Killing Joke - Killing Joke
Kurzfazit: Ein Meisterwerk des Post Punk mit Riffs, die bis heute nachhallen
Killing Joke
9,99 € Stand: 13.09.2026
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Zum Angebot bei Amazon →Worum geht es auf Killing Joke von 1980?
Vier Musiker, ein knappes Album und eine Platte, die den Post Punk in eine neue Richtung schob. Das selbstbetitelte Debütalbum von Killing Joke erschien im Oktober 1980 bei E.G. Records im Vertrieb von Polydor. Aufgenommen wurde es im August 1980 in den Marquee Studios in London, produziert von der Band selbst, und man hört das: Der Sound ist roh, direkt und ohne die Politur, die andere Bands dieser Jahre suchten. In den britischen Albumcharts stieg das Werk im Oktober 1980 ein und kletterte bis auf Platz 39.
Die hier besprochene Ausgabe enthält neben dem regulären Album zusätzliche Fassungen und Rohmixe.
- Requiem
- Wardance
- Tomorrow’s World
- Bloodsport
- The Wait
- Complications
- S.O.36
- Primitive
- Change
- Requiem
- Change (Dub)
- Primitive (Rough Mix)
- Bloodsport (Rough Mix)
Killing Joke, die Band
Killing Joke gehören sicherlich zu den ganz großen Legenden des Post Punk der 80er. Unzählige Bands wurden von Killing Jokes eigenwilligem Stil aus Punk, New Wave und Death Rock beeinflusst, darunter Metallica und Nirvana. Killing Joke spielten sogar in ihren Anfangstagen als Vorgruppe bei Joy Division.
Die klassische Besetzung des Debüts bestand aus Jaz Coleman an Gesang und Keyboards, Kevin Walker, den alle nur Geordie nennen, an der Gitarre, Martin Glover alias Youth am Bass und Paul Ferguson am Schlagzeug. Alle vier stehen als Songwriter des Albums. Coleman und Ferguson hatten sich Ende 1978 kennengelernt, keine zwei Jahre später lag dieses Debüt vor.
Vom Post Punk zum Industrial Metal
Anfang der 90er veränderte sich ihre Musik zunehmend in Richtung Industrial Metal. Auch die Vocals des Frontmanns Jaz Coleman machten eine Veränderung durch: Klangen sie anfangs zwar rauh, aber doch recht klar, wandelte sich seine Stimme immer mehr in die eines Lemmy Kilmister von Motörhead.
Waren die Texte der Band zu Beginn nicht selten von okkulten Themen durchzogen, wurde die Band mit dem einhergehenden Wandel immer gesellschaftskritischer. Vor allem wandte man sich gegen Gier und Ungerechtigkeit in der Welt, man wollte die Menschen aufrütteln und zum Nachdenken anregen. Nach dem 1996 erschienenen Album Democracy war erstmal lange Zeit Schluss mit der Band, und viele glaubten auch nicht mehr an ein Comeback. Es sollten sieben lange Jahre ins Land gehen, bis Killing Joke wieder zurück auf der Bühne waren, härter und aggressiver als jemals zuvor.
Killing Joke, das Album
Das selbstbetitelte Debütalbum der Band war ein Ausbund an guten Ideen. Die Band kombiniert schneidige Gitarrenriffs mit elektronischen Sounds, alles in einer sehr rauen und für die 80er typischen Produktion. Vor allem Requiem und Wardance stehen stellvertretend für diesen Stil und lassen das Herz eines jeden New-Wave- und Post-Punk-Fans höher schlagen.
Überhaupt gehören die frühen Killing Joke zu den düstersten Vertretern dieser Musikrichtung. Auch wenn ein Song wie Complications an frühe The Cure erinnert, lassen sich Killing Joke so schnell nichts vormachen. Wo The Cure immer noch einen Hauch zu verletzlich waren und nie wirklich konsequent genug in ihrer Härte, hauen uns Killing Joke ein cooles Riff nach dem anderen um die Ohren.
Requiem und Wardance
Die beiden Eröffnungsstücke definieren das Album. Requiem baut auf einem hypnotisch wiederholten Muster auf, über das sich Colemans Stimme legt, Wardance setzt den Marschrhythmus dagegen. Beide Titel zeigen, was diese Band von den Zeitgenossen unterschied: Die Rhythmusgruppe treibt nicht nur, sie hämmert, und die Gitarre steht wie eine Wand darüber.
Bloodsport und S.O.36
Auf Bloodsport wird ein besonders schwarzes Fest zelebriert, eine Art Dark Disco mit Punkeinschlag. Der Titel S.O.36 spielt auf den damaligen Berliner Underground-Club gleichen Namens an, in dem schon die Einstürzenden Neubauten und David Bowie die Klinke in die Hand gaben. Dass eine englische Band einem Kreuzberger Laden einen Song widmet, sagt viel über die Verbindungen zwischen Londoner und Westberliner Szene dieser Jahre.
Change
Change ist mit seinem schweren Gitarrenriff vielleicht der härteste Song auf dem Album und mit seinem Minimalismus wohl auch der punkigste. Der Titel wurde später auch als Dub-Version veröffentlicht, die auf dieser Ausgabe enthalten ist und die rhythmische Seite der Band offenlegt.
Einordnung
Man kann die Bedeutung dieser Platte an dem messen, was danach kam. Der Sound aus metallisch scharfer Gitarre, tribalem Schlagzeug und kalten Synthesizerflächen wurde zur Blaupause für vieles, was in den folgenden zwei Jahrzehnten unter Industrial, Gothic und Alternative Metal lief. Dass die Aufnahmen weitgehend live und ohne nennenswerte Overdubs entstanden, erklärt einen guten Teil der Wucht: Was man hört, haben vier Leute gleichzeitig in einem Raum gespielt.
Für wen lohnt sich das Album?
Für alle, die Post Punk nicht nur als Nostalgie hören, sondern als Musik, die immer noch weh tut. Wer Joy Division, frühe The Cure oder Public Image Ltd. mag, findet hier die härtere, weniger melancholische Variante. Auch für Metal-Hörer lohnt der Blick zurück, weil sich hier Riffs finden, die Bands zehn und zwanzig Jahre später wieder ausgegraben haben.
Wer dagegen klare Produktion und saubere Trennung der Instrumente erwartet, sollte wissen, worauf er sich einlässt. Diese Platte klingt nach 1980, und das ist ihre Stärke.
Fazit: Lohnt sich Killing Joke?
Killing Jokes Debüt ist ein wahres Meisterwerk des Post Punk. Der durchweg düstere Sound und die elektronischen Einsprengsel in den Stücken machen das Album genial. Vor allem Geordies Gitarrenarbeit ist zu loben, der Mann zaubert ein geiles Riff nach dem anderen aus dem Ärmel. Ein absolutes Meisterwerk.
Häufig gestellte Fragen
Wann erschien das Debütalbum von Killing Joke?
Das selbstbetitelte Album erschien im Oktober 1980 bei E.G. Records im Vertrieb von Polydor. Aufgenommen wurde es im August 1980 in den Marquee Studios in London, produziert von der Band selbst. In den britischen Albumcharts erreichte es Platz 39.
Wer gehörte 1980 zu Killing Joke?
Die klassische Besetzung bestand aus Jaz Coleman an Gesang und Keyboards, Kevin Walker alias Geordie an der Gitarre, Martin Glover alias Youth am Bass und Paul Ferguson am Schlagzeug. Alle vier sind als Songwriter des Debüts geführt.
Welche Songs sind die bekanntesten des Albums?
Am bekanntesten sind Requiem und Wardance, die den Sound des Albums am deutlichsten auf den Punkt bringen. Change gilt mit seinem schweren Riff als härtester und zugleich punkigster Titel der Platte. Bloodsport steht für die düstere, tanzbare Seite der Band.
Worauf spielt der Titel S.O.36 an?
S.O.36 verweist auf den gleichnamigen Berliner Underground-Club im Bezirk Kreuzberg. Der Laden war Anfang der Achtziger ein zentraler Treffpunkt der Szene, in dem unter anderem die Einstürzenden Neubauten und David Bowie verkehrten.
Welche Bands wurden von Killing Joke beeinflusst?
Killing Joke gelten als eine der einflussreichsten Post-Punk-Bands ihrer Zeit. Ihr Stil aus Punk, New Wave und Death Rock hat auf Gruppen wie Metallica und Nirvana gewirkt. In ihren Anfangstagen spielten sie selbst als Vorgruppe von Joy Division.
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