Zunftblatt – das kostenlose Pen-&-Paper-Rollenspielmagazin
Kurzfazit: Fanzine, das die Rollenspielszene jahrelang kostenlos mit Stoff versorgte
Auch bei Thalia ansehen →Was war das Zunftblatt?
Das Zunftblatt war über mehrere Jahre eines der bekanntesten kostenlosen Magazine der deutschsprachigen Pen-&-Paper-Rollenspielszene. Der Name spielt bewusst mit dem altertümlichen Klang einer Handwerkszunft: ein „Blatt” von Spielern für Spieler, ehrenamtlich gemacht und gratis als PDF verteilt. Wer in den späten 2000er- und frühen 2010er-Jahren am Spieltisch saß, kannte die regelmäßig erscheinenden Ausgaben – etwa das vielzitierte „Zunftblatt Dezember 2010” oder die nummerierten Hefte bis hin zum „Zunftblatt #11”.
Das Zunftblatt verstand sich als Fanzine: ein nicht-kommerzielles Magazin, das von der Leidenschaft seiner Macher und Leser lebte. Jede Ausgabe bündelte das, was die Rollenspielszene damals bewegte:
- Fertige Abenteuer und Szenarien, die Spielleiter direkt an ihren Tisch holen konnten.
- Spielhilfen und Hausregeln für gängige Systeme.
- Rezensionen zu neuen Regelwerken, Quellenbänden, Brett- und Kartenspielen.
- Szene-News und Berichte von Messen und Conventions wie der Role Play Convention (RPC) in Köln.
Genau dieser Mix – nützlich, kostenlos und von der Community getragen – machte das Heft so beliebt. Verlinkt wurde das Zunftblatt von zahlreichen Eckpfeilern der deutschen Rollenspiel-Blogosphäre und ihren Foren, von Rezensionsseiten bis zu Spielrunden-Blogs.
Erscheinungsweise, Umfang und Redaktion
Zeitgenössische Vorstellungen aus der Szene beschreiben das Zunftblatt als vierteljährlich erscheinendes Heft mit einem Umfang von etwa 60 Seiten. Bis Anfang 2012 lagen elf Ausgaben vor. Getragen wurde das Magazin von einer kleinen ehrenamtlichen Redaktion, die von Ausgabe zu Ausgabe um Gastautoren ergänzt wurde – eine Arbeitsweise, die für Fanzines typisch ist und zugleich ihre größte Schwäche markiert: Sie steht und fällt mit der Freizeit weniger Menschen.
Themenschwerpunkte statt loser Artikelsammlung
Bemerkenswert war, dass sich die Ausgaben nicht in beliebigen Beiträgen erschöpften, sondern jeweils einem Schwerpunkt folgten. Die Ausgabe vom Oktober 2011 etwa drehte sich um Zwerge, und um dieses Thema herum gruppierten sich Abenteuer, Hintergrundtexte, Buchtipps und Rezensionen. Das gab dem Heft eine Klammer, wie man sie sonst eher von professionellen Magazinen kennt.
Wiederkehrende Rubriken
Neben den Schwerpunkten hatte das Zunftblatt feste Rubriken. Dazu zählten ein Comic, Beiträge über Werkzeuge für das digitale Spiel am virtuellen Tabletop sowie Praxisartikel, die direkt am Spieltisch einsetzbares Material mitlieferten, etwa Handouts für Rätsel und Geheimschriften. Vorgestellt wurden nicht nur die großen Systeme, sondern auch schlanke und freie Regelwerke, die sonst wenig Aufmerksamkeit bekamen.
Berichte von den Conventions
Ein fester Bestandteil war außerdem die Berichterstattung von Messen und Treffen, allen voran von der Role Play Convention in Köln. Für viele Leser war das der einzige Draht zu Veranstaltungen, zu denen sie selbst nicht fahren konnten. Wer die alten Ausgaben heute noch findet, liest darin ganz nebenbei eine kleine Chronik der deutschsprachigen Rollenspielszene: welche Verlage gerade aktiv waren, welche Systeme Aufmerksamkeit bekamen und worüber am Spieltisch diskutiert wurde.
Was ein gutes Rollenspiel-Fanzine ausmacht
Der Wert eines solchen Hefts hängt an drei Dingen, und das Zunftblatt hat sie alle bedient. Erstens: sofort verwendbares Material. Ein Abenteuer, das ein Spielleiter am Freitagabend ohne Vorbereitung auf den Tisch legen kann, ist mehr wert als zehn Seiten Hintergrundtext. Zweitens: eine Einordnung, die nicht nach Werbetext klingt. Wer selbst gespielt hat, schreibt anders über ein Regelwerk als jemand, der nur das Vorwort gelesen hat. Drittens: eine Auswahl, die auch kleine Systeme berücksichtigt, weil sonst immer nur über dieselben drei großen Marken geschrieben wird.
Warum die Zunftblatt-Idee bis heute trägt
Pen-&-Paper lebt vom Teilen: Eine gute Idee für einen Plot, eine ehrliche Rezension zu einem Regelwerk, ein Tipp für die nächste Spielrunde. Das Zunftblatt hat diese Kultur des offenen Austauschs früh in ein festes Format gegossen. Auch wenn die ursprüngliche Seite heute nicht mehr erreichbar ist, lebt der Gedanke weiter – in Blogs, Foren und auf Rezensionsportalen, die Spielenden eine ehrliche Orientierung geben.
Der Bedarf ist eher größer geworden. Es erscheinen mehr Regelwerke, mehr Kampagnenbände und mehr Kickstarter-Projekte, als eine einzelne Spielrunde je durchsehen könnte. Wer wissen will, ob ein System zu seiner Gruppe passt, braucht eine Einschätzung von Leuten, die es tatsächlich gespielt haben – genau die Rolle, die Fanzines wie das Zunftblatt ausgefüllt haben.
Auf rezension.org führen wir diesen Faden weiter: ehrliche, unabhängige Bewertungen rund um Spiele, Bücher und mehr. Wenn du über das Zunftblatt hierher gefunden hast, findest du unten die passenden Anlaufstellen.
Passende Rezensionen auf rezension.org
Der naheliegendste Startpunkt sind unsere Rollenspiel-Rezensionen – das thematische Herzstück, das dem alten Zunftblatt am nächsten kommt. Von dort lohnt sich ein Blick in den gesamten Spiele-Bereich mit seinen vielen Unterkategorien:
- Brettspiele – vom Familienklassiker bis zum komplexen Kennerspiel.
- Kartenspiele – schnelle Runden für zwischendurch und Sammelkartenspiele.
- Strategiespiele und Adventures – für alle, die gern taktisch denken oder Geschichten erleben.
- PC-Spiele und Konsolenspiele – wenn das Abenteuer digital weitergeht.
- Kinderspiele – Spiele für die jüngste Heldengeneration.
Stoff für Welten und Stimmung
Rollenspiel hört nicht am Spieltisch auf. Wer Ideen für Settings, Plots und Atmosphäre sucht, wird in unseren weiteren Rubriken fündig:
- Fantasy-Romane und Fachbücher im Bücher-Bereich – Inspiration für Plots, Settings und Hintergründe.
- Fantasyfilme und Science-Fiction-Filme im Filme-Bereich – Bildsprache und Ideen für die nächste Kampagne.
- Ambient und Klassik im Musik-Bereich – die richtige Klangkulisse für intensive Spielrunden.
Fazit: Was vom Zunftblatt bleibt
Das Zunftblatt war kein Hochglanzprodukt, sondern ein von Spielern für Spieler gemachtes Heft, das über Jahre verlässlich Material lieferte: Abenteuer zum Sofort-Spielen, Spielhilfen, Rezensionen und Szene-Berichte, und das ohne Bezahlschranke. Dass eine ehrenamtliche Redaktion so etwas elf Ausgaben lang durchhält, ist die eigentliche Leistung. Zu bemängeln bleibt nur, was für Fanzines fast immer gilt: Irgendwann fehlt die Zeit, und das Archiv verschwindet mit der Domain.
Ganz neu hier? Dann starte auf unserer Startseite oder lies, was eine gute Rezension ausmacht. Viel Freude beim Stöbern – und mögen die Würfel günstig fallen.
Häufig gestellte Fragen
Was war das Zunftblatt?
Das Zunftblatt war ein kostenloses, von Fans gemachtes deutschsprachiges Online-Magazin rund um Pen-&-Paper-Rollenspiele. Es erschien als frei herunterladbares PDF und bündelte Abenteuer, Spielhilfen, Rezensionen und Neuigkeiten aus der Rollenspielszene.
Gibt es das Zunftblatt noch?
Die ursprüngliche Domain zunftblatt.de ist nicht mehr aktiv. Die Inhalte und der Themenfokus – kostenlose Rollenspiel-Inhalte, Rezensionen und Szene-News – leben in der Community weiter. Passende Spiele- und Rollenspiel-Rezensionen findest du heute hier auf rezension.org.
Worum ging es im Zunftblatt inhaltlich?
Im Mittelpunkt standen Pen-&-Paper-Rollenspiele: fertige Abenteuer zum Nachspielen, Spielleiter-Tipps, Vorstellungen neuer Regelwerke sowie Rezensionen zu Rollenspielen, Brettspielen und Fantasy-Stoff. Dazu kamen Berichte von Conventions wie der Role Play Convention (RPC).
Wie oft und in welchem Umfang erschien das Zunftblatt?
Zeitgenössische Vorstellungen aus der Szene beschreiben eine vierteljährliche Erscheinungsweise bei einem Umfang von rund 60 Seiten pro Ausgabe. Bis Anfang 2012 waren elf Ausgaben erschienen, jede davon mit einem eigenen Themenschwerpunkt. Hinter dem Heft stand eine kleine ehrenamtliche Redaktion, ergänzt um Gastautoren.
Wo finde ich heute vergleichbare Inhalte?
Fertige Abenteuer und Spielhilfen kursieren weiter in Blogs, Foren und auf den Seiten der Verlage, viele davon kostenlos. Für die Einordnung von Regelwerken, Brett- und Kartenspielen findest du auf rezension.org unabhängige Rezensionen, sortiert nach Spielekategorien.
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