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Hans Dieter Mück: Otto Müller

4 von 5 Redaktion · 2012-11-30 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Gründliches Katalogwerk in drei Bänden, aber nichts für Einsteiger.

Einfach, Eigen, Einzig. Otto Mueller Band. Hier die Bände I und II (von III). - (1874-1930. Wegbereiter der 'Künstlergruppe Brücke' und deren 'selbstverständliches Mitglied')
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Einfach, Eigen, Einzig. Otto Mueller Band. Hier die Bände I und II (von III). - (1874-1930. Wegbereiter der 'Künstlergruppe Brücke' und deren 'selbstverständliches Mitglied')

47,00 € Stand: 06.09.2026

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Hans Dieter Mück / Dieter W. Posselt: Eigen. Einfach. Einzig Otto Müller 1874 - 1930 Band I; Selbstverlag Weimar 2012; 171 Seiten; ISBN: 3-935144-28-8

Hans Dieter Mück / Dieter W. Posselt: Eigen. Einfach. Einzig Otto Müller 1874 - 1930 Band II; Selbstverlag Weimar 2012; 168 Seiten; ISBN: 935144-29-6

Hans Dieter Mück / Dieter W. Posselt: Eigen. Einfach. Einzig Otto Müller 1874 - 1930 Band III; Selbstverlag 2012; 152 Seiten; ISBN: 3-935144-29-6a

Worum geht es in Hans Dieter Mück: Otto Müller?

Hier liegt ein dreibändiges Begleitbuch zu den Ausstellungen vor, die die Otto Müller Gesellschaft (Weimar) in den Jahren 2012 und 2013 in Zwickau, Heilbronn und Duisburg präsentiert. Die drei Bücher sind in einem Schuber erhältlich. Daher macht es auch Sinn, sie in einem einzigen Text zu besprechen.

Band I bietet ausschließlich Abbildungen derjenigen Werke, die in den drei Ausstellungen gezeigt werden. Die technischen Daten (wie Entstehungszeit und benutzte Materialien) kommen hinzu. Ein Einlegeblatt bietet einen umfangreichen tabellarischen Lebenslauf des heute weitestgehend unbeachteten, wenn nicht gar vergessenen ostdeutschen Künstlers.

Band II zeigt einen sehr umfangreichen beruflichen und privaten Lebenslauf Müllers. Unterstützt durch jede Menge Bilder, Charakterisierungen durch andere Personen und Selbstzeugnisse entsteht so ein gründlich recherchiertes Bild des Malers und Lithographen.

Band III ist anlässlich der Ausstellung in Duisburg erschienen. Er hat einen kunsthistorischen und kunstwissenschaftlichen Ansatz, erklärt also Müller und sein Werk. Dabei fällt auf, daß Müller in Bezug zu Lehmbruck, den Namensgeber des Duisburger Museums, gestellt wird. Gerade hinsichtlich der Dauerausstellung, die in dem Duisburger Lehmbruck-Museum gezeigt wird, scheint hier also eine Lücke in der Forschung wie auch literarischen Vermittlung von Kunst geschlossen zu werden.

Wer war Otto Müller?

Otto Müller wurde am 16. Oktober 1874 geboren und starb am 24. September 1930. Zwischen 1890 und 1892 durchlief er eine Ausbildung in Lithografie in Görlitz und Breslau, von 1894 bis 1896 studierte er an der Kunstakademie in Dresden, 1898 setzte er das Studium in München fort. Seine frühen Arbeiten sind noch vom Impressionismus, vom Jugendstil und vom Symbolismus geprägt.

Mit dem Umzug nach Berlin im Jahr 1908 wandelte sich seine Malweise ins Expressionistische. 1910 schloss er sich der Dresdner Künstlergruppe Brücke an, der er bis zu ihrer Auflösung 1913 angehörte. Später lehrte er als Professor an der Akademie in Breslau, wo er bis zu seinem Tod unterrichtete.

Das Werk

Müllers Thema waren über weite Strecken seines Schaffens Aktdarstellungen und Badende in Landschaften, umgesetzt mit den expressionistischen Mitteln der Flächigkeit und der bewusst verzogenen Raumtiefe. In den zwanziger Jahren erweiterte er sein Repertoire um Bildfolgen, die auf seine ausgedehnten Reisen durch den Balkan zurückgehen. Die matte, kreidig wirkende Oberfläche seiner Leimfarbenbilder ist bis heute sein deutlichstes Erkennungszeichen.

Genau hier liegt der Reiz des Katalogs: Müller gehört zur ersten Reihe der Brücke-Künstler, wird aber neben Kirchner, Heckel oder Schmidt-Rottluff selten in gleichem Umfang gewürdigt. Ein dreibändiges Werk zu seinem Schaffen füllt eine reale Lücke.

Die Ausstellung hinter den Bänden

Die Schau trug den Titel „Einfach. Eigen. Einzig.“ und wurde von der Otto Mueller Gesellschaft aus Weimar getragen. Sie war 2012 zunächst in Zwickau und anschließend in Heilbronn zu sehen, bevor sie im November 2012 ins Lehmbruck Museum nach Duisburg wechselte und dort bis Ende Februar 2013 lief. Gezeigt wurden rund 140 Arbeiten aus öffentlichem und privatem Besitz, darunter Bestände des Duisburger Museums selbst, ergänzt um Archivalien, Dokumente und Fotografien aus Müllers gesamter Schaffenszeit.

Diese Wanderung erklärt auch den Aufbau der Bände. Band III entstand eigens für die Duisburger Station und stellt deshalb die Verbindung zu Wilhelm Lehmbruck her, dem Namensgeber des dortigen Museums.

Die Inhaltsangabe

Die Begleitbücher sind aufeinander aufbauend und folgerichtig aufgebaut. Sie geben einen umfangreichen Überblick über den Künstler und sein Werk. Man muß als Leser allerdings schon einen nennenswerten Bezug zu Kunst im Allgemeinen und Müller im Besonderen haben, um zu diesem Ausstellungskatalog beziehungsweise Begleitbuch zu greifen. Man wird ansonsten nicht nur von dem Wust an Informationen, sondern auch von ihrer Detailtreue und Gründlichkeit erschlagen.

Müller gilt zwar als bedeutsam für den deutschen Expressionismus; Kenntnisse über ihn gehören aber trotzdem nicht zum allgemeinen Schulwissen. Dieser Ausstellungskatalog vermittelt also schon mehr als spezielles Fachwissen.

Stärken

Die größte Stärke liegt in der Kombination der drei Zugänge. Wer nur blättern will, findet in Band I ein sauber dokumentiertes Werkverzeichnis der gezeigten Arbeiten. Wer den Menschen sucht, bekommt in Band II Selbstzeugnisse und Fremdwahrnehmungen nebeneinandergestellt, statt sich mit einer glattgezogenen Erzählung zufriedengeben zu müssen. Und wer eine Einordnung will, findet sie in Band III.

Schwächen

Die Kehrseite der Gründlichkeit ist die Zugangshürde. Es fehlt eine kurze, allgemeinverständliche Hinführung für Leser, die Müller zum ersten Mal begegnen. Auch die Erscheinungsform im Selbstverlag merkt man dem Werk an: Es ist ein Fachbeitrag für einen kleinen Kreis, kein Buch, das sich um ein breites Publikum bemüht.

Für wen lohnt sich das dreibändige Werk?

Es lohnt sich für Ausstellungsbesucher, die die Schau gesehen haben und mehr wollen als eine Bildstrecke, für Sammler von Katalogen zum deutschen Expressionismus und für alle, die zu Müller arbeiten und bislang auf verstreute Literatur angewiesen waren. Wer sich dagegen einen ersten Überblick über die Brücke verschaffen will, ist mit einem allgemeinen Überblickswerk besser bedient und kann später hierher zurückkehren.

Fazit: Lohnt sich Hans Dieter Mück: Otto Müller?

Es ist schon bemerkenswert, daß dieser Ausstellungskatalog ein dreibändiges Werk darstellt. Normalerweise sind Begleitbücher zu Kunstpräsentationen wesentlich kürzer und nur auf die jeweilige Ausstellung konzentriert. Otto Müller muß ein Künstler sein, über den bislang wenig publiziert wurde – diesen Eindruck kann man als kunstwissenschaftlicher Laie gewinnen, wenn man dieses Buch liest. Wer sowohl zur gezeigten Kunst wie auch zu dieser Art der Literatur einen Zugang hat, wird hier auf jeden Fall ein lesenswertes Buch in den Händen halten.

Häufig gestellte Fragen

Wer war Otto Müller?

Otto Müller (1874 bis 1930) war ein deutscher Maler und Grafiker des Expressionismus. Von 1910 bis zur Auflösung der Gruppe 1913 gehörte er der Künstlergemeinschaft Brücke an. Bekannt ist er vor allem für seine Aktdarstellungen in Landschaften und für die Bildzyklen, die nach seinen Reisen auf dem Balkan entstanden.

Was enthalten die drei Bände?

Band I versammelt die Abbildungen der ausgestellten Werke samt technischen Daten und enthält als Einlegeblatt einen tabellarischen Lebenslauf. Band II bietet eine ausführliche berufliche und private Biografie mit Selbstzeugnissen und Fremdcharakterisierungen. Band III ordnet Müller kunsthistorisch ein und stellt ihn in Bezug zu Wilhelm Lehmbruck.

Zu welcher Ausstellung gehört der Katalog?

Die Otto Mueller Gesellschaft aus Weimar zeigte die Schau Einfach. Eigen. Einzig. 2012 in Zwickau und Heilbronn und anschließend bis Februar 2013 im Lehmbruck Museum in Duisburg. Präsentiert wurden rund 140 Arbeiten aus öffentlichem und privatem Besitz.

Braucht man Vorwissen?

Ja, ein gewisses Grundinteresse an Kunst sollte man mitbringen. Die Bände arbeiten sehr detailliert und setzen die Bereitschaft voraus, sich durch eine große Menge an Daten und Belegen zu arbeiten. Als erste Begegnung mit dem Expressionismus ist das Werk zu speziell.

Kann man die Bände einzeln kaufen?

Die drei Bände sind als Schuber erhältlich und bauen aufeinander auf. Wer nur die Abbildungen sucht, kommt mit Band I aus, verliert dann aber die biografische und kunsthistorische Einordnung, die den eigentlichen Mehrwert des Werks ausmacht.

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