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Mörderische Dinnerparty: Totentanz auf der Titanic

4 von 5 von Rezension.org · 2012-01-03 · aktualisiert 2026-07-28

Kurzfazit: Stimmungsvolles Krimidinner für zuhause, aber nur einmal spielbar.

Mörderische Dinnerparty: Totentanz auf der Titanic - Servieren Sie Ihren Gästen einen Mord zum Dinner

Worum geht es bei Totentanz auf der Titanic?

Das Spiel wurde vom Blaubart Verlag herausgegeben. Es ist Teil der Reihe „Mörderische Dinnerparty”, zu der aktuell fünf Spiele zur Auswahl stehen. Der Fall spielt an Bord der Titanic, kurz bevor das Schiff Geschichte schrieb: Nordatlantik, 14. April 1912. Lord Wellington hat kurz zuvor das sagenumwobene Juwel „Das Auge Shivas” erworben, dem ein Fluch nachgesagt wird. Als er tot in seiner Kabine gefunden wird, stellt sich die Frage, ob tatsächlich ein Fluch am Werk war oder einer der illustren Mitreisenden nachgeholfen hat.

Anders als bei einem klassischen Brettspiel sitzen die Mitspieler dabei nicht um einen Spielplan, sondern um den eigenen Esstisch. Das Spiel liefert die Handlung, die Gäste liefern die Aufführung.

Spielmaterial und Spielaufbau

Das Spiel hat eine reiche Ausstattung. Es enthält Rollenhefte für die 6-8 Rollenfiguren, Einladungskarten, Platzkarten, eine Audio-CD. Außerdem gibt es für den Gastgeber ein Heftchen mit Hinweisen zum Spielablauf, einem Rezeptvorschlag für die Dinnerparty und die Figurenübersicht, das für den Hausherren bzw. die -dame sehr nützlich ist.

Dazu kommen verborgene Indizien, Briefe und Fotos, die im Lauf des Abends ins Spiel gebracht werden. Der Verlag stellt ergänzend Vorlagen für Menü- und Einladungskarten sowie zwei zusätzliche Rollen für größere Runden zum Herunterladen bereit.

Die Rollen an Bord

Die acht Hauptfiguren sind bewusst schillernd angelegt: die Maharani von Purpur, Gräfin Zobel, Lady Kathlyn Winslet, Maria Carlos, Dr. Watson, Morris Raffel, Douglas Fitzgerald und Nikolai Rasputin. Jede dieser Figuren bekommt ein eigenes Rollenheft mit Hintergrund, Dialogszenen und Geheimnissen. Die Kostümvorschläge stehen bereits auf den Einladungskarten, damit sich die Gäste vorbereiten können.

Spielzielgruppe

Die „Mörderische Dinnerparty” gehört in das Genre der Gesellschaftsspiele. Das Spiel sorgt für Spannung und Unterhaltung im Stil einer Mörderjagd für sechs bis acht Mitspieler ab 16 Jahren. Die Altersangabe hat weniger mit drastischen Inhalten zu tun als damit, dass die Rollenhefte gelesen, verstanden und vor Publikum gespielt werden wollen.

Wer sich ungern verkleidet oder ungern laut vorliest, wird an dem Abend wenig Freude haben. Umgekehrt braucht es keinerlei Spielerfahrung: Rollenspiel-Kenntnisse sind ausdrücklich nicht nötig, das Heft gibt jeden Schritt vor.

Ablauf des Spiels

Der Gastgeber hat im Vorfeld Freunde zu sich nach Hause eingeladen. Bei einem kulinarischen Kerzenlichtdinner wird gespielt. Während die Gäste ein ausgefallenes mehrgängiges Menü genießen, schlüpfen sie in die Rolle eines vorgegebenen Charakters. Zur moralischen Vorbereitung wurde dies schon auf den Einladungskarten mitgeteilt. So könnten gegebenenfalls auch die Kostümvorschläge berücksichtigt werden.

Als Spielsituation ist die Titanic im Nordatlantik am 14. April 1912 vorgegeben. Auf diesem größten und luxuriösesten Passagierdampfer der Welt wird, während die Mitreisenden ahnungslos speisen, Lord Wellington tot in seiner Kabine aufgefunden. Jetzt geht die Suche nach dem Täter los. Jeder gilt als verdächtig. Zur Aufklärung tragen Dialogszenen, verborgene Indizien, Briefe oder Fotos, die einiges verraten, und geheime Dokumente bei.

Mittels der beiliegenden CD bekommt man von Herlock Sloames Anhaltspunkte mit einer Einführung, zum Abschluss jeder der drei Spielrunden sowie die Auflösung des Falls. Alle Charaktere werden im Laufe des Spiels gut herausgearbeitet. Jeder von ihnen hat so sein kleines Geheimnis. Dadurch wirken tatsächlich mehrere verdächtig. Der Täter erfährt erst bei der Auflösung selbst, dass er den Mord an Lord Wellington begangen hat. So bleibt das Spiel bis zum Schluss voller Spannung. Unter den Verdächtigten befinden sich auch noch weitere Täter. Von einem von ihnen wurde zum Beispiel das sagenumwobene Juwel „Das Auge Shivas” gestohlen.

Wie lange dauert der Abend?

Der Verlag veranschlagt drei bis vier Stunden. Die drei Spielrunden sind so getaktet, dass sich dazwischen bequem die Gänge servieren lassen. Der beiliegende Menüvorschlag sieht eine Suppe als Vorspeise, einen Hauptgang mit Fleisch und Beilagen sowie ein Dessert vor. Wer das Menü selbst kocht, sollte den Zeitplan ernst nehmen: Der Ablauf gerät sonst ins Stocken, weil die nächste Runde erst nach dem Servieren startet.

Wie viel muss man selbst spielen?

Eine Frage, die vor dem Kauf fast immer aufkommt: Muss man schauspielern können? Nein. Die Rollenhefte geben die entscheidenden Sätze vor, es gibt Dialogszenen, die vorgelesen werden, und geheime Informationen, die jede Figur nur dann preisgeben darf, wenn sie danach gefragt wird. Wer will, spielt seine Rolle mit Akzent und Kostüm aus, wer nicht will, liest einfach vor. Beides funktioniert am selben Tisch, und genau das macht das Format für gemischte Runden brauchbar.

Was der Gastgeber vorbereiten muss

Der Aufwand ist deutlich höher als bei einem Brettspielabend, und das sollte man vorher wissen. Die Einladungen müssen rechtzeitig raus, damit die Gäste sich um Kostüme kümmern können. Die Rollenhefte werden nach Personen verteilt, die Platzkarten aufgestellt, die Indizien an den vorgesehenen Stellen versteckt. Dazu kommt das Menü. Das Gastgeberheft führt durch alle diese Schritte, sodass niemand improvisieren muss. Wer den Aufwand scheut, kann das Essen auch reduzieren: Das Spiel funktioniert auch mit einem einfacheren Menü, es verliert dann aber etwas von der Inszenierung.

Fazit: Lohnt sich Mörderische Dinnerparty: Totentanz auf der Titanic?

Das Spiel sorgt bei den Gästen für einen unvergesslichen, spannenden und amüsanten Abend. Die Idee lässt sich durch die guten Anleitungen einfach umsetzen und bereitet allen Mitspielenden große Freude.

Der Anteil, den die Gäste selbst durch ihre Gedankengänge beisteuern können, und die fest vorgegebenen Rollenhinweise halten sich gut die Waage. Der Preis wirkt auf den ersten Blick ungerechtfertigt. Es muss hier aber auch für die Idee gezahlt werden.

Schade ist, dass das Spiel mit den gleichen Gästen nur einmal eingesetzt werden kann und der Gastgeber beim wiederholten Spielen mit anderen Gästen die Auflösung schon kennt. Wer regelmäßig Krimidinner veranstalten möchte, muss also weitere Fälle der Reihe anschaffen. Für einen besonderen Abend mit Freunden, einen runden Geburtstag oder eine Silvesterrunde ist „Totentanz auf der Titanic” trotzdem eine sehr gute Wahl: Das Szenario ist bekannt genug, dass jeder sofort im Bild ist, und die Figuren sind so überzeichnet, dass auch zurückhaltende Gäste schnell Spaß am Mitspielen finden.

Häufig gestellte Fragen

Für wie viele Personen ist Totentanz auf der Titanic gedacht?

Das Krimidinner ist für sechs bis acht Mitspieler ab 16 Jahren ausgelegt. Der Verlag stellt zwei zusätzliche Rollen als Download bereit, sodass auch größere Runden bis zehn Personen möglich sind. Der Gastgeber kann selbst mitspielen, kennt dann aber die Auflösung noch nicht.

Wie lange dauert eine Mörderische Dinnerparty?

Der Verlag gibt für Totentanz auf der Titanic rund drei bis vier Stunden an. Das passt gut zu einem mehrgängigen Menü, weil das Spiel in drei Runden abläuft und die Gänge dazwischen serviert werden. Wer ausgiebig kocht und diskutiert, sollte den Abend großzügig planen.

Was ist in der Spielbox enthalten?

Enthalten sind Rollenhefte für sechs bis acht Figuren, Einladungskarten, Platzkarten, versteckte Indizien und eine Audio-CD, über die der Ermittler durch den Abend führt. Dazu kommt ein Heft für den Gastgeber mit Ablaufplan, Figurenübersicht und einem Menüvorschlag.

Wer sind die Verdächtigen an Bord?

Zu den Figuren gehören unter anderem die Maharani von Purpur, Gräfin Zobel, Lady Kathlyn Winslet, Maria Carlos, Dr. Watson, Morris Raffel, Douglas Fitzgerald und Nikolai Rasputin. Jede Figur bringt ein eigenes Geheimnis mit, sodass im Lauf des Abends mehrere Personen verdächtig wirken.

Kann man das Spiel mehrfach spielen?

Mit derselben Gruppe nicht, denn die Auflösung ist nach dem ersten Abend bekannt. Mit neuen Gästen lässt sich der Fall wiederholen, allerdings kennt dann der Gastgeber den Täter bereits und verliert damit einen Teil der Spannung. Wer regelmäßig Krimidinner veranstaltet, braucht also weitere Fälle der Reihe.

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