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Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen

4,5 von 5 von Rezension.org · 2010-07-20 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Stiller Roman über die Frage, ob ein unscheinbares Leben zählt.

Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen: Roman | Der spirituelle Roman vom Autor von "Dienstags bei Morrie"
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Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen: Roman | Der spirituelle Roman vom Autor von "Dienstags bei Morrie"

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Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen von Mitch Albom

Worum geht es in Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen?

Eddie ist Mechaniker in einem Vergnügungspark am Meer, in dem auch sein Vater schon arbeitete. Sein Job, wie auch sein ganzes Leben, erscheinen ihm bedeutungslos und leer. Durch eine unglückliche Verkettung äußerer Umstände musste Eddie seine Pläne für die Zukunft begraben und in die Fußstapfen seines ungeliebten Vaters treten, seither ist er zuständig für die Wartung und Sicherheit der Fahrgeschäfte. Nach dem Tod seiner über alles geliebten Frau vereinsamt er immer mehr und hadert mit seinem Schicksal.

An seinem 83. Geburtstag kommt es zu einem Unfall im Vergnügungspark, eine Gondel eines Fahrunternehmens stürzt ab und Eddie kommt bei dem Versuch, ein 5-jähriges Mädchen vor der heranstürzenden Gondel zu retten, ums Leben. Doch das Leben nach dem Tod ist so ganz anders, als Eddie es sich – wenn überhaupt – vorgestellt hatte. Fünf Menschen trifft er in fünf verschiedenen Umgebungen. Fünf Szenen seines Lebens erlebt Eddie noch einmal, geführt von fünf Menschen, auf die sein Handeln damals entscheidende Bedeutung hatte.

Eddie, der glaubte, dass sich in seinem Leben eigentlich nichts von wirklicher Bedeutung ereignet hat, muss feststellen, dass er an dem Tod zweier Menschen schuldig ist und er lernt im Nachhinein sein Leben zu verstehen. Einiges wartet da auf ihn, Dinge, die er nun verarbeiten muss, Schuld, die er sich eingestehen und Verzeihung, die er gewähren muss. In jeder der fünf Begegnungen lernt Eddie eine wichtige Lektion. Erst bei der fünften und letzten Begegnung erfährt Eddie, dass er das Mädchen retten konnte und dass genau diese Tat eine wichtige Kompensation für ein einmal begangenes Unrecht war. Und erst nachdem er die fünf Menschen getroffen hat, die im Himmel auf ihn gewartet haben, kann er Ruhe finden, mit seinem Leben ins Reine kommen – aber auch er wird einer von Fünfen sein für andere, die nach ihm kommen werden.

Wer sind die fünf Menschen, die Eddie im Himmel trifft?

Der Roman ist streng nach diesen fünf Begegnungen gebaut. Jede spielt an einem eigenen Ort, jede endet mit einem Satz, den Eddie mitnimmt. Wer das Buch noch lesen möchte, überspringt diesen Abschnitt besser, denn er nennt die Namen und die Zusammenhänge.

Der blaue Mann

Die erste Station führt Eddie zurück auf den Rummelplatz seiner Kindheit. Der blaue Mann war dort eine Schaustellerattraktion, seine auffällige Hautfarbe ging auf Silbernitrat zurück, das ihm einst als Arznei verordnet worden war. Eddie war als Kind einem Ball auf die Straße nachgelaufen, der blaue Mann riss das Steuer herum und starb kurz darauf. Die Lektion dieser ersten Begegnung ist der Grundgedanke des ganzen Buches: Es gibt keine zufälligen Leben, alle Geschichten hängen miteinander zusammen.

Der Hauptmann

Die zweite Begegnung findet auf einer kriegszerstörten Insel auf den Philippinen statt. Eddie trifft seinen Vorgesetzten aus der Armeezeit wieder, jene Zeit, die er nie ganz hinter sich lassen konnte. Es geht um Gefangenschaft, um Loyalität und um die Frage, was ein Mensch bereit ist zu opfern, damit ein anderer weiterleben kann. Hier bekommt Eddie eine Antwort auf eine Frage, die er sich selbst jahrzehntelang nicht zu stellen gewagt hat.

Ruby

Die dritte Begegnung trägt denselben Namen wie der Vergnügungspark, in dem Eddie sein Leben verbracht hat: Ruby. Ihr Kapitel handelt vom Vater, an dem Eddie sich abgearbeitet hat, von ungesagten Sätzen und von einer Wut, die ein ganzes Leben lang getragen wurde. Die Lektion ist das Verzeihen, und zwar ausdrücklich auch dann, wenn der andere längst tot ist und sich nicht mehr entschuldigen kann.

Marguerite

Die vierte Begegnung ist die persönlichste. Marguerite, Eddies Frau, starb mit 47 Jahren an einem Hirntumor. In ihrem Kapitel erklärt sie ihm, dass sie nie wirklich fort war. Ihr Satz, dass das Leben endet, die Liebe aber nicht, ist die emotionale Mitte des Romans und der Grund, warum das Buch häufig an Trauernde weitergegeben wird.

Tala

Die fünfte und schwerste Begegnung ist ein junges Mädchen an einem Fluss. Tala war der Schatten, den Eddie damals im Feuer auf den Philippinen gesehen und für Einbildung gehalten hat. Sie starb in der Hütte, die er in Brand gesteckt hatte. Erst hier schließt sich der Kreis zum Anfang des Buches: Das Kind, das Eddie an seinem 83. Geburtstag rettete, ist die späte Gegenrechnung zu dieser Schuld.

Wer ist Mitch Albom?

Mitch Albom wurde einem großen Publikum mit „Dienstags bei Morrie“ bekannt, einem Buch, das auf Gesprächen mit einem sterbenden Lehrer beruht. Auch „Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen“ arbeitet mit diesem Grundmuster: Ein Mensch am Ende seines Weges bekommt erklärt, was sein Leben bedeutet hat. Albom schreibt kurze Kapitel, klare Sätze und verzichtet auf ausgestellte Sprachkunst. Wer literarische Vielschichtigkeit sucht, wird das als Schwäche lesen, wer eine Geschichte sucht, die ihre Idee konsequent zu Ende erzählt, als Stärke.

Erscheinungsjahr, Ausgaben und Verfilmung

Das Original erschien 2003 unter dem Titel „The Five People You Meet in Heaven“ bei Hyperion. Der Roman wurde in 35 Sprachen übersetzt und in 38 Regionen veröffentlicht. Auf Deutsch kam er bei Goldmann heraus, eine spätere Taschenbuchausgabe liegt bei Ullstein vor. Wer antiquarisch kauft, findet den Titel deshalb unter mehreren Verlagen und Umschlaggestaltungen, der Text ist derselbe.

2004 folgte eine Verfilmung mit Jon Voight als Eddie, die sich weitgehend an die Vorlage hält. Der Film nimmt der Geschichte allerdings das, was im Buch am besten funktioniert: die knappen Rückblenden auf Eddies Geburtstage, die zwischen die fünf Begegnungen geschnitten sind und aus einer Reihe von Episoden ein Leben machen.

Wie religiös ist das Buch?

Der Himmel in diesem Roman ist kein Ort mit Engeln, Wolken und Jüngstem Gericht. Er besteht aus fünf Stationen, die jeweils aus Eddies eigener Biografie gebaut sind, aus einem Rummelplatz, einer Insel, einem Diner, einer Hochzeitsgesellschaft. Belohnung oder Strafe spielen keine Rolle, es geht ausschließlich um Verstehen. Damit bleibt das Buch für Leser offen, die mit einer konfessionellen Jenseitsvorstellung nichts anfangen können, ohne dass es die Frage nach dem Danach kleinredet.

Für wen lohnt sich das Buch?

Der Roman ist kurz und in wenigen Stunden gelesen. Er eignet sich für Leser, die mit dem Tod eines nahen Menschen umgehen müssen, und für alle, die das Gefühl kennen, das eigene Leben sei belanglos verlaufen. Wer dagegen Handlung im klassischen Sinn erwartet, Spannungsbögen oder überraschende Wendungen, liegt hier falsch: Die Auflösung steht im Titel, der Weg dorthin ist das Buch.

Fazit: Lohnt sich Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen?

In der Rückschau auf ein Leben wird deutlich, dass es ein belangloses Leben gar nicht gibt. Für andere, mit denen man im Leben zu tun hatte, ist man wichtig, wenn auch manchmal ganz anders als man glaubt. Eine beeindruckende Geschichte, die auf gänzlich andere Art die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt. Ein spannendes und unterhaltsames Buch, dass ein scheinbar ereignisloses, langweiliges Leben eines unscheinbaren einfachen Menschen zum Thema hat. Mit sich selbst im Reinen zu sein und sich möglichst schon zu Lebzeiten mit den Mitmenschen auszusöhnen ist die eigentliche Botschaft des Buches. Eine gute Idee, auf deren Durchführung man ja nicht bis nach dem Tod warten muss.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen?

Eddie, ein 83-jähriger Wartungsmechaniker in einem Vergnügungspark am Meer, stirbt bei dem Versuch, ein kleines Mädchen vor einer abstürzenden Gondel zu retten. Im Jenseits begegnet er nacheinander fünf Menschen, deren Leben sich mit seinem gekreuzt hat. Jede Begegnung erklärt ihm eine Szene seines eigenen Lebens, die er nie verstanden hat.

Wer sind die fünf Menschen, die Eddie im Himmel trifft?

Es sind der blaue Mann vom Rummelplatz, Eddies Hauptmann aus der Armeezeit, Ruby, seine verstorbene Frau Marguerite und das philippinische Mädchen Tala. Jeder von ihnen vermittelt ihm eine Lektion: über Zusammenhänge, über Opfer, über Vergebung, über Liebe und über Schuld.

Wann ist der Roman erschienen und wer hat ihn geschrieben?

Der Roman stammt von Mitch Albom, der zuvor mit „Dienstags bei Morrie“ bekannt wurde. Das Original erschien 2003 unter dem Titel „The Five People You Meet in Heaven“ bei Hyperion. Auf Deutsch kam der Roman bei Goldmann heraus, eine spätere Taschenbuchausgabe liegt bei Ullstein vor.

Gibt es eine Verfilmung?

Ja, 2004 entstand eine Verfilmung mit Jon Voight in der Rolle des Eddie. Sie hält sich weitgehend an die Vorlage. Wer das Buch mag, verpasst mit dem Film nichts Wesentliches, umgekehrt lebt der Roman aber stärker von seiner ruhigen inneren Erzählweise.

Ist das Buch religiös?

Der Himmel in diesem Roman ist kein konfessionell festgelegter Ort mit Engeln und Gericht. Er besteht aus fünf Stationen, in denen Eddie sein eigenes Leben erklärt bekommt. Das Buch lässt sich deshalb auch von Lesern lesen, die mit religiösen Jenseitsvorstellungen wenig anfangen können.

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