Gary Numan - Living Ornaments ’79
Kurzfazit: Eines der besten Synthpop-Livealben, glasklar und voller Spielfreude.
Living Ornaments '79 [Vinyl LP]
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Preis bei Amazon ansehen →Was ist Living Ornaments ’79?
Living Ornaments ’79 ist ein Livealbum von Gary Numan, das den Auftritt vom 28. September 1979 im Londoner Hammersmith Odeon festhält. Veröffentlicht wurde es allerdings erst am 24. April 1981 bei Beggars Banquet, also rund anderthalb Jahre nach dem Konzert. Die ursprüngliche LP enthielt neun Titel und erreichte Platz 47 der britischen Albumcharts. Zeitgleich erschien eine limitierte Box, die Living Ornaments ’79 mit dem Schwesteralbum Living Ornaments ’80 zusammenspannte, und diese Box kletterte sogar bis auf Platz 2.
Die hier besprochene Ausgabe ist die 1998 erschienene Doppel-CD, die den Abend mit 21 Titeln erheblich vollständiger abbildet als die alte Neun-Song-LP. 2005 folgte eine remasterte Wiederveröffentlichung, 2009 wanderten die neun Originaltitel zusätzlich auf die Bonusdisc der erweiterten Ausgabe von The Pleasure Principle. Wer heute nach dem Album sucht, sollte also genau hinsehen, welche Fassung vor ihm liegt.
Die Tracklist der Doppel-CD
Disc 1
- Intro
- Airlane
- Me! I Disconnect From You
- Cars
- M.E.
- Your Are In My Vision
- Something’s In The House
- Random
- Everyday I Die
- Conversation
- We Are So Fragile
Disc 2
- Bombers
- Remember I Was Vapour
- On Broadway
- The Dream Police
- Films
- Metal
- Down In The Park
- My Shadow In Vain
- Are „Friends“ Electric?
- Tracks
Worum geht es auf Living Ornaments ’79?
Living Ornaments ’79 ist ein Doppel-Livealbum aus der Anfangsphase von Gary Numans Karriere, es umfasst Songs aus seinem ersten Soloalbum The Pleasure Principle, aber auch Titel aus seiner Zeit mit der Tubeway Army. Gary Numan war damals für seine futuristischen Bühnenshows berühmt und berüchtigt, sehr aufwendige Lichteffekte und Bühnenaufbauten zierten das Bild. Auf Standbildern lässt sich die damalige Atmosphäre nur schwer erahnen, aber wenn man die zugehörigen Liveaufnahmen zu seinen Auftritten sieht, kann man die Faszination des Künstlers, die er auf sein Publikum haben musste, ganz gut verstehen. Das ganze Konzept war damals neu und beispiellos.
Wie klingt Living Ornaments ’79?
Im Gegensatz zu den Studioaufnahmen der Titel kommen sie live richtig schön kraftvoll rüber, die Gitarren sind dabei besonders schön herauszuhören, auch die Synthies klingen so wuchtig, dass bei dem einen oder anderen Titel fast die Erde anfängt zu beben. Die Soundqualität ist trotz der über 30 Jahre, die das Album jetzt schon auf dem Buckel hat, erstaunlich transparent und gut. Auch wer die Studioalben nicht kennt, wird seine Freude mit diesen Aufnahmen haben, denn gute Livemitschnitte im Synthiepop-Sektor sind recht selten, und so gute wie diese sind fast gar nicht zu finden. Mir fällt so auf die Schnelle jedenfalls kein Werk ein, das eine ähnliche Sogwirkung erzeugt wie dieses hier.
Ein wichtiger Grund dafür ist die Instrumentierung. Die Stücke sind nicht vollsynthetisch, sondern werden von richtigen Instrumenten wie E-Gitarre, Bass und echtem Schlagzeug begleitet, was den Stücken zusätzlich einen treibenden Charakter verleiht. Somit ist Living Ornaments ’79 ein perfektes Beispiel für gute synthetische Livemusik.
Die Highlights im Einzelnen
Airlane
Das alienhafte Instrumentalstück eröffnet nach dem Intro den Abend und funktioniert live noch besser als auf Platte. Die Melodielinien schweben über einem sehr körperlichen Rhythmusfundament, und genau dieser Kontrast macht den Reiz aus.
Down In The Park
Die geniale Liveversion des Tubeway-Army-Klassikers klingt viel düsterer als die Albumversion auf Replicas. Das Tempo wirkt gedrosselt, die Flächen stehen länger im Raum, und der Song bekommt dadurch etwas spürbar Bedrohliches.
Tracks
Der Schlusspunkt des Konzerts strotzt dermaßen vor Kraft, dass er beinahe die Boxen zum Bersten bringt. Wer nur eine einzige Nummer als Beleg dafür hören will, dass Synthpop 1979 alles andere als blutleer war, nimmt diese.
Wer spielte 1979 in Gary Numans Band?
Die Live-Besetzung dieser Tour ist der Grund, warum das Album so wenig nach Laborsound klingt. Neben Gary Numan am Gesang standen Paul Gardiner am Bass, Ced Sharpley am Schlagzeug und Rrussell Bell an der Gitarre auf der Bühne. Die Keyboards teilten sich Chris Payne, der zusätzlich Viola spielte, und Billy Currie, der auch die Violine bediente und ansonsten bei Ultravox aktiv war. Diese Mischung aus Synthesizern, Streichinstrumenten und klassischer Rockbesetzung erklärt, warum die Stücke live so viel mehr Druck entwickeln als auf den Studioplatten.
Welche Ausgabe sollte man kaufen?
Für Einsteiger ist die Doppel-CD von 1998 beziehungsweise die remasterte Fassung von 2005 die richtige Wahl, weil sie den Abend nahezu vollständig enthält. Die ursprüngliche LP von 1981 mit ihren neun Titeln ist eher etwas für Sammler, die den historischen Erstdruck haben wollen. Wer die passende Ergänzung sucht, greift zusätzlich zu Living Ornaments ’80, das die Tour zum Nachfolger Telekon dokumentiert und ein spürbar anderes Repertoire bietet.
Für wen lohnt sich Living Ornaments ’79?
Das Album richtet sich an alle, die Gary Numan nicht nur als Studiotüftler, sondern als Bühnenkünstler kennenlernen wollen. New-Wave- und Synthpop-Fans bekommen ein Zeitdokument aus dem Jahr, in dem das Genre in Großbritannien den Durchbruch schaffte. Und wer sonst eher Gitarrenmusik hört, dürfte überrascht sein, wie rockig diese Aufnahmen tatsächlich klingen. Nur wer ausschließlich das spätere, industriallastige Werk ab Sacrifice mag, findet hier wenige Anknüpfungspunkte.
Fazit: Lohnt sich Living Ornaments ’79?
Living Ornaments ’79 ist eines der besten Livealben überhaupt und mit seinem glasklaren Klang auch eine kleine Seltenheit zu jener Zeit. Die Songauswahl ist perfekt und gibt einen guten Überblick über all die großen Hits, die Gary in der Anfangsphase seiner Karriere geschrieben hat. Für Synthpop-Fans ein absolutes Muss, da hier die Geschichte des New Wave hautnah miterlebt werden kann.
Häufig gestellte Fragen
Wann und wo wurde Living Ornaments ’79 aufgenommen?
Der Mitschnitt stammt vom Konzert am 28. September 1979 im Londoner Hammersmith Odeon. Gary Numan war damals mit dem Album The Pleasure Principle unterwegs. Veröffentlicht wurde die Aufnahme erst am 24. April 1981 bei Beggars Banquet.
Wie viele Titel enthält Living Ornaments ’79?
Die ursprüngliche LP von 1981 enthielt neun Titel. Die 1998 erschienene Doppel-CD bildet den Abend mit 21 Titeln deutlich vollständiger ab, 2005 folgte eine remasterte Neuauflage. Wer den kompletten Auftritt hören will, greift also zur Doppel-CD.
Welche Musiker spielen auf Living Ornaments ’79?
Neben Gary Numan am Gesang sind Paul Gardiner am Bass, Ced Sharpley am Schlagzeug und Rrussell Bell an der Gitarre zu hören. An den Keyboards standen Chris Payne, der zusätzlich Viola spielte, und Billy Currie, der auch zur Violine griff. Diese Besetzung sorgt dafür, dass die Stücke live rockiger klingen als im Studio.
Ist Living Ornaments ’79 ein guter Einstieg in Gary Numans Musik?
Ja. Die Songauswahl deckt die gesamte Anfangsphase seiner Karriere ab, von den Tubeway-Army-Stücken bis zu den Hits von The Pleasure Principle. Wer wissen will, warum Gary Numan 1979 als Ausnahmeerscheinung galt, bekommt hier den kompaktesten Überblick.
Was ist der Unterschied zwischen Living Ornaments ’79 und ’80?
Living Ornaments ’79 dokumentiert das Konzert vom September 1979 aus der Pleasure-Principle-Phase. Living Ornaments ’80 stammt von der Tour zum Nachfolgealbum Telekon und enthält entsprechend anderes Repertoire. 1981 erschienen beide zusammen als limitierte Box, die bis auf Platz 2 der britischen Albumcharts kam.
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