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Ingo Reimer: Altkatholische Friedenskirche

4,5 von 5 Redaktion · 2013-01-15 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Gründlicher Kunstführer zu einer zu Unrecht unbekannten Essener Kirche

Essen: Alt-Katholische Friedenskirche (Kleine Kunstführer / Kleine Kunstführer / Kirchen u. Klöster, Band 2753)
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Essen: Alt-Katholische Friedenskirche (Kleine Kunstführer / Kleine Kunstführer / Kirchen u. Klöster, Band 2753)

28,00 € Stand: 06.09.2026

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Ingo Reimer / Elisabeth Weyerer-Reimer: Alt-Katholische Friedenskirche Essen

Das Buch ist im Jahre 2010 im Verlag Schnell & Steiner aus Regensburg erschienen. Es ist 70 Seiten dick und trägt die Nummer 2753 der Reihe „Kleine Kunstführer“.

Worum geht es in Ingo Reimer: Altkatholische Friedenskirche?

Die altkatholische Friedenskirche liegt in unmittelbarer Nähe zur jüdischen Alten Synagoge. Zusammen mit dem Dom gehören sie zu den größten Sakralbauten in der Essener Innenstadt.

Der bayerische Verlag gibt die Schriftenreihe der „Kleinen Kunstführer“ heraus. Sie soll Kirchen, Schlösser und Museen „im europäischen Kulturraum“ vorstellen. Hier liegt deren Nummer 2753 vor.

Die Friedenskirche in Essen: kurzer Hintergrund

Damit klar wird, worüber das Heft überhaupt spricht: Die alt-katholische Gemeinde in Essen wurde 1872 gegründet, also unmittelbar nach der Abspaltung vom römischen Katholizismus infolge des Ersten Vatikanischen Konzils. Über Jahrzehnte kam die Gemeinde ohne eigenes Gotteshaus aus. Erst von 1914 bis 1916 entstand nach Plänen des Architekten Albert Erbe die Friedenskirche, ein Bau aus Backstein mit Natursteinelementen und einem achteckigen Turm, gestaltet in den Formen des Jugendstils.

Ihre eigentliche Besonderheit verdankt die Kirche dem niederländischen Künstler Jan Thorn Prikker, der die farbigen Wand- und Deckenmalereien sowie ein Goldmosaik im Altarbereich schuf. Im Zweiten Weltkrieg wurden Dach und Malereien zerstört. Der Wiederaufbau bis 1951 fiel schlicht aus, die Wände blieben zunächst schmucklos. Zwischen 2003 und 2006 folgte dann eine umfassende Instandsetzung, bei der Teile der Deckenmalereien anhand von Archivfotos und unter dem Nachkriegsputz gefundenen Originalfragmenten rekonstruiert wurden. Genau dieser Vorgang macht die Kirche für Kunstführer interessant, und er erklärt auch, warum ein eigenes Heft dazu erschienen ist.

Die Besprechung

Wie aus den anderen Kunstführern des Verlages gewohnt, beschreibt das vorliegende Werk die Geschichte der Gemeinde und des Gotteshauses, seine Architektur sowie die Innenausstattung. Das vorliegende Werk weist aber eine Besonderheit auf: Quasi in einem zweiten Teil gibt es diverse religiöse Texte am Ende des Heftes; sie stammen vielfach aus der Bibel. Auf den Seiten mit den geraden Ziffern gibt es den Text, auf den Seiten mit den ungeraden Ziffern ein Farbfoto, das sakrale Motive aus der Kirche zeigt und den Text auf der gegenüberliegenden Seite illustrieren soll.

Die Ausführungen sind gründlich recherchiert und werden auf leicht verständliche Art dargeboten. Diverse Farbfotos ergänzen die Ausführungen, so daß der Leser auch einen guten optischen Eindruck von der Architektur und Innenausstattung erhält.

Die altkatholische Kirche ist bei uns in Deutschland leider ziemlich unbekannt. Auch in Essen gibt es meines Wissens nach kein Hinweisschild, das gesondert auf die Friedenskirche hinweist. Daher ist es schon löblich von Schnell & Steiner, Bildbände wie diesen zu veröffentlichen. Auf diese Art und Weise wird nämlich nicht nur ein interessantes Bauwerk vorgestellt, sondern auch, zumindest in diesem Falle, Kirchengeschichte erzählt.

Aufbau und Lesbarkeit

Der Band folgt dem bewährten Muster der Reihe: erst die Gemeindegeschichte, dann der Bau, dann die Ausstattung im Rundgang. Wer die „Kleinen Kunstführer“ kennt, findet sich sofort zurecht. Die Kapitel sind kurz genug, um sie im Stehen zu lesen, und ausführlich genug, um mehr zu bieten als eine Bildunterschrift. Das ist die Stärke des Formats: Es will keine Monografie sein und tut auch nicht so.

Der Bildteil

Die Farbfotos sind der zweite Grund, das Heft in die Hand zu nehmen. Sie zeigen Details, die man im Kirchenraum leicht übersieht, und ermöglichen den direkten Abgleich zwischen Beschreibung und Objekt. In den Katalogangaben werden neben den beiden Autoren das Gemeindearchiv Essen und der Fotograf Andreas Lechtape genannt, was das Zustandekommen des Bildmaterials erklärt.

Was fehlt

Bei 70 Seiten bleibt zwangsläufig manches offen. Wer sich intensiver für Jan Thorn Prikker oder für die Baugeschichte des Jugendstils im Ruhrgebiet interessiert, braucht weiterführende Literatur. Auch die Theologie und heutige Praxis der alt-katholischen Kirche wird nur gestreift. Das ist kein Vorwurf an den Band, sondern eine Einordnung: Der Kunstführer ist Einstieg, nicht Abschluss.

Über den Verlag

Der Verlag ist ja schon mehrfach an anderer Stelle vorgestellt worden. Daher sei zumindest auf seine Geschichte nicht weiter eingegangen. Ein Wort sei aber noch zu den „Kleinen Kunstführern“ erlaubt. Die „Kleinen Kunstführer“ entwickelten sich zum Markenzeichen des Verlags. Sie gelten mit über 70 Millionen Exemplaren von über 3.100 Titeln als die größte Kunstführerreihe dieser Art in Europa. Seit 2010 werden die Kunstführer auch als Apps mit E-Books, Audioguides, interaktivem Grundrissplan, Zeittafel und Besucherinfos angeboten.

Über die beiden Autoren

Über die beiden Autoren ist in dem vorliegenden Heft leider nichts gesagt. Da das Heft aber sehr detaillierte Informationen und Daten enthält, ist anzunehmen, daß sie einen Bezug zur Kirche haben. Diese Vermutung bestätigt sich: Ingo Reimer war Pfarrer der Essener Gemeinde und hat die umfangreichen Instandsetzungs- und Rekonstruktionsarbeiten zwischen 2003 und 2006 begleitet. Der Band ist damit kein Auftragstext von außen, sondern die Arbeit von Menschen, die den Bau über Jahre aus nächster Nähe kennen. Das merkt man den Kapiteln zur Ausstattung an.

Für wen lohnt sich das Heft?

Der Band richtet sich zuerst an Besucher, die vor Ort mehr sehen wollen als einen hübschen Innenraum. Er lohnt sich außerdem für alle, die sich für Sakralarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts und für Jan Thorn Prikker interessieren, sowie für Leser, die von der alt-katholischen Kirche bislang nur den Namen kennen. Wer eine wissenschaftliche Bauforschung erwartet, greift besser zu Fachliteratur. Wer eine kompakte, sauber gemachte Einführung sucht, liegt hier richtig.

Fazit: Lohnt sich Ingo Reimer: Altkatholische Friedenskirche?

Hier liegt ein Buch vor, das eine unbekannte und doch nicht unübersehbare Kirche in der Essener Innenstadt vorstellt und daneben auch ein wenig geistige Nahrung bietet. Für ein Heft dieses Umfangs ist das ein rundum gelungenes Ergebnis, und für einen Besuch der Friedenskirche ist es die beste Vorbereitung, die derzeit greifbar ist.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dem Kunstführer zur Alt-Katholischen Friedenskirche?

Das Heft stellt Geschichte, Architektur und Innenausstattung der alt-katholischen Friedenskirche in Essen vor. Ergänzt wird die Darstellung durch einen zweiten Teil mit religiösen Texten, die überwiegend aus der Bibel stammen und jeweils mit einem Farbfoto aus der Kirche kombiniert sind.

Wo finde ich Rezensionen zur Friedenskirche und zu diesem Kunstführer?

Ausführliche Besprechungen sind selten, weil das Heft ein Spezialtitel einer sehr großen Reihe ist. Diese Rezension geht auf Inhalt, Aufbau, Bildteil und Nutzen vor Ort ein. Wer weitere Einschätzungen sucht, findet sie am ehesten in den Kundenbewertungen des Buchhandels.

Wie umfangreich ist das Heft und was kostet es?

Der Band umfasst 70 Seiten und ist 2010 im Verlag Schnell & Steiner in Regensburg erschienen. Er trägt die Nummer 2753 der Reihe Kleine Kunstführer. Preislich liegen die Hefte dieser Reihe im üblichen Rahmen eines Kirchenführers.

Was macht die Friedenskirche in Essen besonders?

Sie wurde von 1914 bis 1916 nach Plänen von Albert Erbe im Jugendstil errichtet und ist eine der wenigen alt-katholischen Kirchen mit dieser Ausstattungsgeschichte. Der niederländische Künstler Jan Thorn Prikker schuf farbige Wand- und Deckenmalereien sowie ein Goldmosaik im Altarbereich. Nach den Kriegszerstörungen wurden Teile davon zwischen 2003 und 2006 rekonstruiert.

Eignet sich das Heft zur Vorbereitung eines Besuchs?

Ja. Format und Textlänge sind so angelegt, dass man den Band während der Besichtigung in der Hand halten kann. Die Farbfotos erleichtern es, die beschriebenen Details in der Kirche wiederzufinden.

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