treffen sie auf eine Menge Freunde. Die Gänse Abigail und Amalie Gable, deren Onkel Waldo und eine Katzen-Jazzband. Duchesse und O’Malley haben viel Spaß miteinander und verlieben sich. Doch was passiert, wenn Duchesse wieder bei ihrer Madame in Paris ist? Hat ihre Liebe dort noch eine Chance?

Die Figuren

Duchesse und die Kätzchen

Duchesse ist die vornehme Hauskatze, die sich zum ersten Mal außerhalb ihrer gewohnten Welt zurechtfinden muss. Ihre drei Kinder sind klar gezeichnete Typen: Marie als eitle Sängerin, Toulouse als kleiner Maler mit großem Mundwerk und Berlioz als musizierender Zweifler. Diese Aufteilung sorgt dafür, dass fast jedes Kind im Publikum eine Lieblingsfigur findet.

Thomas O’Malley

O’Malley ist die eigentliche Erfindung des Films: ein Straßenkater ohne Besitz, der genau deshalb selbstbewusster auftritt als alle anderen. Die Verbindung von adeliger Hauskatze und Gassenkater trägt den ganzen Film und liefert nebenbei den Titel: aristokratische Katzen, die lernen, dass Herkunft nicht alles ist.

Die Jazzband

Der Auftritt der Katzenband ist der musikalische Höhepunkt. Das dazugehörige Lied heißt in der deutschen Fassung „Katzen brauchen furchtbar viel Musik“ und ist bis heute die bekannteste Nummer des Films. Hier zeigt sich auch, wie stark Aristocats vom Jazz lebt, während viele andere Disney-Klassiker eher auf klassische Musicalnummern setzen.

Die Musik des Films

Kaum ein anderer Disney-Klassiker ist so stark von einer einzigen Musikrichtung geprägt. Der Jazz ist hier nicht Dekoration, sondern Teil der Handlung: Die Straßenkatzen definieren sich über ihre Band, und der große gemeinsame Auftritt auf dem Dachboden ist der Moment, in dem Duchesse und ihre Kinder endgültig in O’Malleys Welt ankommen. Dazu kommen die kleinen Nummern der Kätzchen am Klavier im Haus der Madame, die den Gegenpol bilden: brav, geübt, ordentlich.

Auch die deutsche Fassung hat hier ihren Anteil. Die Übersetzung des zentralen Lieds als „Katzen brauchen furchtbar viel Musik“ ist eine der bekanntesten Zeilen des deutschen Disney-Kanons und wird auf der DVD sogar als Mitsingversion angeboten. Wer den Film mit Kindern schaut, merkt schnell, dass genau dieser Abschnitt am längsten hängen bleibt.

Einordnung: Der letzte Film nach einer Idee Walt Disneys

Aristocats erschien 1970 als zwanzigster abendfüllender Zeichentrickfilm der Walt Disney Studios, Regie führte Wolfgang Reitherman. Es war das letzte Projekt, das noch auf Walt Disney selbst zurückgeht, der 1966 gestorben war. Zu seinen Ehren sang der damals über 80-jährige Maurice Chevalier das Titellied.

Man sieht dem Film seine Entstehungszeit an, und das ist hier ein Kompliment. Die Zeichnungen tragen sichtbar die Handschrift der Zeichner, Konturen bleiben grob, Hintergründe sind gemalt statt gerendert. Wer Kinder mit heutigen Computeranimationen aufwachsen sieht, merkt schnell, wie unterschiedlich diese beiden Bildwelten wirken.

Für wen lohnt sich Aristocats?

Für Familien mit kleineren Kindern ist der Film einer der unkompliziertesten Disney-Titel überhaupt: kurz, freundlich, ohne echte Angstmomente. Für erwachsene Zuschauer liegt der Reiz in der Musik und in der Pariser Ausstattung. Wer dagegen eine straffe, spannungsgetriebene Geschichte sucht, wird die Mitte des Films als sehr gemütlich empfinden.

Fazit: Lohnt sich Aristocats?

Aristocats ist noch ein richtig gezeichneter Film. Wunderschöne Figuren, nette Geschichte schön umgesetzt. Viel Spaß, viel Witz und auch viel Romantik. Und – wie in allen Disney-Filmen ganz viel Musik. Die perfekte Disney-Mischung für Alt und Jung.

Achtung Fans

Disney bringt seine Klassiker ca alle sieben Jahre für kurze Zeit auf den Markt, danach verschwinden sie wieder im Tresor. Daher kann diese DVD, wenn nicht zur Veröffentlichung gekauft, sehr teuer werden.

DVD-Specials

  • „Making of“
  • Das Aristocats Album
  • Sing mit uns „Katzen brauchen furchtbar viel Musik“
  • Kurzfilm
  • O’Malleys Sing- und Malspiel
  • Trailershow

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in Aristocats?

Die Pariser Katze Duchesse lebt mit ihren drei Kätzchen im Haus der wohlhabenden Madame Bonfamille, die ihr Vermögen den Katzen vererben will. Butler Edgar erfährt davon und setzt die Tiere aufs Land aus. Der Straßenkater Thomas O’Malley hilft der Familie zurück nach Paris.

Wie heißen die Katzen in Aristocats?

Die Mutter heißt Duchesse, ihre drei Kätzchen heißen Marie, Toulouse und Berlioz. Dazu kommt der Straßenkater Thomas O’Malley und eine Jazzband aus Katzen. Im Haus leben außerdem die Maus Roquefort und die Stute Frou-Frou.

Aus welchem Jahr ist Aristocats?

Aristocats kam 1970 in die Kinos und ist der zwanzigste abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt Disney Studios. Regie führte Wolfgang Reitherman. Es war das letzte Projekt, das noch auf eine Idee von Walt Disney selbst zurückging.

Ist Aristocats für kleine Kinder geeignet?

Ja. Der Film hat keine wirklich bedrohlichen Szenen, der Bösewicht Edgar ist eher tollpatschig als furchteinflößend. Die Verfolgungsjagden und die Musiknummern funktionieren schon für Kindergartenkinder, während Erwachsene den Jazz und die Pariser Ausstattung schätzen.

Warum ist die Aristocats-DVD zeitweise so teuer?

Disney bringt seine Klassiker traditionell nur für begrenzte Zeiträume auf den Markt und zieht sie danach wieder zurück. Wer eine Ausgabe nicht zur Veröffentlichung kauft, zahlt auf dem Gebrauchtmarkt oft ein Vielfaches. Das gilt für Aristocats ebenso wie für andere Disney-Titel.

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