David Bowie - Aladdin Sane (30th Anniversary Edition)
Kurzfazit: Bowies erstes UK-Nummer-eins-Album, hier mit lohnender Bonusdisc.
Aladdin Sane/30th Anniversary
11,98 € Stand: 17.08.2026
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Worum geht es auf Aladdin Sane?
Dies ist die zweite Veröffentlichung David Bowies, auf der er in eine Kunstfigur schlüpft. Nach dem epochalen Erfolg des Albums Ziggy Stardust aus dem Jahr 1972 ist es nun die Gestalt des Aladdin Sane, mit der Bowie seine musikalischen Ideen verwirklicht und wieder einmal seine abwechslungsreiche Wandelbarkeit unter Beweis stellt. Der exotisch wirkende Name ist dabei eine Art Wortspiel aus Aladdin Sane = A Lad Insane = verrückter Kerl, eine sehr schöne Idee, wie ich finde.
Ein erzählter Handlungsbogen wie bei Ziggy Stardust fehlt. Aladdin Sane ist eher eine Sammlung von Momentaufnahmen, entstanden zwischen Konzerten und Kontinenten, und genau das gibt der Platte ihre unruhige, getriebene Grundstimmung.
Aladdin Sane im Überblick
Aladdin Sane ist Bowies sechstes Studioalbum und erschien im April 1973 bei RCA Records. Produziert haben es Bowie und Ken Scott. Aufgenommen wurde in den Trident Studios in London und in den RCA Studios in New York, und zwar in den Pausen zwischen den Etappen der Ziggy-Stardust-Tour.
Mitgewirkt haben Bowies Begleitband, die Spiders from Mars, also Mick Ronson, Trevor Bolder und Mick Woodmansey, dazu der Pianist Mike Garson sowie zwei Saxofonisten und drei Background-Sängerinnen. Für die Spiders in voller Besetzung war es die letzte gemeinsame Bowie-Platte. In den britischen Albumcharts stieg Aladdin Sane auf Platz eins ein und hielt sich dort fünf Wochen, es war Bowies erster Nummer-eins-Erfolg.
CD 1
| 1. Watch That Man | |
| 2. Aladdin Sane | |
| 3. Drive - In Saturday | |
| 4. Panic In Detroit | |
| 5. Cracked Actor | |
| 6. Time | |
| 7. The Prettiest Star | |
| 8. Let’s Spend The Night Together | |
| 9. The Jean Genie | |
| 10. Lady Grinning Soul |
CD 2
| 1. John I’m Only Dancing (Sax Version) | |
| 2. The Jean Genie (Original Uk Single Mix) | |
| 3. Time (Single Edit) | |
| 4. All The Young Dudes | |
| 5. Changes (Recorded Live At The Music Hall, Boston 1/10/72) | |
| 6. The Supermen (Recorded Live At The Music Hall, Boston 1/10/72) | |
| 7. Life On Mars? (Recorded Live At The Music Hall, Boston 1/10/72) | |
| 8. John, I’m Only Dancing (Recorded Live At The Music Hall, Boston 1/10/72) | |
| 9. The Jean Genie (Live) | |
| 10. Drive-In Saturday (Recorded Live At The Public Hall, Cleveland 25/11/72) |
Der Klang des Albums
Vom Stil her empfinde ich Aladdin Sane noch eine Spur melodramatischer als den Vorgänger, was ich hier aber nicht negativ meine, vielmehr so, dass Bowie hier wieder ganz große Gefühle erzeugt, die nie pathetisch oder überladen wirken, sondern sehr authentisch rüberkommen.
Der entscheidende neue Faktor gegenüber Ziggy Stardust ist Mike Garson. Sein Klavier arbeitet nicht dem Glam Rock zu, sondern quer dazu, es bricht auf, was die Gitarre gerade aufgebaut hat. Diese Reibung ist es, die Aladdin Sane bis heute unruhiger und moderner klingen lässt als viele andere Platten der Ära.
Die Songs im Einzelnen
Watch That Man und Let’s Spend The Night Together
Bei „Watch That Man“ ließ sich Bowie direkt von den Rolling Stones inspirieren, ist dieser Track doch von allen der rockigste und zudem noch recht dreckig produziert. Dieser Song ist auch nicht der einzige, der die Stones zitiert: Mit „Let’s Spend The Night Together“ haben wir sogar noch ein waschechtes Stones-Cover auf der Platte, das in puncto Qualität dem Original in nichts nachsteht.
Aladdin Sane
Der Titeltrack des Albums überrascht mit psychedelischen Jazz-Einflüssen, und die sehr markante Pianopassage des Songs gibt ihm etwas ganz Eigenes, kurzum ein Song mit großem Wiedererkennungswert. Es ist die Stelle, an der Garsons avantgardistische Ader am deutlichsten hörbar wird.
Drive-In Saturday, Panic In Detroit und Cracked Actor
Die drei folgenden Titel könnten auch gut vom Ziggy-Stardust-Album stammen, bieten sie doch solide Glam-Rock-Kost, ohne dabei wirklich hervorzustechen. Solide ist hier kein Vorwurf, aber im Vergleich zu den Ausreißern des Albums bleiben sie im Hintergrund.
Time
Das richtige Highlight lässt aber nicht lange auf sich warten. Mit „Time“ haben wir einen Song auf der Platte, der mich irgendwie an die Goldenen Zwanziger erinnert, hat dieses Stück doch etwas sehr Kabarettartiges an sich. Auch hier trägt Garsons Klavier die Nummer maßgeblich.
Lady Grinning Soul
Das Album schließt mit einem fast schon düsteren Glam-Rock-Song. Im Tempo nochmals stark zurückgenommen, erzeugt „Lady Grinning Soul“ eine ungemein dichte Atmosphäre, die einen sofort gefangen nimmt.
Was bringt die 30th Anniversary Edition?
Diese Jubiläumsausgabe hat natürlich wieder eine Bonusdisc mit in petto, worauf B-Seiten und alternative Versionen der Aladdin-Sane-Stücke zu hören sind. Dazu kommen Livemitschnitte aus dem Jahr 1972, unter anderem aus der Music Hall in Boston und der Public Hall in Cleveland.
Die Ausgabe erschien 2003 als digital remasterte Doppel-CD im Digibook-Format mit einem umfangreichen Booklet. Für Käufer bedeutet das: Wer das Album ohnehin schon im Regal hat, entscheidet sich hier vor allem für den überarbeiteten Klang und die zweite Disc. Wer Aladdin Sane noch gar nicht besitzt, bekommt eine besonders vollständige Version.
Für wen lohnt sich Aladdin Sane?
Für Einsteiger in Bowies Werk ist Aladdin Sane eine hervorragende Wahl, weil hier Glam Rock, Stones-Rock, Jazz und Kabarett auf engem Raum aufeinandertreffen. Wer Ziggy Stardust mag, bekommt die konsequente Fortsetzung mit mehr Farben. Wer mit dem theatralischen Bowie fremdelt, wird sich allerdings auch hier schwertun, denn die Platte macht keine Anstalten, sich zu bremsen.
Fazit: Lohnt sich Aladdin Sane?
Aladdin Sane ist ein sehr gelungener Nachfolger zum Ziggy-Stardust-Album, mir persönlich gefällt es sogar noch eine Spur besser, da hier Bowie noch vielseitiger zur Geltung kommt. Gerade das geniale „Time“ und das melancholische „Lady Grinning Soul“ machen dieses Album zu einem zeitlosen Stück Musikgeschichte. Die 30th Anniversary Edition ist die Ausgabe, zu der man greifen sollte, wenn man nicht nur die Songs, sondern auch ihr Umfeld hören möchte.
Häufig gestellte Fragen
Wann erschien Aladdin Sane und bei welchem Label?
Aladdin Sane ist das sechste Studioalbum von David Bowie und erschien im April 1973 bei RCA Records. Produziert wurde es von Bowie zusammen mit Ken Scott. Die hier besprochene 30th Anniversary Edition kam 2003 als remasterte Doppel-CD heraus.
Was bedeutet der Titel Aladdin Sane?
Der Name ist ein Wortspiel: Aladdin Sane liest sich als „A Lad Insane“, also sinngemäß „ein verrückter Kerl“. Bowie schlüpft damit nach Ziggy Stardust zum zweiten Mal in eine Kunstfigur. Der Blitz im Gesicht auf dem Cover ist zu einem der bekanntesten Bilder der Popgeschichte geworden.
Wer spielt auf Aladdin Sane mit?
Das Album entstand mit Bowies Begleitband, den Spiders from Mars, also Mick Ronson an der Gitarre, Trevor Bolder am Bass und Mick Woodmansey am Schlagzeug. Dazu kommen der Pianist Mike Garson sowie Saxofonisten und Background-Sängerinnen. Es war Bowies letztes Album mit der kompletten Spiders-Besetzung.
Was enthält die 30th Anniversary Edition zusätzlich?
Die Jubiläumsausgabe von 2003 bringt das digital remasterte Album auf CD 1 und eine Bonusdisc mit B-Seiten, alternativen Versionen und Livemitschnitten aus dem Jahr 1972. Verpackt ist das Ganze als Digibook mit einem umfangreichen Booklet. Wer das Album schon besitzt, kauft hier vor allem die zweite CD und den besseren Klang.
War Aladdin Sane in den Charts erfolgreich?
Ja, sehr. Das Album stieg in Großbritannien auf Platz eins ein und blieb dort fünf Wochen. Es war damit Bowies erstes Nummer-eins-Album.
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