R. L. Stine: Ihr Tod stand nicht im Drehbuch
Kurzfazit: Fear-Street-Band ohne Grusel und ohne saubere Krimi-Auflösung
Fear Street – Der Filmstar: Ihr Tod stand nicht im Drehbuch
3,48 € Stand: 20.09.2026
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Dieses Jugendbuch erschien im Jahre 2010 im Loewe-Verlag aus Bindlach. Es gehört zur Fear-Street-Reihe und wird dort als Band 43 geführt. Die Übersetzung aus dem Amerikanischen stammt von Sabine Tandetzke.
Worum geht es in Ihr Tod stand nicht im Drehbuch?
Tania ist vom Erfolg verwöhnt. Sie ist hübsch und beliebt. Der gut aussehende Football-Spieler Sandy Bishop ist ihr Freund. Als in der Schule ein Video gedreht wird, spielt Tania wie selbstverständlich die Hauptrolle. Dabei stellt sich heraus, dass irgendein Mitschüler Tania übel mitspielen will.
Erzählt wird die Geschichte im weiteren Verlauf aus der Perspektive von Eva, die herausfinden möchte, was mit ihrer Freundin passiert ist. Der Titel verrät bereits, dass es dabei nicht bei Streichen bleibt. Wer Erfolg hat, macht sich Feinde: Das ist die schlichte Grundidee, aus der das Buch seine Handlung bezieht.
Über die Buchreihe
Die Geschichten aus der Fear-Street-Jugendbuchreihe sind meistens Horror-Thriller. Sie handeln von Jugendlichen, die in der verfluchten Fear Street wohnen oder dort Bekannte und Freunde haben. Die Handlung spielt in einer fiktiven Kleinstadt namens Shadyside.
Es gibt zwar einen Protagonisten; er gehört aber in der Regel einer Gruppe an. Im Laufe der Handlung stirbt sehr oft einer der Freunde oder Bekannten des Protagonisten. Es gibt inzwischen über 100 Bände der Serie.
Der Aufbau der Reihe folgt einer klaren Rechnung: eine überschaubare Gruppe Jugendlicher, ein sozialer Konflikt aus dem Schulalltag, ein Todesfall und eine Auflösung auf den letzten Seiten. Solange der Ort Shadyside und die Fear Street mitspielen, hat die Reihe eine erkennbare Handschrift.
Über den Autor
Robert Lawrence Stine wurde am 8. Oktober 1943 in Columbus im US-Bundesstaat Ohio geboren. Er schloss sein Studium an der Ohio State University mit dem Bachelor-of-Arts-Abschluss ab. Stine lebt seit 1965 in New York. Nach seiner Zeit als Lehrer gab er zehn Jahre lang das Humor-Magazin Bananas heraus. 1969 heiratete er seine Kollegin Jane Waldhorn. Er schrieb mit ihr zusammen mehrere Kinderbücher. Eric Affabee und Zachary Blue sind Pseudonyme von Stine.
1986 verlegte sich Stine auf Horror-Bücher für Jugendliche. Mit der Fear Street gelang ihm drei Jahre später der Durchbruch. Der weltweite Durchbruch gelang ihm 1992 mit der Gruselbuchreihe Gänsehaut.
Diese Biografie erklärt viel an den Büchern. Stine kommt vom Humor-Magazin, nicht vom Kriminalroman. Er beherrscht Tempo, Dialogwitz und Cliffhanger. Was er nie gelernt hat, ist der saubere Aufbau eines Falls.
Eine Einordnung des Buches
Von der Fear Street ist nichts mehr übrig
Dieses Buch hat sich schon rein formal von den ersten Romanen aus dieser Jugendbuchreihe entfernt. Da sie nicht mehr explizit erwähnt werden, ist für den Leser nicht mehr erkennbar, dass die Handlung in der Fear Street in der fiktiven Stadt Shadyside spielt. Beide werden noch nicht einmal namentlich erwähnt.
Dies hat auch Auswirkungen auf die Erzählweise. Von dem schaurig-schönen Grusel der Anfangszeit ist hier überhaupt nichts mehr zu spüren. Der Reihentitel wird damit zur reinen Verpackung. Wer wegen der Fear Street zu diesem Band greift, bekommt einen Schulroman mit Todesfall.
Der Krimi, der keiner ist
Das Buch ist eine Mischung aus Abenteuerroman und Krimi. Eva, die Protagonistin, möchte schlicht und ergreifend herausfinden, was mit ihrer Freundin Tania passiert ist. Dies geschieht auf sehr oberflächliche Art und Weise. Orte werden nicht ordentlich beschrieben, Charaktere nicht klar herausgearbeitet. So entsteht eine unglaubwürdige Geschichte, die nicht mehr dem Alltagsleben von Jugendlichen entspricht.
Stines Unerfahrenheit in kriminalliterarischen Fragen wird hier offensichtlich. Als der Mord geschieht, bleibt eigentlich alles beim Alten. Es dreht sich auch weiterhin um Tania.
Zeugenbefragung? Spurensicherung? Selbstverständlichkeiten des Kriminalromans, und Jugendbuchreihen wie Die drei Fragezeichen, TKKG oder Die fünf Freunde seien hier als Vergleich erlaubt, kommen hier nicht vor. Der Täter wird eher durch Zufall ermittelt.
Das ist der eigentliche Vorwurf an dieses Buch. Ein Jugendkrimi muss nicht komplex sein, aber er sollte seine Leser mitdenken lassen. Wer die Lösung nur mitgeteilt bekommt, statt sie erschließen zu können, hat am Ende nichts gewonnen.
Die Figurenzeichnung
Tania bleibt bis zuletzt das, was sie am Anfang ist: hübsch, beliebt, beneidet. Eine zweite Eigenschaft bekommt sie nicht. Sandy Bishop ist der Footballspieler und sonst nichts. Eva, die eigentlich die Handlung trägt, wird immerhin über ihre Freundschaft definiert, aber auch bei ihr bleibt offen, was sie außerhalb dieser Geschichte umtreibt. Dass ausgerechnet der Neid als Motiv herhalten muss, macht die Sache nicht besser.
Sprache und Tempo
Was dem Buch bleibt, ist sein Tempo. Die Kapitel sind kurz, die Sätze einfach, die Dialoge tragen die Handlung. Wer sonst nur schwer in ein Buch findet, kommt hier ohne Anlauf hinein und ohne Umweg wieder heraus. Genau darin liegt der kommerzielle Erfolg der ganzen Reihe: Sie stellt keine Hürde auf.
Der Preis dafür ist eine Sprache, die nichts an Bildern anbietet. Räume werden benannt, nicht beschrieben, Gefühle werden behauptet, nicht gezeigt. Für die Zielgruppe ist das verzeihlich, für einen Band, der einen Mord in den Mittelpunkt stellt, ist es zu wenig.
Für wen lohnt sich das Buch?
Für Jugendliche, die schnelle Lektüre suchen und mit Fear Street noch keine Erwartungen verbinden, ist der Band harmlos konsumierbar. Kurze Kapitel, einfache Sätze, ein Ende nach ein bis zwei Stunden. Als Buch für Wenigleser hat das seinen Wert.
Wer die frühen Fear-Street-Bände kennt und schätzt, sollte dagegen die Finger davon lassen. Und wer einen echten Jugendkrimi sucht, greift besser zu einer Reihe, die ihr Handwerk ernst nimmt.
Fazit: Lohnt sich Ihr Tod stand nicht im Drehbuch?
Die literarische Entwicklung der Jugendbuchreihe ist bedauerlich. Sie entfernt sich viel zu deutlich von ihren Ursprüngen.
Ich hatte das Buch einer Freundin ausgeliehen. Sie hat es tatsächlich geschafft, das Buch in anderthalb (in Zahlen: 1,5) Stunden zu lesen. Da ich selbst dabei war, kann ich diese Zahl bestätigen. Das Buch ist ihrer Meinung nach fürchterlich. Die Geschichte sei ein typisches amerikanisches High-School-Drama, urteilt sie gnadenlos.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Ihr Tod stand nicht im Drehbuch?
Tania ist hübsch, beliebt und mit dem Footballspieler Sandy Bishop zusammen. Als an ihrer Schule ein Video gedreht wird, bekommt sie selbstverständlich die Hauptrolle. Schnell zeigt sich, dass jemand aus ihrem Umfeld ihr übel mitspielen will, und ihre Freundin Eva versucht herauszufinden, was mit Tania geschehen ist.
Zu welcher Reihe gehört das Buch?
Es ist ein Band der Fear-Street-Jugendbuchreihe von R. L. Stine und wird als Band 43 der deutschen Ausgabe geführt. Die deutsche Fassung erschien 2010 im Loewe-Verlag in Bindlach, die Übersetzung stammt von Sabine Tandetzke. Der deutsche Reihentitel lautet Der Filmstar.
Muss man andere Fear-Street-Bände kennen?
Nein, die Bände sind in sich abgeschlossen. In diesem Fall ist Vorwissen sogar besonders unnötig, weil die Fear Street und die Stadt Shadyside nicht einmal namentlich vorkommen. Wer die frühen Bände kennt, wird den Unterschied allerdings deutlich bemerken.
Ist das Buch gruselig?
Kaum. Von dem schaurigen Ton der frühen Fear-Street-Romane ist hier fast nichts mehr übrig. Das Buch liest sich eher wie ein High-School-Drama mit einem Mordfall darin als wie ein Horrorroman.
Für welches Alter ist das Buch gedacht?
Die Reihe richtet sich an Jugendliche ab etwa zwölf Jahren. Die Sprache ist einfach, das Buch lässt sich in ein bis zwei Stunden durchlesen. Wer echte Spannung sucht, ist mit klassischen Jugendkrimis besser bedient.
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