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Hexe Lilli und der Ritter auf Zeitreise

4,5 von 5 von Rezension.org · 2011-12-27 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Turbulenter Lilli-Band, der aus Don Quichotte einen Lachmuskelkater macht.

Hexe Lilli und der Ritter auf Zeitreise
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Hexe Lilli und der Ritter auf Zeitreise

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Worum geht es in Hexe Lilli und der Ritter auf Zeitreise?

Mama kommt ganz aufgeregt vom Einkaufen zurück. Als sie erzählt, was sich im Kaufhaus gerade abgespielt hat, kommt Lilli ein schlimmer Verdacht… Es ist plötzlich ein Ritter auf seinem Ackergaul hinein geritten gekommen und hat mit Pferd und Lanze ein ziemliches Chaos angerichtet und viele Gegenstände zertrümmert. Dann ist er geflüchtet. Es wurde sogar im Fernsehen übertragen.

Und als Lilli dann auch noch den Ritter sieht ist ihr klar, dass das nur Don Quichotte auf seinem Pferd Rosinante sein kann. Sie war ihm schon einmal begegnet. Da hatte sie ihn ausversehen her gehext und er hat allerlei Unfug angestellt (nachzulesen in „Hexe Lilli und der verrückte Ritter„ aus der Erstleser-Reihe). Don Quichotte hatte sich damals ausversehen selbst weggehext. Er hatte in Lilli’s Zauberbuch lesen wollen. Doch Lilli konnte dies natürlich nicht zulassen und riss am Buch - aber so hat Don Quichotte leider eine Seite herausgerissen - genau die Richtige, um sich wieder in seine Zeit und Welt zu befördern. Als er sie laut las, verschwand er auf einmal. Er dachte jedoch, dass Lilli ihn aus Wut weggehext hatte.

Und als er dann vor Kurzem seinem Knappen, Sancho Pansa, den Text vorgelesen hat, ist er auf einmal mit seinem Pferd, dem Knappen und dessen Esel in Lilli’s Zeit zurückgehext worden. Lilli findet ihn auch schnell und möchte ihn natürlich zurückhexen - doch sie erfährt, dass Sancho und sein Esel auch mit gekommen sind - und um den Zauber rückgängig zu machen, müssen alle Lebewesen beisammen stehen. Also machen sich die Beiden auf die Suche nach Sancho. Der muss noch vor dem Kaufhaus sein - doch der Ritter war in den Stadtpark geflüchtet. Weil es mit Pferd und Rüstung zu gefährlich und auffällig gewesen wäre, hext Lilli kurzerhand zwei Fahrräder herbei und sie bringt dem Ritter bei, wie er ein Stahlross reiten muss. Doch leider hat er dann einen Unfall, landet im Krankenhaus und richtet dort auch nur Unfug an - bis Lilli ihn schließlich herausholt. Wird Lilli es schaffen, alle zusammenzuführen und wieder wegzuhexen?

Wie ist die Geschichte aufgebaut?

Der Aufbau ist einfach und funktioniert deshalb so gut: Ein Problem, ein Zeitdruck, eine Bedingung. Der Ritter muss zurück, alle vier Lebewesen müssen dafür an einem Ort sein, und jeder Versuch, das zu erreichen, erzeugt neuen Ärger. Die Geschichte hangelt sich damit von Schauplatz zu Schauplatz, vom Kaufhaus über den Stadtpark bis ins Krankenhaus, und jede Station hat ihre eigene Pointe.

Der Ritter als Fisch auf dem Trockenen

Die stärkste Idee des Buches ist die Reibung zwischen Don Quichotte und der Gegenwart. Er deutet alles Unbekannte in seiner eigenen Logik, und weil diese Logik ihn schon im Original in Windmühlen rennen ließ, ist der Schritt in die moderne Stadt nur konsequent. Ein Auto ist für ihn ein Ungeheuer, ein Drache vor der Geisterbahn eine Herausforderung, ein Fahrrad ein Stahlross, das man reiten lernen muss.

Lilli als Ordnungsmacht

Lilli ist in diesem Band weniger Zauberin als Krisenmanagerin. Ihre Magie löst das Problem nicht, sie verschiebt es meistens nur, und den Rest muss sie durch Nachdenken und Überreden erledigen. Genau das macht sie für Kinder so gut zugänglich: Sie hat mehr Möglichkeiten als andere, aber nicht weniger Ärger.

Hintergrund zur Reihe

Hinter dem Namen Knister steht der Autor Ludger Jochmann. Die Hexe-Lilli-Bücher erscheinen seit 1992 im Arena Verlag in Würzburg, der erste Titel hieß „Hexe Lilli zaubert Hausaufgaben“. Die Reihe wurde in 38 Sprachen übersetzt und hat sich weltweit mehr als 17 Millionen Mal verkauft. Die Illustrationen stammen durchgehend von der Berliner Grafikerin Birgit Rieger, deren Schwarz-Weiß-Zeichnungen für viele Leser genauso zur Reihe gehören wie die Figur selbst.

„Der Ritter auf Zeitreise“ ist in der ursprünglichen Zählung Band 15. Seit der Neunummerierung, die im September 2014 begann, läuft er als Band 12. Für die Lektüre spielt das keine Rolle, die Bände sind in sich abgeschlossen. Wer allerdings gezielt nachkaufen will, sollte auf die Bandangabe der jeweiligen Ausgabe achten, sonst hat man einen Titel doppelt im Regal.

Die Verbindung zum Erstleserband

Die Vorgeschichte spielt in „Hexe Lilli und der verrückte Ritter“ aus der Erstleser-Reihe. Kennen muss man ihn nicht, das Buch fasst das Nötige zusammen. Wer beide Bände hat, bekommt aber eine schöne Klammer: Der Ritter kehrt genau deshalb zurück, weil er dieselbe Zauberseite ein zweites Mal vorliest, diesmal seinem Knappen.

Für wen lohnt sich das Buch?

Für Kinder, die selbst flüssig lesen, ist der Band eine sichere Bank, und zum Vorlesen taugt er ebenfalls, weil die Abschnitte kurz sind und fast jede Szene mit einem kleinen Knalleffekt endet. Kinder, die Hexe Lilli noch nicht kennen, können hier ohne Vorwissen einsteigen. Wer literarisch anspruchsvolle Kinderbücher sucht, ist woanders besser aufgehoben: Die Figuren bleiben typisiert, und der Humor zielt klar auf das Slapstickhafte.

Ein Nebeneffekt, der bei Eltern gut ankommt: Manches Kind fragt nach dieser Geschichte zum ersten Mal, wer dieser Don Quichotte eigentlich ist. Das Buch erklärt ihn nicht, aber es macht neugierig auf ihn.

Fazit: Lohnt sich Hexe Lilli und der Ritter auf Zeitreise?

Das fünfzehnte Buch in der Hexe Lilli-Reihe. Wieder eine richtig spannende Geschichte mit ganz viel Humor - der Ritter an sich ist ja schon zum kaputtlachen, aber herausgerissen aus seiner Welt ist es einfach komisch, was ihm alles passiert und dass er z. B. gegen ein Auto kämpft, was für ihn ein Monster darstellt - oder er legt sich mit einem Drachen vor einer Geisterbahn an.

Absolut lustig und auch gut geschrieben von Knister. Das Buch enthält auch wieder schöne schwarz-weiß-Zeichnungen von Birgit Rieger. Hinten im Buch sind diesmal aber keine Zaubertricks, sondern ein Rezept für Arme Ritter und eine Bastelanleitung mit Erbsen und einem Backblech - so kann man jemandem einen richtig schönen Schrecken einjagen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in Hexe Lilli und der Ritter auf Zeitreise?

Don Quichotte landet versehentlich in Lillis Gegenwart und richtet zuerst in einem Kaufhaus, später im Stadtpark und im Krankenhaus ein heilloses Durcheinander an. Lilli will ihn zurückhexen, muss dafür aber erst seinen Knappen Sancho Pansa und dessen Esel finden. Der Zauber wirkt nämlich nur, wenn alle Beteiligten beisammenstehen.

Der wievielte Band der Reihe ist das Buch?

In der ursprünglichen Zählung ist es Band 15 der Hexe-Lilli-Reihe. Seit der Neunummerierung, die im September 2014 begann, wird es als Band 12 geführt. Die Bände lassen sich unabhängig voneinander lesen.

Muss man Hexe Lilli und der verrückte Ritter vorher kennen?

Nötig ist es nicht, denn die Vorgeschichte wird im Buch kurz erklärt. Wer den Erstleserband kennt, versteht allerdings sofort, warum Don Quichotte glaubt, Lilli habe ihn aus Wut weggehext. Für Leseanfänger ist der frühere Band ohnehin die leichtere Einstiegsstufe.

Für welches Alter ist das Buch geeignet?

Die großen Hexe-Lilli-Bände richten sich an Kinder, die schon flüssig lesen, also etwa ab dem Grundschulalter der mittleren Klassenstufen. Zum Vorlesen eignet sich die Geschichte auch für Jüngere, weil die Kapitel überschaubar sind und die Zeichnungen von Birgit Rieger die Handlung stützen.

Gibt es hinten im Buch wieder Zaubertricks?

Diesmal nicht. Statt der gewohnten Tricks finden sich am Ende ein Rezept für Arme Ritter und eine Bastelanleitung mit Erbsen und einem Backblech. Damit lässt sich jemandem ein ordentlicher Schrecken einjagen, was gut zum Ton des Buches passt.

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