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Kinderbuch schreiben

Zuletzt aktualisiert am 2026-11-06

Ein Kinderbuch schreiben heißt, für eine klar umrissene Altersgruppe eine Geschichte zu erzählen, die Kinder selbst fesselt und Erwachsene gern vorlesen. Am Anfang stehen drei Entscheidungen: Für welches Alter ist das Buch, welche Figur trägt die Handlung, und wie viel erzählen die Bilder? Ein Kurs ist dafür nicht nötig, kann aber Struktur geben. Diese Seite zeigt die Schritte, ordnet die wichtigsten Kurse ein und erklärt, welche Wege zur Veröffentlichung es gibt.

Für welche Altersgruppe soll das Kinderbuch sein?

Die Zielgruppe zu kennen ist der wichtigste Schritt, denn jedes Alter verlangt ein anderes Buch. Der Boksnok Verlag nennt in einem Gastbeitrag beim Selfpublisher-Verband für Bilderbücher das Alter von 2 bis 8 Jahren. Grob lassen sich drei Formen unterscheiden:

  • Bilderbücher für jüngere Kinder, mit wenig Text und starken Illustrationen. Hier erzählen Bild und Wort gemeinsam.
  • Vorlesebücher, die Erwachsene laut vorlesen. Rhythmus und Wiederholung tragen den Text.
  • Kinderromane für Kinder, die selbst lesen, mit längeren Handlungsbögen.

Der Verlag rät außerdem, die Hauptfigur einige Jahre älter als die Leserschaft anzulegen. Kinder schauen gern ein Stück nach oben. Der Wortschatz soll altersgerecht sein, zentrale Wörter dürfen sich wiederholen, und die Erzählstimme muss sich zum lauten Vorlesen eignen.

Figur, Konflikt und Plan

Ein gutes Kinderbuch braucht eine Figur, die Kinder sofort mögen, und ein Problem, das aus ihrer Sicht wirklich zählt. Die Schreibtrainerin Anette Huesmann rät auf die-schreibtrainerin.de, eine spannende, emotionale Geschichte mit Tiefe zu erzählen, ohne zu belehren, und von Anfang an eine klare Struktur festzulegen, statt nur Ideen zu sammeln.

In der Praxis hilft ein einfacher Ablauf:

  1. Grundidee in einem Satz notieren: Wer will was, und was steht im Weg?
  2. Storyboard anlegen: Bei einem Bilderbuch jede Doppelseite skizzieren, damit Text und Bild zusammenpassen.
  3. Rohfassung schreiben: Erst fertig werden, dann verbessern.
  4. Laut vorlesen: Stolperstellen hört man schneller, als man sie liest.
  5. Kürzen: Alles, was die Handlung nicht braucht, streichen.
  6. Mit Kindern testen: Wann werden sie unruhig, wann fragen sie nach?

Wer den Blick für Stärken und Schwächen eines Textes schulen möchte, kann eigene Lieblingsbücher besprechen. Unser Ratgeber Buchrezension schreiben zeigt, nach welchen Kriterien sich Bücher beurteilen lassen, und in einem Buchclub lässt sich das gemeinsam üben.

Illustrationen, Format und Schriftart

Die große Frage lautet: selbst gestalten oder eine Illustratorin beauftragen? Wer bei einem Verlag einreicht, schickt in der Regel nur das Manuskript, denn Verlage arbeiten oft mit eigenen Illustratoren. Wer im Selfpublishing veröffentlicht, trägt die Gestaltung selbst und damit auch die Kosten. Format und Schriftart sollten zum Alter passen: Kinder, die gerade lesen lernen, brauchen eine klare, gut lesbare Schrift und genügend Abstand.

Kurse zum Kinderbuch schreiben im Überblick

Eine geregelte Ausbildung zum Kinderbuchautor gibt es nicht. Der Rediroma-Verlag nennt als Lernwege Üben mit ehrlichem Feedback, Kurse, Workshops und Anleitungen. Die folgende Übersicht beruht auf Anbieterangaben und Kursportalen. Wir haben keinen Kurs selbst belegt.

KursFormatDauerPreis
Die Schreibtrainerin: Erfolgreich Kinderbücher schreibenVideokurs, 9 Module, 29 Lektionen, ohne individuelle Betreuungeigenes Tempo349 €
Schule des Schreibens: Kinder- und JugendbuchautorFernkurs mit Zertifikatlaut Kursportal 12 Monatebeim Anbieter erfragen
Laudius: Kinder- und JugendbuchautorFernkurs mit Zertifikatbeim Anbieter erfragenbeim Anbieter erfragen
Volkshochschule, LiteraturhäuserAbendkurse und Workshops vor Ortje nach Programmje nach Ort

Für die Wahl zählt vor allem die Rückmeldung. Ein Videokurs vermittelt Handwerk, liest aber das eigene Manuskript nicht. Fernlehrgänge mit Korrekturen kosten mehr, geben dafür Feedback. Lohnend ist auch die Frage, ob ein Fernlehrgang eine Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht besitzt. Die Datenbank zfu.de hilft dabei. Bevor Geld fließt, sollten Laufzeit, Kündigung und Betreuung schriftlich klar sein.

Vorsicht bei Autopilot-Versprechen

Bei der Suche taucht auch der Kinderbuch Masterkurs von Incomebutler auf. Er ist kein Schreibkurs. Das Digistore24-Formular beschreibt ihn als Kurs, um „mit simplen Ausmalbüchern Online Geld zu verdienen“, und das Ziel ist ausdrücklich, Bücher ohne eigene Texte zu erstellen, mit Vorlagen und KI. Die Verkaufsseite wirbt mit „monatlich vierstellige Einnahmen“ auf „Autopilot“, schränkt im Haftungsausschluss aber ein, dass die Ergebnisse variieren. Wer eine eigene Geschichte schreiben will, ist dort falsch. Solche Einkommensaussagen sind Werbung und kein Maßstab dafür, was Malbücher einbringen.

Verlag oder Selfpublishing?

Verlag: Ein Publikumsverlag übernimmt laut Rediroma fast alles außer dem Schreiben und veröffentlicht für die Autorin kostenlos. Die Aufnahme ist aber schwer, die Chancen sind gering. Seriöse Verlage verlangen kein Geld für die Veröffentlichung.

Selfpublishing: Hier bleiben alle Freiheiten, aber auch Kosten, Marketing und Risiko bei der Autorin. Ein professionelles Lektorat und Korrektorat lohnen sich gerade bei Kinderbüchern, weil Fehler Eltern und Lehrkräften sofort auffallen.

Kleinverlage liegen dazwischen, die Bedingungen schwanken stark. Vor einer Zusage gehört der Vertrag sorgfältig gelesen.

Wer KI-Werkzeuge nutzt, sollte die Regeln der Plattform kennen. Amazon KDP bittet laut seiner Hilfeseite darum, KI-generierte Inhalte wie Texte, Bilder oder Übersetzungen anzugeben.

Wie viel verdient man mit einem Kinderbuch?

Reich wird damit kaum jemand. Rediroma nennt Autorenbeteiligungen von meist 5 bis 10 Prozent des Verkaufspreises, bei einem Buch für 9 Euro also Cent-Beträge je Exemplar, und Vorschüsse von maximal rund 2.000 Euro. Das ist die Einschätzung eines Verlags, im Einzelfall kann es anders aussehen. Einnahmen aus dem Bücherverkauf müssen zudem versteuert werden. Wer ein Kinderbuch schreibt, tut das am besten, weil die Geschichte erzählt werden will.

Häufige Fehler

  • Belehren statt erzählen. Kinder merken eine versteckte Moral schnell.
  • Zu erwachsene Sprache. Vorlesen zeigt, wo Sätze zu lang werden.
  • Keine klare Altersgruppe. Ein Buch für alle erreicht meist niemanden.
  • Zu früh veröffentlichen. Ein Manuskript braucht fremde Leserinnen und Leser, bevor es erscheint.

Ist das Buch fertig, helfen Besprechungen bei der Sichtbarkeit. Was eine gute Besprechung ausmacht, erklärt Was ist eine Rezension?, und Anregungen liefern unsere Bücher-Rezensionen.

Häufig gestellte Fragen

Wie fange ich an, ein Kinderbuch zu schreiben?

Zuerst die Altersgruppe festlegen, denn sie bestimmt Sprache, Umfang und Bildanteil. Danach eine Hauptfigur mit einem klaren Wunsch entwickeln, den Ablauf skizzieren und die Geschichte laut vorlesen. Kinder sind die strengsten Testleser.

Brauche ich einen Kurs, um ein Kinderbuch zu schreiben?

Nein. Eine feste Ausbildung gibt es nicht. Kurse helfen vor allem durch Struktur und Rückmeldung. Wer ohne Budget beginnt, lernt viel durch Lesen, Üben und ehrliches Feedback.

Wie viel verdient man mit einem Kinderbuch?

Meist wenig. Der Rediroma-Verlag nennt Autorenbeteiligungen von meist 5 bis 10 Prozent des Verkaufspreises und Vorschüsse von höchstens rund 2.000 Euro. Das sind Angaben eines Verlags, sie gelten nicht für jeden Vertrag.

Darf ich ein Kinderbuch mit KI erstellen?

Das ist erlaubt, muss aber je nach Plattform angegeben werden. Amazon KDP bittet darum, KI-generierte Texte, Bilder und Übersetzungen bei der Veröffentlichung anzugeben. Rechte und Qualität bleiben Sache der Autorin oder des Autors.