Gary Numan - Machine And Soul
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Gary Numans Machine And Soul ist sein schwächstes Album, erschienen am 3. August 1992, und erhält in der Rezension vom 13. Juli 2011 1 von 5 Punkten. Dumpfe Produktion, aufgesetzter Funk, nervende Backgroundsängerinnen und zwei Prince-Cover tragen dazu bei, das Album lohnt sich nur für Sammler, die die Diskografie vervollständigen wollen.
Machine and Soul
59,90 € Stand: 28.09.2026
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- Machine And Soul
- Generator
- The Skin Game
- Poison
- Wonder
- Emotion
- Cry
- U Got The Look
- Love Isolation
- Hanoi
- Dark Mountain
- The Hauntings
- 1999
- Cry Baby
- Wonder Eye
Worum geht es auf Machine And Soul?
Mit dem 1992 veröffentlichten Machine And Soul hatte Gary Numan seinen absoluten Tiefpunkt erreicht. Er steckte damals kreativ wie privat in einer tiefen Krise: Neben einem riesigen Schuldenberg aus dem Flop seines letzten Albums und dem Niedergang des verantwortlichen Labels trennte er sich auch von seiner damaligen Freundin. Das Album erschien am 3. August 1992 auf Numa Records, dem eigenen Label, das Numan eigens dafür wieder aktivierte, und blieb in Großbritannien auf Platz 42 hängen.
Inhaltlich ist die Platte der Endpunkt einer Entwicklung, die Jahre zuvor begonnen hatte. Seit Metal Rhythm versuchte Numan, mit amerikanisch geprägtem Funk-Pop kommerziell wieder Fuß zu fassen. Machine And Soul ist der letzte und konsequenteste dieser Versuche, und zugleich der misslungenste.
Warum ist Machine And Soul so schwach?
Dieses Kreativloch ist auf Machine And Soul merklich zu spüren. Es ist so gut wie nichts mehr, was Gary einmal auszeichnete, auf dem Album vorhanden: keine tollen Synthiearrangements, keine düsteren Songs, auch sein Gesangsstil wirkt völlig neben der Spur. Der Versuch, wieder mit billigen Funkklängen irgendetwas zu reißen, ging völlig schief. Die Produktion dieses Albums ist gelinde gesagt unter aller Kanone, die Musik kommt derart dumpf rüber, dass man glaubt, irgendetwas sei mit der Anlage kaputt.
Die Backgroundsängerinnen
Auch gehen einem die weiblichen Backgroundsängerinnen gehörig auf die Nerven, dieses Stilmittel ist nun wirklich bis auf die Schmerzgrenze ausgereizt. Was auf einer Soulplatte Wärme erzeugt, wirkt hier wie eine Schablone, die über jeden Refrain gelegt wurde.
Die beiden Prince-Cover
Die Krone der Peinlichkeit sind die beiden Prince-Cover, „U Got The Look“ und „1999“, da heißt es Gesicht verziehen und sich fremdschämen. Beide Aufnahmen stammen übrigens schon aus den Sessions zum Vorgängeralbum Outland und waren zwischenzeitlich für jene Platte eingeplant. Dass sie hier zweitverwertet wurden, sagt viel über den Zustand des Projekts.
Die wenigen Lichtblicke
Auch Gary erkannte seinen Missgriff und bezeichnet Machine And Soul heute als schlechtestes Album seiner Karriere. Einzig die beiden Songs „Generator“ und „The Skin Game“ haben noch einen Hauch von Unterhaltungswert, funktionieren aber aufgrund der schlechten Produktion nur bedingt. Eine Besonderheit sind die als Bonustracks aufgeführten Instrumentalstücke auf dem Album, dort finden sich recht düstere, stimmlich verfremdete Soundexperimente, die durchaus eine gewisse Wirkung haben, aber doch irgendwie als Fremdkörper wirken. Weitere Instrumentalstücke aus dieser Zeit versammelt das Album Human mit 36 kurzen Skizzen von 1991.
Wie schnitten die Singles ab?
Die Singleauskopplungen belegen, wie wenig das Konzept aufging. „Emotion“ erschien bereits im September 1991 und verfehlte die Charts komplett. „The Skin Game“ folgte im März 1992 und erreichte Platz 68, der Titelsong im Juli 1992 immerhin Platz 72. Für einen Musiker, der 1979 und 1980 an der Spitze der britischen Charts stand, waren das ernüchternde Zahlen.
Was bedeutete die Rückkehr zu Numa Records?
Numa Records war Gary Numans eigenes Label, über das er bereits zwischen 1984 und 1986 veröffentlicht hatte. Nach zwei Alben bei I.R.S. Records und dem Zusammenbruch der dortigen Struktur blieb ihm 1992 kaum eine Alternative, als das Label wieder zu aktivieren. Was nach künstlerischer Unabhängigkeit klingt, war in Wahrheit eine Notlösung. Ohne Vorschuss einer großen Firma musste die Platte vor allem eines leisten, nämlich Geld einbringen. Genau diese Ausgangslage erklärt viele Entscheidungen auf Machine And Soul, von der auf Radiotauglichkeit getrimmten Oberfläche bis zur Zweitverwertung älterer Aufnahmen.
Aufgenommen wurde zwischen Ende 1991 und Mitte 1992 im Outland Studio, benannt nach dem Vorgängeralbum. Die Produktion übernahm Kipper, der später vor allem als Produzent von Sting bekannt wurde. An der handwerklichen Kompetenz der Beteiligten liegt es also nicht, dass die Platte so wenig zündet, sondern an einem Konzept, das von Anfang an gegen die Stärken des Künstlers gearbeitet hat.
Welche Ausgaben gibt es?
Das ursprüngliche Album war mit neun Titeln ausgesprochen knapp bemessen. Spätere Ausgaben, darunter die hier besprochene, füllen die Laufzeit mit Bonusmaterial auf und kommen auf 15 Titel. Für die US-Wiederveröffentlichung 1998 und die britische von 1999 wurde zudem das Cover ausgetauscht, verwendet wurden Fotos aus der Metal-Rhythm-Zeit. Wer die Platte sucht, findet sie je nach Land unter Machine And Soul oder Machine + Soul.
Wie ging es danach weiter?
Es sollte noch zwei Jahre dauern, bis Gary Numan mit Sacrifice zu alter Form auflief und endlich seinen eigenen Sound fand, den er bis heute immer noch zelebriert. Dass ausgerechnet der kommerzielle Totalschaden von 1992 diese Kehrtwende auslöste, gehört zu den bemerkenswerteren Wendungen in der britischen Popgeschichte. Numan zog daraus die Konsequenz, keine Rücksicht mehr auf Radiotauglichkeit zu nehmen, und genau das rettete seine Karriere. Das Album Exile von 1997 setzt auf düstere Loops und religionskritische Texte, wie die Besprechung zu Exile beschreibt.
Wie wird das Album heute bewertet?
Am Urteil hat sich in über drei Jahrzehnten wenig geändert. Kritik und Fangemeinde führen Machine And Soul übereinstimmend als Tiefpunkt einer ohnehin schwierigen Phase, und Numan selbst hat später erklärt, dass er nach dieser Platte ernsthaft über einen Ausstieg aus dem Musikgeschäft nachdachte. Seine Formulierung, es sei das unnumanhafteste Numan-Album überhaupt, trifft den Kern: Man erkennt den Künstler an keiner Stelle wieder.
Bemerkenswert ist allenfalls, dass gerade dieses Scheitern die Wende brachte. Wer wissen will, warum Sacrifice 1994 so kompromisslos düster ausfiel, muss verstehen, wie gründlich der gegenteilige Ansatz zwei Jahre zuvor gescheitert war.
Für wen lohnt sich Machine And Soul?
Ehrlich gesagt für kaum jemanden. Sammler, die die Diskografie vollständig haben wollen, kommen nicht daran vorbei, und wer sich für die Mechanik von Karriereeinbrüchen interessiert, findet hier ein Lehrstück. Alle anderen fangen bei The Pleasure Principle oder bei Sacrifice an.
Fazit: Lohnt sich Machine And Soul?
Machine And Soul ist mit Abstand Gary Numans schlechtestes Album, es grenzt schon an Körperverletzung und Masochismus, sich dieses Album freiwillig anzutun, wobei man sich natürlich auch einen Spaß erlauben und diese Platte nur laufen lassen kann, um zu erkennen, wie gut er einmal war. Glücklicherweise war dies der letzte Ausfall seiner Karriere, danach entdeckte er den Industrialsound für sich, mit dem er uns noch heute recht solide Alben beschert.
Häufig gestellte Fragen
Wann erschien Machine And Soul?
Gary Numans Machine And Soul erschien am 3. August 1992 auf Numa Records, dem eigenen Label, das Numan dafür wieder aktivierte. Aufgenommen wurde es zwischen Ende 1991 und Mitte 1992 im Outland Studio, in den britischen Albumcharts erreichte es Platz 42.
Warum gilt Machine And Soul als Gary Numans schlechtestes Album?
Gary Numans Machine And Soul gilt als sein schlechtestes Album, weil die Platte unter finanziellem Druck als letzter Versuch mit radiotauglichem Funk-Pop entstand. Die typischen Synthesizerarrangements und düsteren Songs fehlen, die Produktion klingt dumpf, und Numan selbst bezeichnet es als schlechtestes Album seiner Karriere.
Welche Prince-Songs coverte Gary Numan?
Gary Numans Machine And Soul enthält Fassungen der Prince-Songs „U Got The Look“ und „1999“. Beide Aufnahmen stammen aus den Sessions zum Vorgängeralbum Outland und waren zwischenzeitlich für jene Platte eingeplant.
Welche Singles wurden aus Machine And Soul ausgekoppelt?
Aus Gary Numans Machine And Soul wurden „Emotion“, „The Skin Game“ und der Titelsong ausgekoppelt. „Emotion“ erschien im September 1991 und verfehlte die Charts, „The Skin Game“ folgte im März 1992 auf Platz 68, der Titelsong im Juli 1992 auf Platz 72.
Welches Gary-Numan-Album sollte man stattdessen hören?
Statt Gary Numans Machine And Soul sind Sacrifice von 1994 für die neunziger Jahre und The Pleasure Principle für die frühe Phase die bessere Wahl. Mit Sacrifice fand Numan zu seinem düsteren Sound zurück, der seine Karriere rettete.
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