Axel Rudi Pell – Lost XXIII

Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

VERLORENE WELT!

Die Band:

Der aus Wattenscheid stammende Gitarrist Axel Rudi Pell kann ohne Übertreibung als Urgestein in Sachen Hardrock und Metal bezeichnet werden. Seit dem Wendejahr 1989 ist er mit seiner Band unterwegs. Siebzehn Studioalben, zahlreiche Liveaufnahmen und Balladenkompilation sind die bisherige Ausbeute einer Band, die stets einen hohen Qualitätsmaßstab abliefert. Dabei ist es vollkommen egal, ob sie eigene Alben wie „Oceans Of Time“ oder ein Coveralbum wie „Diamonds Unlocked“ herausbringt, auf dem unter anderem „In The Air Tonight“ von Phil Collins oder „Beautiful Day“ von im typischen Sound von Axel Rudi Pell interpretiert werden.

Das Album:

Die Welt steht seit mehr als zwei Jahren kopf. Doch es gibt immer wieder Sachen, auf die man sich verlassen kann. Dazu gehört seit mehr als dreißig Jahren alle zwei Jahre ein neues Studioalbum von Axel Rudi Pell. Der Gitarrist aus Wattenscheid legt mit seiner Band dieser Tage den neuesten Output „Lost XXIII“ vor, wobei die römische Ziffer für den 23. Buchstaben des Alphabets steht und das Album somit wohl „Lost World“ heißen soll. Wer Axel Rudi Pell kennt, weiß, was ihn erwartet: melodiöser Hardrock mit unglaublichen Gitarrenriffs und einem tollen Sänger. Verlässlich wie ein Schweizer Uhrwerk liefert die Band ein brillantes Album nach dem anderen vor. 

Und genau da knüpft „Lost XXIII“ an. Zehn Songs (das Intro mitgerechnet) erwarten den Hörer. Darunter der Opener „Survive“, der die Single war und der gleich zeigt, dass der namensgebende Gitarrist und seine Band in Höchstform sind. Und diese Form behalten sie bei. Flotte Hardrocknummern wie „No Compromise“ oder „Follow The Beast“ können, obgleich schon oft gehört, jeden Fan zufriedenstellen. Mit „The Rise Of Ankhor“ gibt es zudem eine bärenstarke Instrumentalnummer, die überaus abwechslungsreich mit Keyboardpassagen unterlegt ist. Mit „Fly With Me“ gibt es eine traumhafte Ballade, die als Pianosong beginnt und sich später in ein sattes Riffmonster verwandelt.

Und dann gibt es noch die zwei obligatorischen Longtracks. „Gone With The Wind“ und „Lost XXIII“. Beide sind so stark, dass sie sich mit Songs von Pells Meisterwerk „The Masquerade Ball“ nicht verstecken müssen. „Gone With The Hand“ erzählt die wahre Geschichte eines Hundes, der ein Jahr auf einem Bahnsteig auf sein verstorbenes Herrchen gewartet hat. „Lost XXIII“ kommt dann mit arabischen Klängen daher, greift das Thema des Intros auf und erinnert gerade zu Beginn an viele Intros von Iron Maiden. Beide Songs sind Gänsehaut pur.

Dazu kommt natürlich die tolle Stimme von Johnny Gioeli, der seit 1998 der Band das stimmliche Gesicht verleiht und hier erneut zur Höchstform aufläuft. Sicher, Kritiker werden anmerken, dass Axel Rudi Pell ihren Sound nicht variieren. Böse Zungen können gar von Einheitsbrei sprechen, doch die Herren Pell, Gioeli, Krawczak, Doernberg und Rondinelli agieren seit Jahren auf einem so hohen Niveau, dass dieses Album einfach große Klasse ist. 

Trackliste:

01 – Lost XXIII Prequel (Intro)

02 – Survive

03 – No Compromise

04 – Down On The Streets

05 – Gone With The Wind

06 – Freight

07 – Follow The Beast

08 – Fly With Me

09 – The Rise Of Ankhor

10 – Lost XXIII

Fazit:

Axel Rudi Pell erfinden ihr Rad keinesfalls neu und legen trotzdem mit „Lost XXIII“ ein. Mehr als brillantes Album vor, dass innerhalb ihres tollen Backkatalogs definitiv auf die vorderen Plätze gehört. Die Mischung aus Härte und Melodie, das unglaubliche Spiel von Axel Rudi Pell und die Stimme von Johnny Gioeli werden hier in absoluter Perfektion dargeboten. Wer das mag, wird reich beschenkt. Mir bleibt, wie jedes Mal, nur zu sagen, dass ich mich jetzt schon auf das Jahr 2024 freue. 

Bewertung:

Musik: 5

Instrumentalisierung: 5

Stimme: 5

Abwechslung: 5

Hörspaß: 5


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