Oliver Maas
Kurzfazit: Gelungene ZDF-Weihnachtsserie über eine Geige, die zur Versuchung wird.
Oliver Maass - die komplette Serie (ZDF Serien Klassiker) [2 DVDs]
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Preis bei Amazon ansehen →Worum geht es in Oliver Maas?
Oliver Maas ist 15 Jahre alt und wächst bei seiner Großmutter auf nachdem seine Mutter vor kurzem starb. Sein Vater Michael Maas, ein Archäologe, macht sich darüber Gedanken sowie auch über seine Tochter Julia. Diese studiert und kapselt sich von der Familie ab. Olivers Oma hat es die Esoterik angetan und gemeinsam mit ihrem Freund, der ein Bestattungsunternehmer ist hält sie spirituelle Sitzungen ab.
Oliver kommt über den Tod seiner Mutter nicht hinweg und geht regelmäßig auf den Friedhof. In seinem Tagebuch schreibt er ihr Briefe. Sie wollte gerne, dass ihr Sohn Geige spielen lernen, was Oliver ihr auch versprochen hatte.
Oliver und der Graf
Noch ahnt Oliver nicht, dass dieses Versprechen ihm mit Graf Esteban zusammenbringt. Graf Esteban besitzt eine ganz besondere Geige und für die sucht er jemand ganz besonderen um diese zu spielen Die Geige gehörte einst Niccolo Paganini einem Teufelsgeiger. Bei einer Endlsokompanie ermöglicht diese Geige dem Spieler in die Zukunft zu sehen.
Oliver erhält eines Tages diese Geige und er komponiert auch die passende Melodie. Aber Oliver nutzt das „in die Zukunft sehen„ anders als vorgesehen, wie beispielsweise die Ergebnisse der nächsten Mathearbeit vorauszusehen oder auch die Lottozahlen. Er hilft auf der Rennbahn auch einem Mann, der finanziell am Ende ist mit einem großen Gewinn, doch kurz danach erleidet dieser einen Herzinfarkt und stirbt. Ihm gelingt es mit Hilfe der Geige auch ein kleines Mädchen, dass weggelaufen ist und seine Schwester, welche von Kriminellen entführt wurde findet er so wieder. Für seinen Vater findet er den Schatz. Leider hat Oliver vergessen die Geige zu fragen, was seinen Vater erwarten wird und dieser vergiftet sich bei dem Fund. Der Junge merkt, dass die Geige bzw. ihre Gabe mehr Schaden anrichtet als das sie etwas nützt. Oliver hat sich, wenn auch langsam verändert, was auch der Familie und dem Grafen nicht verborgen bleibt. Er wird sehr eingebildet. So beschliessen Graf Esteban und Olivers Vater die Geige zu zerstören, was ihnen aber nicht gelingt. Doch irgendwann erkennt das auch Oliver. Er zerstört die Geige. Sein Vater wird wieder gesund und der Graf zeigt sich als Geist.
Wann lief Oliver Maass und wie viele Folgen gibt es?
Die Serie lief 1985 als Weihnachtsserie im ZDF und umfasst sechs Folgen. Regie führte Gero Erhardt, das Drehbuch stammt von Justus Pfaue, die Musik komponierte Christian Bruhn. Die korrekte Schreibweise ist übrigens „Oliver Maass“ mit doppeltem s, so steht es auch auf der DVD-Ausgabe der ZDF-Serienklassiker. Die Variante mit einem s hält sich hartnäckig, gemeint ist aber immer dieselbe Produktion.
Sechs Teile sind für diese Art von Erzählung genau die richtige Länge. Die Serie hat Zeit, den Reiz der Gabe auszubreiten, und muss sie trotzdem nicht künstlich strecken, bis der Zuschauer die Konsequenz längst vorweggenommen hat.
Die Besetzung
Josef Gröbmayr als Oliver
Die Titelrolle spielt Josef Gröbmayr. Er trägt die Serie, weil die Verwandlung vom trauernden Jungen zum selbstgefälligen Wunderkind fast ausschließlich über sein Spiel läuft. Dass ihm das gelingt, ist der eigentliche Grund, warum die Serie bis heute funktioniert.
Hans Clarin als Graf Esteban
Hans Clarin gibt den Grafen, und er bringt für die Rolle genau die Mischung mit, die sie braucht: freundlich im Ton, undurchschaubar in der Absicht. Man weiß bis spät nicht, ob er Oliver etwas schenkt oder etwas auferlegt.
Robert Atzorn, Jane Tilden und Anja Schüte
Robert Atzorn spielt den Vater Dr. Michael Maass, den Archäologen, der über der eigenen Arbeit die Familie kaum noch erreicht. Jane Tilden verkörpert die esoterisch veranlagte Großmutter Louise Maass, Anja Schüte die ältere Schwester Julia. Gerade die Großmutter sorgt für die Nebenspur, in der die Serie ihren Humor unterbringt.
Die Geige als Prüfung
Der Kern der Serie ist keine Zauberei, sondern eine Versuchung. Die Geige gibt Oliver keine Macht über die Zukunft, sie zeigt sie ihm nur. Was er damit macht, bleibt seine Entscheidung, und genau daran scheitert er zunächst. Die Mathearbeit und die Lottozahlen sind noch harmlos, aber der Rennbahnbesuch zeigt, was Wissen ohne Verantwortung anrichtet: Der Mann gewinnt und stirbt kurz darauf.
Die entscheidende Wendung liegt darin, dass Oliver eine Frage nicht stellt. Er sieht den Schatz für seinen Vater, aber nicht, was der Fund für den Vater bedeutet. Damit macht die Serie den Punkt, um den es ihr die ganze Zeit geht: Eine Gabe, die Bequemlichkeit erlaubt, macht den Blick fürs Wesentliche kleiner statt größer. Dass Oliver die Geige am Ende selbst zerstört, ist deshalb der einzig stimmige Schluss.
Für wen lohnt sich die Serie?
Für alle, die mit den ZDF-Weihnachtsserien der 80er-Jahre aufgewachsen sind, ist die DVD-Ausgabe ein naheliegender Kauf. Auch für Kinder heute ist die Serie gut anschaubar, sofern man mit dem gemächlicheren Erzähltempo dieser Jahre zurechtkommt. Wer moderne Effekte oder ein hohes Tempo erwartet, wird enttäuscht: Die Serie setzt auf Figuren und auf eine klare moralische Frage, nicht auf Schauwerte.
Der Ton bleibt dabei familientauglich, auch wenn Trauer, Tod und Entführung vorkommen. Für jüngere Zuschauer ist gemeinsames Schauen sinnvoll, allein schon, weil die Geschichte am Grab der Mutter beginnt.
Fazit: Lohnt sich Oliver Maas?
Oliver Maas war ebenfalls eine der zahlreichen Weihnachtsserien des ZDF und erinnerte ein wenig an Timm Thaler. Genau wie auch Thomas Ohrner war der Schauspieler des Oliver. Wie auch bei Timm Thaler gab es in der Serie eine mysteriöse und mächtige Figur. ar es hier der Graf. Die Handlung der Serie ist gut gewählt und etwas neues. Der Schauspieler des Oliver, für den es die erste Rolle ist, spielt sehr überzeugend. Die anderen namhaften Hauptdarsteller sind ebenfalls sehr gut gewählt und verkörpern ihre Rolle sehr gut.
Unterm Strich bleibt eine Serie, die ihre Idee ernst nimmt und sie in sechs Folgen sauber zu Ende erzählt. Der Vergleich mit Timm Thaler zieht sie nicht herunter, sondern zeigt, in welcher Tradition sie steht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Oliver Maas?
Der 15-jährige Oliver bekommt von Graf Esteban eine Geige, die einst Niccolò Paganini gehört haben soll. Wer auf ihr die richtige Melodie spielt, kann in die Zukunft sehen. Oliver nutzt die Gabe zunächst für Schulnoten und Lottozahlen, bis das Wissen um die Zukunft immer mehr Schaden anrichtet.
Aus welchem Jahr stammt die Serie und wie viele Folgen hat sie?
Oliver Maass lief 1985 als Weihnachtsserie im ZDF und umfasst sechs Folgen. Regie führte Gero Erhardt, das Drehbuch schrieb Justus Pfaue, die Musik stammt von Christian Bruhn. Die komplette Serie ist als DVD-Ausgabe in der Reihe der ZDF-Serienklassiker erhältlich.
Wer spielt in Oliver Maass mit?
Die Titelrolle spielt Josef Gröbmayr, den Vater Dr. Michael Maass verkörpert Robert Atzorn. Graf Esteban wird von Hans Clarin gespielt, die Großmutter Louise Maass von Jane Tilden und Olivers Schwester Julia von Anja Schüte.
Heißt die Serie nun Oliver Maas oder Oliver Maass?
Die korrekte Schreibweise der Serie und der DVD-Ausgabe lautet Oliver Maass mit doppeltem s. Die Variante mit einem s taucht in Programmzeitschriften und Onlinequellen häufig auf, meint aber dieselbe Produktion.
Ist die Serie mit Timm Thaler vergleichbar?
Der Vergleich liegt nahe, weil beide ZDF-Weihnachtsserien einen Jungen zeigen, der von einer geheimnisvollen, mächtigen Figur eine besondere Gabe erhält und dafür einen Preis zahlt. Oliver Maass ist allerdings näher an der Gegenwart der 80er-Jahre angesiedelt und verzichtet auf das märchenhafte Weltreise-Setting.
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